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Togo
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Die Wirtschaftsstruktur Togos ist immer noch durch die aus der Kolonialzeit resultierenden Disparität zwischen dem entwickelteren Süden und dem weitgehend auf der Basis traditioneller Subsistenzwirtschaft lebenden Norden gekennzeichnet. Togo ist, abgesehen von den Phosphatvorkommen (in geringeren Mengen auch Kalkstein, Marmor u. a. Bodenschätze), ein rohstoffarmes, tropisches regenabhängiges Agrarland.
Die Bevölkerung findet ihr Auskommen größtenteils in der Landwirtschaft, in der etwa zwei Drittel der Bevölkerung arbeiten. Die Selbstversorgung mit den Grundnahrungsmitteln ist gewährleistet, allerdings sehr fragil. Dürre oder Überschwemmungen können schnell zu ernsten Versorgungsengpässen führen. Im Süden werden Mais, Maniok und Ölpalmen gepflanzt, im Dreieck Kpalimé, Atakpamé und Badou werden Kaffee und Kakao kultiviert während in der Zentralregion Baumwolle und Jams die wichtigsten Kulturen sind und weiter im Norden der Anbau von Hirse/Sorghum und die Rinderhaltung eine größere Rolle spielen. Die relativ bescheidene industrielle Produktion beruht hauptsächlich auf dem Abbau und der Verarbeitung von Phosphat und der Zementproduktion, die inzwischen die Exporterlöse des Phosphats überrundet hat. Daneben sind es Betriebe der lebensmittelverarbeitenden Industrie und der Produktion einfacher Industriewaren (Plastikartikel, Baustoffe), die größtenteils im Lande verbleiben und zu etwa einem Drittel in die CEDEAO-Staaten exportiert werden. |
Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist der informelle Sektor, in dem ca. 20 - 25% der Bevölkerung beschäftigt sind und in dem etwa 20% des BIP erwirtschaftet werden. Der Conseil des Ministres verabschiedete unlängst ein Dekret um diesen Bereich besser zu organisieren. Ein wichtiger Sektor im Wirtschaftsleben Togos ist der Handel, wobei der Transithandel vom Hafen Lomé in die Sahelländer von großer Bedeutung ist. In der in Hafennähe eingerichteten Freihandelszone SAZOF haben sich bislang über 60 Unternehmen, meist mit ausländischer Kaptitalbeteiligung, niedergelassen. Das Auswärtige Amt informiert in einer kurzen Übersicht über die Wirtschaft Togos und auf dem Wirtschaftsportal Togo-Economie finden sich diverse Seiten und Artikel zu allen Aspekten des Wirtschaftslebens. Die Banque de France stellt im Rapport Zone franc – 2006 ein aktuelles Wirtschafts- und Finanzprofil Togos vor. Wirtschaftsnachrichten finden Sie in La Tribune économique du Togo auf den Seiten von IZF.net. Die Afrika relevanten Wirtschaftsmagazine sind: Les Afriques, CommodAfrica und Marchés Tropicaux, die als Printausgabe eingestellt wird.
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Regionale Integration Togo ist Mitglied der CEDEAO - Communauté Économique des États de l'Afrique de l'Ouest, der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (in Englisch ECOWAS), der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEOMA mit der Zentralbank BCEAO. Die gemeinsame Währung, der Franc CFA - Communauté Financière Africaine, ist im festen Verhältnis (1 € = 655,957 Francs CFA) an den Euro gebunden. Im Portal der Banque de France finden Sie erschöpfende Informationen über die Franc-Zone: Berichte, Karten, Statistiken, Verträge, Publikationen und weiterführende Links. Togo gehört der Bourse Régionale des Valeurs Mobilières (BRVM) an, der Regionalbörse der UEOMA, ist Mitglied der African Development Bank Group und der BOAD, der westafrikanischen Entwicklungsbank mit Sitz in Lomé. Das Magazin Togodumevi stellt die Banken in Lomé auf einer Seite vor. Im Internetportal IZF- investir en zone franc, das von der UEOMA betrieben wird, finden interessierte Investoren im Guide pratique de vos affaires wichtige Informationen und Adressen zum Geschäftsleben in Togo. Die Revue économique veröffentlichte die Studie einer Analyse der Zoll-Union innerhalb der UEOMA. Togo ist Mitglied im Conseil de l'Entente, dem auch Bénin, Burkina Faso, die Elfenbeinküste und Niger angehören. Doch scheinen diese Integrationsanstrengungen noch nicht an der Basis angekommen zu sein: Journalisten berichteten ernüchternd von Tracasseries (Schikanen) durch die Polizei, die sie bei einer Transit-Reise durch die drei CEDEAO-Staaten Bénin, Togo und Ghana erlebten. Die wirtschaftlichen Beziehungen zu Bénin und Nigeria sollen durch die 2007 vereinbarte Zone d'alliance de la co-prospérité - Co-Prosperity Alliance Zone COPAZ intensiviert werden. Mit Bénin existiert bereits im Energie-Sektor die gemeinsam betriebene Communauté Electrique du Bénin (CEB). Die Pipeline des West African Gas Pipeline (WAGP) Project wurde 2007 fertiggestellt und versorgt Bénin, Togo und Ghana mit nigerianischem Erdgas. Wirtschaftsindikatoren, Analysen, Statistiken Wirtschaftspolitik und Entwicklungspotential |
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Produkte und Produktionsweisen |
| Forstwirtschaft In einer Tabellen-Übersicht informiert die FAO über die togoische Forstwirtschaft, die gesamtwirtschaftlich gesehen, von geringerer Bedeutung ist. Die wichtigsten Bäume der Aufforstungsprogramme und der Pflanzungen sind Teak- und Eukalyptus-Bäume. Das französische Aufforstungsprojekt in Eto soll die Stadt Lomé mit Brennholz aus Eukalyptus-Bäumen versorgen (Projektbericht mit vielen Tabellen und Fotos). Aus den Früchten des Karité-Baumes wird die Karité- oder Shea-Butter gewonnenen, die als Speisefett, aber auch in der Bio-Kosmetik Verwendung findet. Auch der Neem-Baum kann vielseitig genutzt werden. In Togo gilt das traditionelle Boden-Nutzungsrecht neben dem von der Kolonialverwaltung eingeführten Katasterwesen. Manchen Nutzern ist es deshalb nicht erlaubt, Bäume zu pflanzen. Entsprechend den Traditionen sind Frauen in Nordtogo durch das patrilineare Erbrecht benachteiligt. |
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![]() Transport von Matten © Creative Transport, Ferdinand Reus, licensed under the terms of the cc-by-sa-2.0. |
Verkehr Die drei Eisenbahnlinien, die noch aus der deutschen Kolonialzeit stammen, sind stillgelegt und werden "andersweitig genutzt". Lediglich kleine, später erbaute Stichbahnen befördern Phosphat und Zement von den Lagerstätten zum Hafen. Das Handelsblatt berichtet über neue Eisenbahnlinien sowohl in Togo als auch in anderen westafrikanischen Ländern, die mit internationalen Investoren aus Indien und China realisiert werden sollen. Die Straßen bilden heute den wichtigsten Verkehrsträger und Togo verfügt über ein relativ gutes Straßennetz. Die Regierung startet eine Offensive, um die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren. Radio Lomé und IrinNews berichten über das Phänomen der Oléyia oder Zémidjans, wie die Moto-Taxis in Togo genannt werden. Den witzigsten Beitrag zu diesem populären urbanen Verkehrsmittel liefert die Musik-Gruppe Toofan. |
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Energie |
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Industrie und verarbeitendes Gewerbe |
![]() Eine Boutique mit Artikeln des täglichen Bedarfs © Goethe-Institut Lomé |
Der Hafen, der Handel und der informelle Sektor Seit der Gründung von Popovi/Aného im 17. Jh. und von Lomé 1877 ist die Küste Togos Teil des atlantischen Handels, was die Mentalität des Südens bis heute prägt. Ohne Handel hätte es wohl auch keine Togo-Kolonie gegeben. Egal ob im informellen Bereich Zigaretten en detail verkauft werden oder ob im großen Stil Waren aus Übersee importiert und in die Nachbarländer exportiert werden: der Handel generell ist einer der wichtigen Sektoren der Wirtschaft. Togo ist seit 1995 Mitglied der WTO. Das Internationale Handelszentrum UNCTAD/WTO veröffentlichte eine sehr detaillierte Tabelle der togoischen Exporte sowie der Importe der Jahre 2001-2005. Der Hafen in Lomé, der in den 1960er Jahren mit deutscher finanzieller Hilfe als moderner Tiefseehafen ausgebaut wurde, ist von großer Bedeutung für Togo als Transitland im Warenverkehr mit Mali, Burkina Faso und Niger. Auch im Handel zwischen den wirtschaftlich bedeutenden Produzenten wie Nigeria, Ghana und Elfenbeinküste spielt Togo eine wichtige Rolle als Transitland. Aber auch der informelle Handel mit den Nachbarländern spielt eine nicht unwesentliche Rolle, wie den beiden Artikeln über den Schmuggel an der Grenze Ghana-Togo und an der Grenze Togo-Bénin zu entnehmen ist. Togo scheint auch Drehscheibe im internationalen Drogenschmuggel zu sein, wie in dem Filmclip gezeigt wird. Der Hafen ist einer der größten Umschlagplätze der Region für Gebrauchtfahrzeuge aus Europa. |
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Eines der "Wahrzeichen" von Lomé sind die legendären Nana Benz, die Stoffhändlerinnen mit dem Auto als Statussymbol, die als Grossistinnen die Pagnes genannten Tücher vorzugsweise in den Niederlanden bestellen und von ihren Lagern in Lomé aus an ein gut funktionierendes Netz von Zwischenhändlerinnen weiterhandeln. Ein Artikel bringt uns die Geschichte, Mode und Wax-Stoffe der Firma Vlisco näher. Die neue Generation der Nanas-Benz von Togo und das unternehmerische Vermächtnis der Nana Benz und wie die junge Generation der Stoffhändlerinnen Geschäfte mit China betreiben, um konkurrenzfähig zu bleiben, beschreiben die beiden Artikel. Der französische Reiseführer Le Routard hat sich auf den Märkten Lomés umgesehen und präsentiert neben den Texten auch einige schöne Fotos. Der Tiermarkt in Gbossimé, einem Stadtteil in Lomé, vermittelt eine Stimmung der Sahelzone, da viele der muslimischen Händler aus dem Norden stammen. Eine eindrucksvolle s/w Fotoserie zeigt junge Mädchen, die als Lastenträgerinnen auf dem Markt in Lomé arbeiten. |
Entwicklung und Entwicklungs-politik |
Armut und Armutsbekämpfung Togo gehört zu den ärmsten Länder der Welt. Im HDI Ranking der VN von 2007/2008 nimmt Togo Platz 152 von 177 ein. Im Oktober 2005 veröffentlichte das Entwicklungsministerium einen Bericht zur Armutsbekämpfung auf der Grundlage von Umfragen in der Bevölkerung. Die Weltbank beziffert im Länderprofil Togo das BIP 2006 mit einem Anwachsen auf 4,1% (im Vergleich zu 1,8% der vergangenen zwei Jahre). Für 2007 werden 2,1% geschätzt und 2008 werden mit 3% gerechnet. Der IWF spricht in seinem neuesten Zwischenbericht zur Armutsbekämpfung von 62 Prozent der Bevölkerung, die unterhalb der Armutsgrenze leben. In den ländlichen Gebieten sind es sogar 74%, im Gegensatz zu 37% im städtischen Milieu. Die tabellarische Übersicht zeigt, dass Togo keines der Milleniumsziele auch nur annähernd verfolgt oder gar erreicht hat. Auf der interaktiven Länderseite finden Sie den Bericht von 2004 in ganzer Länge. Die Rahmenbedingen der VN für die Entwicklungshilfe in Togo (UNDAF 2008 – 2012) finden Sie im vollen Wortlaut unter der Devise "Sich den Herausforderungen der Milleniumsziele zu stellen". Auch in Togo machen sich die Verteuerungen bei den Lebensmittelpreisen empfindlich bemerkbar. |
Nationale Entwicklungsanstrengungen Internationales Engagement |
Deutsche Entwicklungs- und Hilfsorganisationen Andere Organisationen, die im Gesundheitsbereich, in sozialen und karitativen Einrichtungen tätig sind und mit einheimischen NRO zusammenarbeiten, waren in Togo oft nur mit einer Person vertreten oder entsendeten temporäre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die SOS-Kinderdörfer unterhalten in Lomé und in Kara Kinderdörfer und andere Einrichtungen, während Plan-International in allen Regionen vertreten ist. Die Norddeutsche Mission, Brot für die Welt, der eed - Evangelische Entwicklungsdienst und die katholische AGEH - Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe unterstützen Projekte im Bereich der Zivilgesellschaft. Beim Internationalen Roten Kreuz finden Sie Berichte während das Togoische Rote Kreuz die Landesschwerpunkte skizziert. Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe DAHW unterhält mehrere Projekte in Togo. |
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