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Uganda
Seite 2: Geschichte, Staat & Politik
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Geschichte


Gastgeschenk der Engländer an König Muteesa © Bild: G. Ehrler

Kampala ca. 1985 © Bild: G. Lipfert
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Besonderheiten der Landesgeschichte
Im Jahr 1888 übernahm die Imperial British East Africa Company das Gebiet als Uganda Protective. Fünf Jahre später wurde es britisches Protektorat, also ein Schutzgebiet, was nichts anderes als die kaschierte Umschreibung einer Annexion war. Die Briten fanden vier funktionierende Königreiche vor und griffen massiv in das vorhandene regionale Machtgefüge ein, das zu jenem Zeitpunkt von bugandischen Hegemonialbestrebungen gekennzeichnet war.
historische Epochen
Uganda, quasi im Herzen Afrikas gelegen, war lange Zeit von der Außenwelt unbeachtet geblieben. Dies änderte sich nachdem erste Forscher auf der Suche nach den Quellen des Nil ins Königreich Buganda vorstießen. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die gesamte Geschichte des Landes und die koloniale und nachkoloniale Ära vom 14.Jahrhundert bis heute.
frühe Geschichte
Uganda gehört zu der Region Ostafrikas, die auch als Wiege der Menschheit bezeichnet wird.
Archäologische Funde legen nahe, dass bereits vor 150.000 Jahren Menschen in Uganda bzw. Ostafrika lebten.
Dichte Regenwälder zogen sich über große Teile Ugandas, bevölkert wurde die Region von den kleinwüchsigen Buschmännern (Pygmäen) die als Jäger und Sammler ihr Auskommen fanden. Ab ca. 500 n. Chr. wanderten Bantuvölker von Westen ein. Erst um ca. 1400 n. Chr. kamen mehrere Stämme der Luo von Norden, die Vorfahren der Volksgruppen Lango, Alur und Acholi.
Vorkolonialzeit
Das erste bekannt gewordene Königreich, Kitara , entstand bereits im 10./11. Jahrhundert. Das Königreich Bunyoro , am Lake Albert gelegen und von nilotischen Hirten gegründet entstand im 15. Jahrhundert. Ab dem 17. Jahrhundert gewann Buganda , am Nordwestufer des Victoriasees gelegen, an Einfluss. Die Könige (Kabaka) stärkten ihren Einfluss durch Raubzüge und Handel mit Elfenbein und Sklaven mit arabischen Händlern.
Der von Niloten besiedelte Norden war zu dieser Zeit immer noch recht wenig entwickelt und in kleine Stammesbezirke unterteilt, die häufigen Wanderbewegungen unterlagen.
Der König von Buganda beherbergte die ersten Forscher, denen Missionare und später die Besatzer des britischen Protektorats folgen.
Kolonialzeit
Zunächst geriet das Königreich Buganda unter britischen Einfluss. Im Jahr 1896 wurde das ganze Gebiet des heutigen Ugandas britisches Protektorat . Im Rahmen der sog. indirect rule wurden viele chiefs aus Buganda bevorzugt und häufig in nicht-bugandischem Gebiet eingesetzt.
Viele aktuelle Probleme des Landes rühren noch von dieser Maßnahme.
Die Entwicklung des Landes, vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung beschränkte sich zum Großteil auf den Süden des Landes, während der Norden vernachlässigt wurde. Am Ende der Kolonialzeit bildeten sich drei Parteien heraus, die Democratic Party (DP), Uganda Peoples Congress (UPC) und die Kabaka Yekka (KY) Partei. Somit bildete sich keine einheitliche Nationalbewegung als Widerpart zur Kolonialmacht, wie dies in anderen afrikanischen Staaten der Fall war.
Unabhängigkeit
Am 9. Oktober 1962 wurde der damalige König (Kabaka) von Buganda, Sir Edward Mutesa zum Staatspräsidenten der
unabhängigen föderativen Republik Uganda . Premierminister wurde Milton Obote. Seine Partei, die UPC (Uganda Peoples Congress), ging bereits bei der Wahl im Mai 1962 mit der KY (Kabaka Yekka)- Partei eine Koalition ein, angeführt von Obote. Buganda erhielt föderativen, die anderen vier traditionellen Königreiche halbföderativen Status und zehn Provinzen (Ost und Nord) wurden von Gouverneuren der Zentralregierung regiert.
Nachkoloniale Entwicklung
Bereits im Jahr 1966 wurde Ugandas Präsident von Milton Obote vertrieben, der sich anschließend zum Oberhaupt der Regierung ernannte. Buganda verlor seinen Sonderstatus, die Königreiche wurden aufgelöst, bzw. die Royalisten flohen ins Exil.
Unter Milton Obote wurde ein Teil der Wirtschaft verstaatlicht. Beides resultierte in blutigen Protesten und Massakern. Trotz seines Versuchs der Schaffung einer nationalen Einheit, wurde Obote zunehmend unbeliebt, vor allem im Süden.
Diktatur unter Idi Amin
Idi Amin, unter Obote zuletzt Kommandeur der Armee, nutzte die Abwesenheit Obotes im April 1971 für einen Staatsstreich. So kam er seiner eigenen Absetzung durch Obote zuvor. Der neue Präsident Idi Amin wurde von den meisten Einwohnern Ugandas bejubelt. Doch diese Stimmung änderte sich schnell. Unmittelbar nach dem Staatsstreich begann der Massenmord, für den Amins Regime später berüchtigt werden sollte. Die ersten Morde wurden in der Armee verübt, später an allen, die Amin kritisch gegenüberstanden: Politikern und kirchlichen Würdenträgern, Intellektuellen.
Insgesamt starben während der 8-jährigen Herrschaft Amins ca. 250.000 - 300 000 Menschen gewaltsam. Viele, die sich bedroht fühlten (v.a. die Intelligenz des Landes) gelang die Flucht. Ca. 60.000 Asiaten wurden bereits 1972 des Landes verwiesen, was wiederum zu wirtschaftlicher Stagnation führte.
Ugandische Rebellen (unter ihnen der heutige Staatschef Yoweri Museveni) unter der Führung tansanischer Truppen befreiten im April 1979 Uganda von der Schreckensherrschaft Amins.
Es folgten mehrere kurze Übergangsregierungen unter Yusuf Lule, G. Binaisa und zuletzt der Militärkommission Muwanga/Ojok .
Obotes 2. Amtszeit
Im September 1980 fanden Wahlen, die aus heutiger Sicht keineswegs als frei und fair bezeichnet werden können, statt. Dabei ging Milton Obote als Sieger hervor. Die Despotie Milton Obotes übertraf in ihrer Brutalität und Gewaltbereitschaft die Zeit Idi Amins. Vor allem Menschen aus Buganda wurden auf´s schlimmste gefoltert und vielmals ermordet. Zwischen 1981 und 1985 kamen ca. 1 Million Menschen ums Leben, viele davon als Ergebnis der Kämpfe zwischen Obotes UNLA und verschiedenen anderen militärischen Gruppen, vor allem Yoweri Musevenis National Resistance Army (NRA). Noch lange lagen die Schädel und Knochen der Toten im sog. Luwerodreieck , wo Obotes UNLA am schlimmsten gewütet hatte.
Beendet wurde das Regime Milton Obotes durch seinen eigenen Militärchef, Tito Okello. 
Nach dem Bürgerkrieg 1986: Schädel und Knochen in Luwero
© Bild: N. Schaub
Guerillakrieg und Zeit Musevenis
Im Anschluss an die Präsidentschaftswahlen im Jahr 1980, aus denen Milton Obote als umstrittener Sieger hervorging, begann Yoweri Museveni mit 26 Männern einen Guerillakrieg im Südwesten Ugandas. Am meisten litt die Bevölkerung des sog. Luwero Dreieck unter dem Konflikt zwischen Obotes Soldaten und Musevenis Rebellen.
Im Januar 1986 eroberte die NRA Kampala und Museveni übernahm die Macht.
Historische Persönlichkeiten
Sehen Sie sich Ugandas Regenten seit der Unabhängigkeit doch einmal an.
Idi Amin
Viele verbinden mit Uganda bis heute Idi Amin und seine Schreckensherrschaft. Der frühere ugandische Diktator starb im August 2003 im saudi-arabischen Exil. Die ugandische Regierung schloss ein Staatsbegräbnis für den als "Schlächter von Afrika" berüchtigten Amin aus.
Milton Obote
Auch Milton Obote starb im Exil. Bis zu seinem Tod am 10.10.2005 war er Vorsitzender der von ihm gegründeten Partei, UPC.
Schauen Sie zurück in die Vergangenheit: Bilder aus Obotes Regentschaft.
Am 28. Nov. 2005 wurde seine Witwe, Mama Miria Kalule Obote als Parteivorsitzende des Uganda Peoples Congress (UPC)gewählt. Bei den Präsidentschaftswahlen erlangte sie als Kandidatin der UPC ca. 0,9 der Stimmen.
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Der Staat
Präsident Yoweri Museveni
wurde am 23.02.2006 wieder gewählt. © Bild: NRM
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Staatsform,
Verfassung und Gewaltenteilung
Ugandas Staatsform ist eine Präsidialrepublik.
Die Verfassung , die am 8. Oktober 1995 verabschiedet wurde und zuvor unter breiter Beteiligung der Bevölkerung entstand, enthält einen Katalog von Grundrechten, darunter solche auf rechtliches Gehör, Religions- und Informationsfreiheit sowie Schutz bestimmter Gruppen wie Frauen, Kinder, Behinderter und ethnisch-religiöser Minderheiten. Im Jahr 2005 wurde die Verfassung geändert und ergänzt. Eine Bestimmung über die Amtszeitbeschränkung des Präsidenten auf zwei Wahlperioden wurde dabei aufgehoben.
Formaler Staatsaufbau und regionale staatliche Gliederung und Verwaltung
"Local Government"
Mitte der 90-er Jahre war Uganda in 4 Regionen und 38 Distrikte unterteilt, nun bestehen die Regionen zwar weiterhin, haben aber kaum noch eine Bedeutung, aber die Anzahl der Distrikte ist nun achtzig.
Dezentralisation ist eine der Haupt-Säulen der Movement-Regierung. Bereits während des Buschkrieges Anfang der 80-er-Jahre organisierte Museveni die von seiner Guerillagruppe besetzten Gebieten in Westuganda in sog. "resistance councils", die später in local councils umbenannt wurden.
Einen Überblick über die Funktion des sog. Ministry of Local Government und die Distrikte finden Sie beim Uganda District Portal .
Recht, Ordnung und staatliche Sicherheit
Weitgehend wird die Unabhängigkeit der Justiz in Uganda beachtet. Allerdings finden gerade die Menschen in armen und ländlichen Regionen keinen oder nur unzureichenden Zugang zu den Organen der staatlichen Rechtspflege. Überlange Untersuchungshaftzeiten und eine unzureichende Infrastruktur bei Gerichten, Polizei und Gefängnissen sind an der Tagesordnung. Verfahren dauern lange und sind nicht transparent. Gefängnisse sind mit derzeit 192 % ziemlich überfüllt. Die Todesstrafe wird nach wie vor verhängt, wenn auch bei Zivilpersonen selten vollzogen. Die Polizei ist personell unterbesetzt und korruptionsanfällig.
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Innenpolitische Themen
Yoweri Museveni, der Präsident von Uganda © Bild: Statehouse Uganda
Prof. Dr. Bukenya, Vizepräsident in Uganda
© Bild: Statehouse Uganda
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Präsident Museveni und die NRM (National Resistance Movement):
Der Präsident Ugandas Yoweri Kaguta Museveni wurde am 29. Januar 1986 Präsident der Republik Uganda. Mit 26 jungen Männern ging er 1980 in den Busch, organisierte das National Resistant Movement (NRM) und die Natioanal Resistance Army (NRA) und bekämpfte in einem fünfjährigen Buschkrieg das Terrorregime von Milton Obote.
Der Vizepräsident: Prof. Gilbert Balibaseka Bukenya
Prof. Dr. Bukenya ist, wie seine Vorgängerin Dr. Speciosa Kazibwe, ein Doktor der Medizin. Er befürwortete die umstrittene Verfassungsänderung die eine Wiederwahl Musevenis 2006 für eine 3. Amtszeit möglich machte.
Mit der Machtübernahme Musevenis und seiner National Resistance Armee (NRA) im Januar 1986 wurde eine lange Epoche von Gewalt und Terror in Uganda beendet. In den meisten Landesteilen kehrte nach den Schreckensherrschaften von Idi Amin und Milton Obote Frieden ein. Die politische und wirtschaftliche Lage in Uganda verbesserte sich deutlich. Uganda avancierte zum Musterschüler von IWF und Weltbank.
In den letzten Jahren hat der anfangs so gute Ruf Musevenis und seines Landes doch ziemlich gelitten.
Die Existenz einer menschenverachtenden Rebellenbewegung im Norden des Landes ("Lord's Resistance Army") mit 1,4 Mio. Binnenflüchtlingen; die allgegenwärtige Korruption und zunehmende Kritik an der Staats- und Regierungsführung sind Gründe dafür. Vor allem letzteres hat dazu geführt, dass einige Geber die Budgethilfe für Uganda gekürzt haben. Dennoch steht Uganda immer noch in vieler Hinsicht besser da als die meisten Nachbarländer.
Die Reden des Präsidenten finden Sie auf der Seite des statehouse.
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Basis- demokratie
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Ugandas Movement System
Bis vor kurzem war die Betätigung politischer Parteien zu Gunsten eines Movement (quasi-Einparteien-) Systems eingeschränkt.
Das Movement System wäre im herkömmlichen Sinne als undemokratisch zu bemängeln. Es gibt jedoch Wahlen, die bis auf die unterste administrative Ebene eine Beteiligung der Bürger an der politischen
Willensbildung ermöglichen. Ziel ist es, den Bürger zunehmend zu politischen Rechten und Pflichten hinzuführen, z. B. auch durch die Dezentralisierung der Administration auf
regionaler Ebene. In einer historisch, ethnisch oder religiös sehr heterogenen
Gesellschaft kann ein solches System geeigneter sein, eine konfliktträchtige
Zersplitterung der Gesellschaft zu vermeiden.
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Wahlen
Parlamentsgebäude in Kampala © Bild: E.-M. Hess
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Referendum
Im Jahr 2000 fand zu der Frage ob Beibehaltung des Basisdemokratiesystems oder Einführung eines Mehrparteiensystems ein
Referendum statt. Bei einer Beteiligung von 55% (die Opposition rief zum Boykott auf) sprachen sich 90% für die Beibehaltung des Quasi-Einparteiensystems aus.
Doch bereits im März 2003 beschlossen das National Executive Committee (NEC, das oberste Entscheidungsgremiums des Movements) und im Mai 2003 die "National Conference of the Movement" eine Öffnung des politischen Raums und eine Änderung des politischen Systems (Mehrparteiensystem). Dieser Beschluss machte eine Neuregelung von Tatbeständen in der Verfassung Ugandas zu Fragen des politischen Systems sowie der Regierungsform und des verfassungsgemäßen Weges notwendig.
Bei einem weiteren Referendum am 28.07.2005 bestätigte die Mehrheit der Wähler (92,5 %) eindrucksvoll die von Präsident Museveni vorgeschlagene Öffnung des politischen Raumes von Einparteiensystem zu Mehrparteiendemokratie.
Im November 2005 wurde Museveni schließlich zum Parteivorsitzenden der NRM gewählt.
Die Präsidentschaftswahlen

Wahlkampf in Uganda © Bild: G. Ehrler
Bei den Präsidentschaftswahlen am 23.02.2006 wurde Präsident Museveni im Amt bestätigt. Er hat die erste Mehrparteienwahl seit 26 Jahren mit knapp 60 Prozent der Stimmen gewonnen.
Etwa sieben von 10,5 Millionen Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben. Musevenis Herausforderer Kizza Besigye kam auf 37 Prozent. Die drei weiteren Kandidaten, darunter die Witwe Milton Obotes, erreichten zusammen weniger als 3,5 %. Nach der Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses brachen die Unterstützer des amtierenden Präsidenten in Jubel aus. Die Opposition warf der Regierungspartei Wahlbetrug vor. Die EU-Beobachterkommission bescheinigte den Wahlvorgängen einen im Wesentlichen korrekten Verlauf.
Eid bei der Amtseinführung
© Bild: statehouse
Allerdings war der Wahlkampf nicht sehr sachlich verlaufen, um politische Programme ging es nur am Rande, dafür vielmehr um Schuldzuweisungen und um gegenseitige Beschimpfungen. Kurz nach seiner Rückkehr aus dem Exil wurde Col. Besigye verhaftet. Als dessen Anhänger dagegen protestierten, gab es Zusammenstöße.
Zehn Staatsoberhäupter und zahlreiche Vertreter weiterer Staaten nahmen an der Vereidigung des alten und neuen Präsidenten in Kampala teil.
Parlamentswahlen
Zeitgleich zu den Präsidentschaftswahlen wurden die Abgeordneten des 8. Parlaments gewählt. Mindestens 80 bisherige Abgeordnete, darunter viele Minister, wurden nicht wiedergewählt. Trotz leichten Gewinnen bei der Opposition zählen 202 der 309 Abgeordneten zu Musevenis NRMO-Partei.
Informationen zum gesamten
Kabinett stehen auf der offiziellen Seite der Regierung bereit. Außerdem sind 10 Ministerien mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten.
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Parteien
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Politische Parteien:
Um sich ein Bild über Parteien in Uganda machen zu können, sollten Sie die Geschichte der Parteien kennen. Bis vor kurzem waren politische Parteien und Organisationen in ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung eingeschränkt. Zwar konnten Parteien aufgrund eines Gesetzes vom 02.06.2002 auf nationaler Ebene tätig sein, doch sie durften keine lokalen Büros eröffnen und keine Veranstaltungen in der Öffentlichkeit durchführen. Im Nov. 2004 erklärte das Verfassungsgericht diese Beschränkungen für verfassungswidrig. Nun können sich Parteien registrieren.
Neben den traditionellen Parteien, wie der Democratic party (DP) , Uganda Peoples Congress (UPC) und der Conservative Party (CP), spielt nun das Forum for Democratic Change (FDC), das aus der Reform Agenda, dem National Democrats Forum (NDF) and einer Sektion des Parliamentary Advocacy Forum (PAFO), hervorging, eine größere Rolle.
Wie schwer sich Musevenis Movement auf dem Weg von einer Bewegung zur Partei tut (die NRMO wurde 2003 als Partei gegründet), lesen Sie am besten in einem für die Friedrich Ebert Stiftung erstellten Profil.
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Korruption
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Korruption ist in Uganda ein
sehr aktuelles Thema, in das sich selbst Präsident Museveni aktiv einbringt und zu dem sich auch die Presse freimütig äußert. Nach dem von Johann Graf Lambsdorff entwickelten Corruption
Perception Index (CPI) rangiert Uganda auf Platz 111 von 179 untersuchten Ländern. Immerhin ist ein leichte aber stete Verbesserung zu beobachten.
Neben dem Staat bemühen sich jetzt auch immer mehr Nicht-Regierungs-Organisationen, wie die Anticorruption Coalition Uganda , ein Zusammenschluss von 70 zivilgesellschaftlichen Gruppen, religiösen Führern, Akademikern, Vertretern der Medien, Institutionen und Individuen, um eine Reduzierung der Korruption.
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Presse und Medien
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Pressefreiheit
Uganda erfreut sich seit der Machtübernahme
Musevenis einer relativ freien und teilweise regierungskritischen Presse. In einer mannigfaltigen unabhängigen Medienszene mit über 2 Dutzend Zeitungen und rund 100 Radio- und Fernsehsendern findet sich eine lebhafte politische Diskussion .
Dennoch gibt es immer wieder Einschränkungen, so z. B. Verhaftungen von Journalisten, Schließung von Radiostationen oder Blockade von Websites.
Die Medien:
Eine große
Auswahl tagesaktueller Artikel der wichtigsten ugandischen Presseorgane finden Sie bei allAfrica.com. Auch
der EastAfrican und südafrikanische Zeitungen sind vertreten. Neben der regierungsabhängigen
Tageszeitung New Vision ist noch die unabhängige
Tageszeitung Monitor im www präsent. Es besteht die Möglichkeit, sich die Ausgaben im Abonnement per eMail als Frühstückslektüre
tagesaktuell zuschicken zu lassen! Ebenfalls im www vertreten ist der The Weekly Observer gegründet von Journalisten, die ausgewogenen und guten Journalismus anbieten möchten.

Sehr populär ist in Uganda das Radio, besuchen Sie doch einmal die Seite von
Radio Mama.
Mehr links zu ugandischen Zeitungen und Medien und ein ausgiebiges Internetverzeichnis finden Sie bei afrol . Sehr gut recherchierte und informative Berichte bietet IRIN, das Informationsnetzwerk von OCHA (UN office for the Coordination of humanitarian affairs).
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Menschenrechte
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Zur Lage der Menschenrechte: Im aktuellen ai-Menschenrechtsreport 2007 (Zeitraum Jan - Dez 2006) wird sowohl über Fortschritte bei den Gesprächen zwischen der Regierung und der bewaffneten Oppositionsgruppe Widerstandsarmee des Herrn (Lord's Resistance Army - LRA) als auch über den friedlichen Verlauf der Wahlen berichtet. Bemängelt wurden Angriffe auf das Recht auf freie Meinungsäußerung und auf die Pressefreiheit. Auch gingen erneut Berichte über Folterungen an Gefangenen und über Repressalien gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ein. Gewalt gegen Frauen blieb weit verbreitet. Militärgerichte sprachen nach wie vor Todesurteile aus.
Einen Überblick mit vielen Karten und aktuellen Berichten über die Konflikte in Uganda finden Sie bei reliefweb.
Informieren Sie sich auch auf der Homepage des Human Rights Watch.
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Außenpolitik

© Chogm 2007 Uganda
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Das Land im regionalen und internationalen Kontext
In der Außenpolitik Ugandas spiegelt sich die innerstaatliche Politik auf internationalem Schauplatz. Das Außenministerium koordiniert die inländischen Bestrebungen im ausländischen Bereich. Als die drei wichtigsten Arbeitsfelder der ugandischen Außenpolitik wurden
- Friede und Sicherheit
- regionale Kooperation und Sicherheit
- regionale Kooperation und Handel, Tourismus, Investitionen und die Mobilisation von Ressourcen
festgelegt.
Für die Entwicklung des Landes benötigt Uganda nach wie vor die Unterstützung der westlichen Industrieländer und der internationalen Geberinstitutionen (Weltbank, internationalem Währungsfond, UNDP, EU, Afrik. Entwicklungsbank).
Weiterhin lehnt sich Uganda an die USA an. Zweimal in kurzer Zeit, zuletzt 2003, besuchte ein amerikanischer Präsident das Land am Viktoriasee und würdigte dessen Erfolge bei der Aids-Bekämpfung.
Des weiteren spielt Großbritanien, bedingt durch die koloniale Vergangenheit noch immer eine bedeutende Rolle. Weitere europäische Staaten genießen ebenfalls eine gute Wertschätzung und engagieren sich mit Hilfeleistungen.
Uganda´s Beziehungen zu Deutschland sind sachbezogen und konstruktiv. Erst kürzlich kam Uganda in den Blickpunkt Deutschlands: Bundespräsident Köhler besuchte das Land im Feb 08. Die Reise stand unter dem Motto "Afrikanische Wege zu Frieden und Versöhnung". Unter anderem besuchte der Bundespräsident ein Flüchtlingslager in Gulu und sprach mit ehemaligen Kindersoldaten.
Die Beziehungen zu den Nachbarstaaten waren nicht immer ungetrübt. Die einst freundschaftliche Beziehung zu Ruanda wurde während des 2. Kongokrieges getrübt und normalisiert sich, v.a. durch gegenseitige Besuche, langsam wieder. Ebenso gibt es immer wieder Konflikte mit der Dem. Rep. Kongo, zuletzt um die Grenzen am Lake Albert im Jahr 2007. Mit Kenia und Tansania verbinden Uganda freundschaftliche Beziehungen.
Als einzige afrikanische Länder unterstützen Burundi und Uganda die Afrikanische Union mit der Entsendung von Soldaten und Militärausbildern zur Unterstützung der somalischen Übergangsregierung.
Uganda beherbergt regelmäßig eine große Anzahl von Flüchtlingen aus den Nachbarländern (2007 waren es 277.800), vor allem aus dem Sudan und der Dem. Rep. Kongo. Nach den Unruhen in Kenia kamen auch Flüchtlinge von dort.
Uganda bemüht sich um eine Stimme in multilateralen Foren, engagiert sich vor allem im Bereich Ostafrikas, der großen Seen und auf dem gesamten Kontinent.
Als Mitglied des Commonwealth fungierte Uganda als Gastgeber für das Commonwealth Head of State Meeting im November 2007. Keine Mühen und Kosten wurden gescheut um die Infrastruktur für ein solches Ereignis zu schaffen. Langfristig erhofft sich Uganda einen Aufschwung im internationalen Ansehen aber auch in der Wirtschaft und im Tourismus.
Auf der Seite des Statehouses finden sie aktuelle Berichte über Staatsbesuche oder auch Bilder aktueller Ereignisse.
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Kriege, Krisen und Hoffnung auf Frieden
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Der Krieg in Norduganda-
Hoffnung auf Frieden Im Februar 2008 gab es endlich eine Wende im 22-jährigen Konflikt in Norduganda. Ein erstes Friedensdokument wurde unterzeichnet, das u.a. einen dauerhaften Waffenstillstand vereinbart. Allerdings, so Kritiker, noch immer verhandelt Joseph Kony nicht selbst. Seine Repräsentanten kommen aus dem Exil, niemand weiß ob sie wirklich den Einfluß haben, den sie vorgeben.
Anfang April 2008 sollte der Friedensvertrag von Joseph Kony und Präsident Museveni im Südsudan unterzeichnet werden. Mehr als 200 Vertreter von Organisationen, Journalisten und Diplomaten waren versammelt um der wichtigen Zeremonie beizuwohnen. Doch der Rebellenführer kam nicht. "Es seien noch Details zu klären", war die Begründung. Inzwischen wurde bekannt, dass ein Konflikt innerhalb der LRA dem Stellvertreter Konys das Leben kostete. .
Immerhin ist in Norduganda bereits jetzt eine große Veränderung in der Sicherheitslage zu sehen, seit Monaten gibt es keine Entführungen und kaum Überfälle.
die Lord Resistance Army
Die Rebellen der Lord's Resistance Army (LRA) unter ihrem Anführer Joseph Kony überfielen Dörfer und kidnappten vor allem Kinder zwischen 9 und 16 Jahren. In den vergangenen Jahren wurden im Schnitt etwa 500 Kinder pro Monat entführt, gezwungen für die LRA zu kämpfen und sexueller Gewalt, physischer und psychischer Qual ausgesetzt.
Erste Friedensbemühungen
Unter der Regie des Vizepräsidenten der autonomen Region Südsudan Riek Machar wurden Mitte 2006 in Juba im Süden des Sudan Friedensgespräche unter Einhaltung eines Waffenstillstands, begonnen. Jedoch verliefen die Gespräche wegen gegenseitiger Vorwürfe zusehends im Sand. Beide Seiten erfüllten die Maßgaben nicht. Als größtes Hindernis für den Abschluß eines Friedensvertrages scheint die Verurteilung von Rebellenführer Joseph Kony und drei weiteren LRA Führern durch den internationalen Strafgerichtshof zu sein.
Inzwischen gibt es auch in diesem Punkt Bewegung. Rebellen mit schwerwiegenden Vorwürfen sollen von Ugandas High Court, andere von traditionellen Gerichten sog. Mato Oput verurteilt werden. 
Flüchtlinge im eigenen Land
Zu den schlimmsten Zeiten in Norduganda waren bis zu 2 Millionen Menschen
vor allem der Volksgruppe der Acholi in Flüchtlingslagern im eigenen Land. Inzwischen konnten ca. 500.000 Menschen in ihre Heimat zurückkehren, 1,2 Millionen sind noch in den Camps und eine ungewisse Anzahl von Menschen lebt in ugandischen Städten, oftmals in Slums der Vororte.
Die Situation in den Lagern ist oft katastrophal, Mangel an sauberem Trinkwasser, kaum Bildungschancen für die Kinder und schlechte sanitäre Bedingungen sind an der Tagesordnung.
Langsam entspannt sich die Situation. Doch noch immer sind die meisten Menschen nicht zurück auf ihrem Land . Die Regierung will die Menschen näher an ihre Dörfer in sog. "Zwischenlager" siedeln. Viele trauen dem Frieden noch nicht, andere kennen ihr Land gar nicht oder finden dort nichts mehr vor, im schlimmsten Fall ist das Land in anderem Besitz.
Einen bildlichen Eindruck über die Situation der entwurzelten Menschen erhalten Sie bei einem Besuch der Fotoreportage von Avsi

Noch immer leben 1,2 Millionen Menschen im Norden Ugandas in Flüchtlingscamps.
© Bild: G. Ehrler
Diese Frauen in Gulu, Norduganda haben sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen. Sie versuchen mit Nähprodukten ein wenig Geld für ihre Familien zu verdienen © Bild: G. Ehrler
Kindersoldaten
Früher gingen erwachsene Männer in den Krieg, Frauen und Kinder blieben zu Hause. Dies änderte sich in den letzten Jahrzehnten.
Bereits während des Buschkriegs Musevenis NRA und seiner Guerillas wurden Kinder rekrutiert - freilich oftmals Waisen, deren Eltern umgekommen waren. Die Autorin "China Keitetsi" beschreibt in ihrem Buch Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr wie sie als damals 8-jähriges Mädchen von den Anhängern Musevenis enführt und in die Ränge der Rebellen gezwungen wurde. Die ugandische Regierung allerdings stellt das Buch als frei erfunden dar.
Im Konflikt der Lord Resistance Army in Norduganda sollen nach Schätzungen über 20.000 Kinder im Alter zwischen 10 und 15 Jahren entführt zu Kampfhandlungen gezwungen worden sein.
Jüngere Kinder wurden ebenfalls entführt und zum Tragen der Lasten gezwungen. Nur wenige der Kinder konnten fliehen.
Die Filmemacher Ali Samadi Ahadi und Oliver Stoltz haben die schwierige Wiedereingliederung der Kindersoldaten in die Gemeinschaft in ihrem Film Lost Children dokumentiert.
Heute behauptet die ugandische Armee sie würde keine Kinder als Soldaten rekrutieren. Doch laut der Gesellschaft für bedrohte Völker tut die Armee nicht genug um zu verhindern, dass Kinder als Soldaten verpflichtet werden.
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Konfliktlage "Große Seen"
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Die Krise der zentralafrikanischen Region der Großen Seen
Vielschichtig sind die Ursachen für den Ausbruch des sog. Ersten Afrikanischen Weltkrieges (1994). Jahrelange Instabilität im damaligen Zaire (heute Dem. Rep. Kongo) unter Mobutu führte zu immer mehr Chaos, dies widerum bot ideale Rückzugsmöglichkeiten für Rebellen der Nachbarländer, so auch für die sog. ADF (Allied Democratic Force) Ugandas, die Terror in Westuganda verbreitete und deren Rebellen sich in Kongos Bergen und Wäldern versteckten.
Das Genozid in Ruanda löste eine Flüchtlingswelle in die Nachbarländer aus, dies verursachte widerum eine unabschätzbaren Gefahrenquelle für die umliegende Region.
Uganda und Ruanda mögen noch einen guten Grund gehabt haben in den Kongo einzumarschieren, doch die folgende Ausbeutung kongolesischer Bodenschätze war sicher nicht mehr legitim.
Im Jahr 1998 kam es zur zweiten Phase der Auseinandersetzung. Die früheren Unterstützer Kabilas, v.a. Uganda und Ruanda verbündeten sich mit kongolesischen Rebellen und wandten sich gegen ihn, Kabila widerum bekam u. a. Unterstützung von Angola, Simbabwe, Namibia.
Im Juli/August 1999 unterzeichneten die Konfliktparteien das sog. Lusaka Abkommen. Alle am Konflikt beteiligten Staaten einschließlich Uganda haben daraufhin ihre Truppen offiziell zurückgezogen.
Der Genozid und die Folgen mag inzwischen lange zurück liegen. Doch bis heute sind vor allem im Osten des Kongos Unruhen. Dies bedeutet eine angespannte Situation für Uganda. Zum einen kommen immer wieder kongolesische Flüchtlinge nach Uganda, zum anderen gab es auch in jüngster Zeit Tote auf ugandischer Seite. Hier spielt vor allem das Erdölvorkommen am Lake Albert eine Rolle.
In der Westnilregion gibt es auch ein positives Beispiel, wie Frieden durch die Wiedereingliederung der Rebellen mit Unterstützung der Bevölkerung erreicht werden konnte.
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