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Togo
Seite 3: Wirtschaft & Entwicklung

Wirtschaft

 

 


Verladung von Phosphat in Kpemé © Goethe-Institut Lomé

 

 

 

Die Wirtschaftsstruktur Togos ist immer noch durch die aus der Kolonialzeit resultierenden Disparität zwischen dem entwickelteren Süden und dem weitgehend auf der Basis traditioneller Subsistenzwirtschaft lebenden Norden gekennzeichnet. Togo ist, abgesehen von den Phosphatvorkommen (in geringeren Mengen auch Kalkstein, Marmor u. a. Bodenschätze), ein rohstoffarmes, tropisches regenabhängiges Agrarland.

Die Bevölkerung findet ihr Auskommen größtenteils in der Landwirtschaft, in der etwa zwei Drittel der Bevölkerung arbeiten. Die Selbstversorgung mit den Grundnahrungsmitteln ist gewährleistet, allerdings sehr fragil. Dürre oder Überschwemmungen können schnell zu ernsten Versorgungsengpässen führen. Im Süden werden Mais, Maniok und Ölpalmen gepflanzt, im Dreieck Kpalimé, Atakpamé und Badou werden Kaffee und Kakao kultiviert während in der Zentralregion Baumwolle und Jams die wichtigsten Kulturen sind und weiter im Norden der Anbau von Hirse/Sorghum und die Rinderhaltung eine größere Rolle spielen.

Die relativ bescheidene industrielle Produktion beruht hauptsächlich auf dem Abbau und der Verarbeitung von Phosphat und der Zementproduktion, die inzwischen die Exporterlöse des Phosphats überrundet hat. Daneben sind es Betriebe der lebensmittelverarbeitenden Industrie und der Produktion einfacher Industriewaren (Plastikartikel, Baustoffe), die größtenteils im Lande verbleiben und zu etwa einem Drittel in die CEDEAO-Staaten exportiert werden.



Essensverkäufer in Sokodé © Goethe Institut Lomé

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist der informelle Sektor, in dem ca. 20 - 25% der Bevölkerung beschäftigt sind und in dem etwa 20% des BIP erwirtschaftet werden. Der Conseil des Ministres verabschiedete unlängst ein Dekret um diesen Bereich besser zu organisieren.

Ein wichtiger Sektor im Wirtschaftsleben Togos ist der Handel, wobei der Transithandel vom Hafen Lomé in die Sahelländer von großer Bedeutung ist. In der in Hafennähe eingerichteten Freihandelszone SAZOF haben sich bislang über 60 Unternehmen, meist mit ausländischer Kaptitalbeteiligung, niedergelassen.

Das Auswärtige Amt informiert in einer kurzen Übersicht über die Wirtschaft Togos und auf dem Wirtschaftsportal Togo-Economie finden sich diverse Seiten und Artikel zu allen Aspekten des Wirtschaftslebens. Die Banque de France stellt im Rapport Zone franc – 2006 ein aktuelles Wirtschafts- und Finanzprofil Togos vor. Wirtschaftsnachrichten finden Sie in La Tribune économique du Togo auf den Seiten von IZF.net. Die Afrika relevanten Wirtschaftsmagazine sind: Les Afriques, CommodAfrica und Marchés Tropicaux, die als Printausgabe eingestellt wird.


Phosphate Mining at SNPT (Societe Nouvelle des Phosphates de Togo), 2007-12-02. Licensed under CC-BY-SA by permission of the author, Alexandra Pugachevsky

 

ECOWAS
Karte der ECOWAS-Staaten
© (ECOWAS Mitgliedsstaaten GNU-FDL )

 


Die neuen Geldscheine der Westafrikanischen Francs-Zone © Fotos Otto Frick

Regionale Integration

Togo ist Mitglied der CEDEAO - Communauté Économique des États de l'Afrique de l'Ouest, der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (in Englisch ECOWAS), der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEOMA mit der Zentralbank BCEAO. Die gemeinsame Währung, der Franc CFA - Communauté Financière Africaine, ist im festen Verhältnis (1 € = 655,957 Francs CFA) an den Euro gebunden. Im Portal der Banque de France finden Sie erschöpfende Informationen über die Franc-Zone: Berichte, Karten, Statistiken, Verträge, Publikationen und weiterführende Links. Togo gehört der Bourse Régionale des Valeurs Mobilières (BRVM) an, der Regionalbörse der UEOMA, ist Mitglied der African Development Bank Group und der BOAD, der westafrikanischen Entwicklungsbank mit Sitz in Lomé. Das Magazin Togodumevi stellt die Banken in Lomé auf einer Seite vor. Im Internetportal IZF- investir en zone franc, das von der UEOMA betrieben wird, finden interessierte Investoren im Guide pratique de vos affaires wichtige Informationen und Adressen zum Geschäftsleben in Togo. Die Revue économique veröffentlichte die Studie einer Analyse der Zoll-Union innerhalb der UEOMA. Togo ist Mitglied im Conseil de l'Entente, dem auch Bénin, Burkina Faso, die Elfenbeinküste und Niger angehören. Doch scheinen diese Integrationsanstrengungen noch nicht an der Basis angekommen zu sein: Journalisten berichteten ernüchternd von Tracasseries (Schikanen) durch die Polizei, die sie bei einer Transit-Reise durch die drei CEDEAO-Staaten Bénin, Togo und Ghana erlebten.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zu Bénin und Nigeria sollen durch die 2007 vereinbarte Zone d'alliance de la co-prospérité - Co-Prosperity Alliance Zone COPAZ intensiviert werden. Mit Bénin existiert bereits im Energie-Sektor die gemeinsam betriebene Communauté Electrique du Bénin (CEB). Die Pipeline des West African Gas Pipeline (WAGP) Project wurde 2007 fertiggestellt und versorgt Bénin, Togo und Ghana mit nigerianischem Erdgas.

Wirtschaftsindikatoren, Analysen, Statistiken

Die wichtigsten Daten und Zahlen zum Wirtschaftsprofil Togos gibt es bei Index Mundi. Togo-Economie veröffentlichte eine Tabelle mit den wichtigsten Wirtschafts- und Finanzindikatoren. Die Regierung publizierte eine Wirtschaftsanalyse und zieht darin eine Bilanz, die den wirtschaftlichen Niedergang Togos der letzten 15 Jahre widerspiegelt. Der von den amerikanischen World Investment News herausgegeben Togo Investor's Guide verspricht eine positive und nachhaltige sozio-politische Entwicklung.

Wirtschaftspolitik und Entwicklungspotential

Das wichtigste Ziel von Präsident Faure Gnassingbé war, die supendierte Kooperation mit der EU wieder aufzunehmen, was Ende 2007 auch gelang. Auch Außenminister Steinmeier bestätigte das Ende der Sanktionen bei seinem Besuch in Lomé. Im Rahmen des 10. Europäischen Entwicklungsfonds (10. EEF) wurde Togo finanzielle Hilfe zugesagt (siehe w. u. Internationales Engagement). Neben den Beziehungen zur EU, dem IWF und der Weltbank versuchte Togo auch die wirtschaftlichen Beziehungen zur VR China, Japan und einigen arabischen Staaten zu intensivieren.
Der Bertelsmann Transformations-Index informiert über die politische und wirtschaftliche Entwicklung und Transformation der letzten Jahre. Auf der Togo-Seite des Index der wirtschaftlichen Freiheit 2008, einem Jahrbuch des Wall Street Journal's und der Heritage Foundation nimmt Togo Rang 140 von 157 Ländern ein, in der Kategorie "repressed". Auch im Ranking der Weltbank Doing Business 2008, das den Zeitraum von April 2006 bis Juni 2007 erfasst, nimmt Togo einen Platz 156 von 178 Ländern ein und gehört somit zu den schwierigsten Ländern der Welt. Informationen zur rechtlichen Situation im Wirtschaftsbereich finden Sie auf den Seiten von Droit-Afrique sowie weiterführende Links zu den internationalen Organisationen mit denen Togo verbunden ist.

 



Herstellung von Gari, einem Produkt aus Maniok
© Goethe-Institut Lomé

Produkte und Produktionsweisen

Landwirtschaft
Als Cash crops werden in Togo Baumwolle, Kaffee, Kakao und Ölfrüchte angebaut. Für den Eigenbedarf werden Jams, Maniok, Mais, Hirse/Sorghum, Reis, Bohnen, Erdnüsse, Zuckerrohr und eine Reihe von weiteren Feldfrüchten, bzw. Obstpflanzen kultiviert. Laut Statistik der FAO sind Jams, Mais und Maniok die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte. Togo steht mit seinem Anteil an der Weltproduktion von Jams an 5. Stelle, mit Karité-Früchten an 7. Stelle und mit Kakao-Bohnen an 16. Stelle. Togo ist Mitglied in der COPAL – Cocoa Producers' Alliance sowie bei WARDA - dem Africa Rice Center. Die wirtschaftlichen Aspekte der Landwirtschaft am Beispiel von Maniok und Mais werden hier beschrieben.
Die Mühen der traditionellen Landwirtschaft bei den Moba in Nordtogo zeigt eindrucksvoll ein Film von TV5. Die FAO schildert in einer Studie die Vermarktung von Gartenbauerzeugnissen und neuen Absatzmärkten in der Savannenregion und das Thema Wasser und künstliche Bewässerung im Bereich der Landwirtschaft wird in einem Artikel dargestellt und mit Tabellen ergänzt.
Auf den Seiten des französischen Forschungsinstituts für die tropische Landwirtschaft - IRAD finden Sie interaktive Infoseiten zu einigen wichtigen Nutzpflanzen der Region. Togoische Kakao-Pflanzer wollen von ihren ghanaischen Kollegen erfahren, wie Kakao fair produziert und gehandelt wird, berichtete die taz. Die Speiseölfabrik NIOTO - Nouvelle Industrie des Oléagineux du Togo produziert auch aus Baumwollkernen Speiseöle.
Die Tierhaltung ist weniger als Zucht- oder Mastbetrieb ausgerichtet, sondern wird extensiv betrieben. Es handelt sich hierbei um Hühner, Ziegen, Schweine, Schafe und im Norden auch Rinder. Das wohl beliebteste, aber auch teuerste Fleisch stammt vom Agouti, dessen Domestizierung erst vor wenigen Jahrzehnten begonnen hat. Der Fischfang erfolgt eher mit traditionellen Methoden, wie das Filmbeispiel zeigt. Togo muß zusätzlich Fleisch und Fisch importieren, um den eigenen Bedarf zu decken.


Die Früchte des Neem-Baums
© Keith Lindsey

Forstwirtschaft
In einer Tabellen-Übersicht informiert die FAO über die togoische Forstwirtschaft, die gesamtwirtschaftlich gesehen, von geringerer Bedeutung ist. Die wichtigsten Bäume der Aufforstungsprogramme und der Pflanzungen sind Teak- und Eukalyptus-Bäume. Das französische Aufforstungsprojekt in Eto soll die Stadt Lomé mit Brennholz aus Eukalyptus-Bäumen versorgen (Projektbericht mit vielen Tabellen und Fotos).
Aus den Früchten des Karité-Baumes wird die Karité- oder Shea-Butter gewonnenen, die als Speisefett, aber auch in der Bio-Kosmetik Verwendung findet. Auch der Neem-Baum kann vielseitig genutzt werden.
In Togo gilt das traditionelle Boden-Nutzungsrecht neben dem von der Kolonialverwaltung eingeführten Katasterwesen. Manchen Nutzern ist es deshalb nicht erlaubt, Bäume zu pflanzen. Entsprechend den Traditionen sind Frauen in Nordtogo durch das patrilineare Erbrecht benachteiligt.

Transport von Matten
© Creative Transport, Ferdinand Reus, licensed under the terms of the cc-by-sa-2.0.
Verkehr
Die drei Eisenbahnlinien, die noch aus der deutschen Kolonialzeit stammen, sind stillgelegt und werden "andersweitig genutzt". Lediglich kleine, später erbaute Stichbahnen befördern Phosphat und Zement von den Lagerstätten zum Hafen. Das Handelsblatt berichtet über neue Eisenbahnlinien sowohl in Togo als auch in anderen westafrikanischen Ländern, die mit internationalen Investoren aus Indien und China realisiert werden sollen. Die Straßen bilden heute den wichtigsten Verkehrsträger und Togo verfügt über ein relativ gutes Straßennetz. Die Regierung startet eine Offensive, um die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren. Radio Lomé und IrinNews berichten über das Phänomen der Oléyia oder Zémidjans, wie die Moto-Taxis in Togo genannt werden. Den witzigsten Beitrag zu diesem populären urbanen Verkehrsmittel liefert die Musik-Gruppe Toofan.


Holzkohleverkäuferinnen
© Goethe-Institut Lomé

 

Energie
Togo kann nur einen Teil des benötigten Strombedarfs selber produzieren und ist von Stromimporten aus Ghana und der Elfenbeinküste abhängig. Strom ist immer noch für einen großen Teil der Bevölkerung, vor allem auf dem Land, ein ferner Luxus. Über 80% des Energiebedarfs werden über Holz, bzw. Holzkohle abgedeckt. Ein 30-minütiger Werbefilm der Hochtief von 1988 zeigt eindrucksvoll den Bau des Nangbeto Staudamms, der gemeinsam mit Bénin zur Elektrizitätsgewinnung betrieben wird. Ein weiterer Staudamm zur Energiegewinnung ist am Unterlauf des Mono, in Adjarala projektiert. Die VN stellen einen Bericht über Staudämme, Energieversorgung und Entwicklungsprojekte vor. Es gibt mehrere private Initiativen, darunter einige von Togoern, die in Deutschland leben, in Togo Solarenergie einzuführen.

 

Industrie und verarbeitendes Gewerbe
Im internationalen Vergleich ist dieser Sektor von geringerer Bedeutung. Auf dem ersten Platz bei den Exporterlösen steht die Zementproduktion, die von den Firmen Wacem und Heidelberg-Zement betrieben wird. Die Phosphatproduktion, die noch in den 1990er Jahren mehr als die Hälfte der Exporterlöse erzielte, wurde zwar 2002 teilprivatisiert, Missmanagment und Verfall der Weltmarktpreise führten jedoch das Unternehmen in die Krise. Neue Investoren sind gefragt. Die Regierung zitierte Berichte der Wochenzeitung L'Union über die Neustrukturierung von maroden Betrieben und Gesellschaften, wie z. B. der Baumwollgesellschaft SOTOCO. Die lebensmittelverarbeitende Industrie besteht u. a. aus einer Getreidemühle, Speiseölfabrik, Brauerei, Zuckerraffinerie, Betrieben zur Verarbeitung von Milchprodukten, Tiefkühlprodukten wie Hühner, Schalentieren und Fischen, Fleischproduktion und Bio-Trockenfrüchten. Eine Liste der Unternehmen, die sich in der Freihandelszone niederliessen veröffentlichte die Société d’Administration des Zones Franches (SAZOF).

Tourismus
Der Tourismus kam in den letzten 15 Jahren fast gänzlich zum Erliegen, sieht man von den wenigen Geschäftsleuten ab, die sich in Togo aufhielten. Togo hat touristische Potentiale (siehe Kapitel 5), die einem gehobeneren Individualtourismus gerecht werden könnten.


Eine Boutique mit Artikeln des täglichen Bedarfs © Goethe-Institut Lomé

Der Hafen, der Handel und der informelle Sektor

Seit der Gründung von Popovi/Aného im 17. Jh. und von Lomé 1877 ist die Küste Togos Teil des atlantischen Handels, was die Mentalität des Südens bis heute prägt. Ohne Handel hätte es wohl auch keine Togo-Kolonie gegeben. Egal ob im informellen Bereich Zigaretten en detail verkauft werden oder ob im großen Stil Waren aus Übersee importiert und in die Nachbarländer exportiert werden: der Handel generell ist einer der wichtigen Sektoren der Wirtschaft. Togo ist seit 1995 Mitglied der WTO. Das Internationale Handelszentrum UNCTAD/WTO veröffentlichte eine sehr detaillierte Tabelle der togoischen Exporte sowie der Importe der Jahre 2001-2005.

Der Hafen in Lomé, der in den 1960er Jahren mit deutscher finanzieller Hilfe als moderner Tiefseehafen ausgebaut wurde, ist von großer Bedeutung für Togo als Transitland im Warenverkehr mit Mali, Burkina Faso und Niger. Auch im Handel zwischen den wirtschaftlich bedeutenden Produzenten wie Nigeria, Ghana und Elfenbeinküste spielt Togo eine wichtige Rolle als Transitland. Aber auch der informelle Handel mit den Nachbarländern spielt eine nicht unwesentliche Rolle, wie den beiden Artikeln über den Schmuggel an der Grenze Ghana-Togo und an der Grenze Togo-Bénin zu entnehmen ist. Togo scheint auch Drehscheibe im internationalen Drogenschmuggel zu sein, wie in dem Filmclip gezeigt wird. Der Hafen ist einer der größten Umschlagplätze der Region für Gebrauchtfahrzeuge aus Europa.

 


Markt in Lomé © Goethe-Institut Lomé

 


Nachtmarkt © Goethe-Institut Lomé

Eines der "Wahrzeichen" von Lomé sind die legendären Nana Benz, die Stoffhändlerinnen mit dem Auto als Statussymbol, die als Grossistinnen die Pagnes genannten Tücher vorzugsweise in den Niederlanden bestellen und von ihren Lagern in Lomé aus an ein gut funktionierendes Netz von Zwischenhändlerinnen weiterhandeln. Ein Artikel bringt uns die Geschichte, Mode und Wax-Stoffe der Firma Vlisco näher. Die neue Generation der Nanas-Benz von Togo und das unternehmerische Vermächtnis der Nana Benz und wie die junge Generation der Stoffhändlerinnen Geschäfte mit China betreiben, um konkurrenzfähig zu bleiben, beschreiben die beiden Artikel.

Der französische Reiseführer Le Routard hat sich auf den Märkten Lomés umgesehen und präsentiert neben den Texten auch einige schöne Fotos. Der Tiermarkt in Gbossimé, einem Stadtteil in Lomé, vermittelt eine Stimmung der Sahelzone, da viele der muslimischen Händler aus dem Norden stammen. Eine eindrucksvolle s/w Fotoserie zeigt junge Mädchen, die als Lastenträgerinnen auf dem Markt in Lomé arbeiten.
Als Beispiel der Mikroökonomie publizierte das Wirtschaftsmagazin Brand Eins das Kurzporträt eines Kaufmanns in Togo. In einem Film berichten selbstständige Unternehmer, die als Zeltverleiher bei Beerdigungen und anderen Veranstaltungen ihre Dienste anbieten. Le Togolais stellt die Frage, ob sich der Betrieb eines Cybercafés in Togo lohnt. Auf der Seite von Togocity sind zwei Filmclips zu sehen: Les rues de Soviepé mit Straßenszenen aus einem Quartier populaire und in Une entreprise togolaise einen Polstereibetrieb und seine Mitarbeiter.

Entwicklung und Entwicklungs-politik

Armut und Armutsbekämpfung

Togo gehört zu den ärmsten Länder der Welt. Im HDI Ranking der VN von 2007/2008 nimmt Togo Platz 152 von 177 ein. Im Oktober 2005 veröffentlichte das Entwicklungsministerium einen Bericht zur Armutsbekämpfung auf der Grundlage von Umfragen in der Bevölkerung. Die Weltbank beziffert im Länderprofil Togo das BIP 2006 mit einem Anwachsen auf 4,1% (im Vergleich zu 1,8% der vergangenen zwei Jahre). Für 2007 werden 2,1% geschätzt und 2008 werden mit 3% gerechnet. Der IWF spricht in seinem neuesten Zwischenbericht zur Armutsbekämpfung von 62 Prozent der Bevölkerung, die unterhalb der Armutsgrenze leben. In den ländlichen Gebieten sind es sogar 74%, im Gegensatz zu 37% im städtischen Milieu.
Die tabellarische Übersicht zeigt, dass Togo keines der Milleniumsziele auch nur annähernd verfolgt oder gar erreicht hat. Auf der interaktiven Länderseite finden Sie den Bericht von 2004 in ganzer Länge. Die Rahmenbedingen der VN für die Entwicklungshilfe in Togo (UNDAF 2008 – 2012) finden Sie im vollen Wortlaut unter der Devise "Sich den Herausforderungen der Milleniumsziele zu stellen".
Auch in Togo machen sich die Verteuerungen bei den Lebensmittelpreisen empfindlich bemerkbar.
 

Nationale Entwicklungsanstrengungen

Die Anstrengungen der Regierung unter Faure Gnassingbé um die Wiederaufnahme der EZ mit der EU waren erfolgreich, und die EU nahm im November 2007 die volle Zusammenarbeit mit Togo wieder auf. Die langfristigen nationalen Entwicklungsstrategien Togos, die auf Grundlage der Milleniumsziele geplant wurden, sind in dem Bericht Le Togo se mobilise autour des OMD dargelegt. In Togo investieren, so lautet die Aufforderung der SAZOF, der Freihandelszone, die 1989 gegründet wurde, um ausländische Investoren ins Land zu holen. Mittlerweile haben mehr als 60 Unternehmen ihre Produktion aufgenommen und weitere 30 sind dabei, sich niederzulassen. Doing Business veröffentlichte die interessante Seite Dealing with Licenses in Togo, die in einer Tabelle zeigt, wieviel Zeit und welche Kosten aufgewendet werden müssen, um ein Warenlager zu bauen. Ein Kurzinterview mit dem Vertreter der Weltbank zu den Reformen der Staatsfinanzen wurde auf der Website der Regierung veröffentlicht. Der Eintritt ins Rentenalter bei den Angestellten im öffentlichen Dienst wurde im Hinblick auf Finanzeinsparungen von 55 Jahren auf 60 Jahre heraufgesetzt. Das Portail Togolais du Développement präsentiert aktuelle Artikel, Akteure der EZ, Links, Berichte der Regierung, der Wirtschaft, Zivilgesellschaft und andere themenspezifische Informationen.

Internationales Engagement

Die Beziehungen der EU mit Togo werden hier aktuell skizziert. Im 10. Europäischen Entwicklungsfonds gehört auch Togo zu den Empfängerländern. Die Délégation de la Commission Européenne auprès de la République Togolaise hat auf ihrer Homepage Nachrichten und Berichte, auch als PDF-Dateien. Das Portal der Vereinten Nationen und Unterorganisationen, die in Togo vertreten sind, informiert über die Projekte und bietet Berichte als Downloads an. Die Weltbank hat ihren Togo Financial Sector Review Abschlussbericht von 2006 vorgelegt. Togo durchlief seit 1979 mehrere Strukturanpassungsprogramme, deren soziale Folgen sich durch Einsparungen in den Bereichen Gesundheit und Bildung bemerkbar machten.
Der Pariser Club hat auf der Togo-Seite mehrere Dokumente versammelt, die die Verschuldungen Togos aufzeigen. Am 12. Juni 2008 wurde Togo ein Schuldenerlass in Höhe von 347 Mio. Dollar gewährt. Einen guten allgemeinen Überblick zur Logik der Schuldenerleichterung für die ärmsten Länder bietet der IWF in deutscher Sprache.

Der Geldtransfer von Togoern aus dem Ausland ist nicht unerheblich. Laut einer Studie, die die gtz im Auftrag des BMZ 2007 durchführte, wurden im Jahr 2006 allein aus Deutschland neun Millionen Euro nach Togo transferiert.

 

Deutsche Entwicklungs- und Hilfsorganisationen

Die Suspendierung der Kooperation der EU mit Togo von 1993 bis Ende 2007 reduzierte auch die Projekte vor Ort drastisch. Von den Personalentsendeorganisationen war der DED die einzige deutsche Organisation, die in Togo blieb und mit einem verkleinertem Team in den Programmbereichen der Aids-Präventionund der Demokratieförderung zur Stärkung der Zivilgesellschaft weiterarbeitete. Die Hanns-Seidel-Stiftung arbeitet in den Bereichen Sensibilisierung und Fortbildung der Zivilgesellschaft sowie der Förderung der Dezentralisierung. Auf ihrer Togo-Landesseite finden Sie eine monatliche Berichterstattung über die aktuelle Entwicklung Togos.

Das Goethe-Institut, das im April 2005 durch einen Brandanschlag zerstört wurde, konnte nach Schadensersatzleistung durch die togoische Regierung seit September 2006 seine Arbeit wieder uneingeschränkt aufnehmen. Der DAAD beschäftigt in Lomé eine Fachkraft aus Deutschland, die Fortbildungsprogramme für die togoischen Deutschlehrer entwickelt.

Andere Organisationen, die im Gesundheitsbereich, in sozialen und karitativen Einrichtungen tätig sind und mit einheimischen NRO zusammenarbeiten, waren in Togo oft nur mit einer Person vertreten oder entsendeten temporäre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die SOS-Kinderdörfer unterhalten in Lomé und in Kara Kinderdörfer und andere Einrichtungen, während Plan-International in allen Regionen vertreten ist. Die Norddeutsche Mission, Brot für die Welt, der eed - Evangelische Entwicklungsdienst und die katholische AGEH - Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe unterstützen Projekte im Bereich der Zivilgesellschaft. Beim Internationalen Roten Kreuz finden Sie Berichte während das Togoische Rote Kreuz die Landesschwerpunkte skizziert. Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe DAHW unterhält mehrere Projekte in Togo.

 

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