alle Länder Homepage
Landesüberblick Staat & Politik Wirtsch. & EZ Gesellsch. & Kultur Praktisches

RUANDA
Seite 1: Landesüberblick & Naturraum

Übersichtskarte weitere Karten

Landesuebersichtskarte (14,7K)

© University of Texas at Austin / USA

Detailliertere Karten
topographische Karte
Verkehrswege Ruanda Burundi (229 KB)
Satellitenansicht/Google maps
thematische Karten der FAO
ständig aktualisierte Kartensammlung von Reliefweb

Lage und Größe

rwanda als Pkt im Herzen Afrikas(9,95K)

Ruanda liegt im östlichen Zentralafrika zwischen 1° und 3° südlich des Äquators. Das Binnenland mitten in der Region der Großen Seen grenzt im Norden an Uganda, im Osten an Tansania, im Süden an Burundi und im Westen an der Demokratischen Republik Kongo.

Afr_grosse_seen (18,2K)

Lage in der Region der Großen Seen

Die Entfernung von der Küste beträgt ca. 1800 Straßenkilometer vom Indischen Ozean (Mombasa, Kenya und Dar es Salaam, Tanzania) bzw. über 2000 km zum Atlantischen Ozean.

Mit 26.338 Quadratkilometer Fläche ist Ruanda einer der kleinsten Staaten Afrikas und entspricht in seiner Ausdehnung etwa der Größe von Bundesländern wie Hessen oder Rheinland-Pfalz u. Saarland zusammen.

Landes- impressionen

Impressionen über Land und Leute vermittelt eine interaktive Website des Landesbüros für Tourismus und Nationalparks "ORTPN". Klicken Sie sich über eine Übersichtskarte durch verschiedene Reisestationen des Landes durch. Sie betrachten dabei Landschaftsbilder, Videosequenzen und lesen dazu kurze Beschreibungen.

Grunddaten


Die letzten umfangreichen Erhebungen über Grunddaten Ruandas stammen aus dem Jahr 2002. Das unabhängige Nationalinstitut für Statistiken (INSR-NISR) hält die wichtigsten Grunddaten aus offiziellen Quellen auf dem aktuellsten Stand. Vergleichende Schätzungszahlen aus unabhängigen internationalen Quellen divergieren oft erheblich. Wesentlichen Daten über Ruanda bietet auch in tabellarischer Übersicht das World Factbook der CIA an.

Naturräumliche Gegebenheiten

Landschaftsbild

Das Land ist flächenmäßig sehr klein, zeichnet sich jedoch durch eine erstaunliche Vielfalt der Landschaften und Biotopsysteme aus. Die Bezeichnung "Land der tausend Hügel" weist darauf hin, dass der größte Teil der Staatsfläche von einer hügeligen Hochebene (1.500-1.700 m) eingenommen wird. Langgestreckte Hügel mit zum Teil sehr steilen Hängen werden von schmalen, oft sumpfigen Tälern getrennt.

Bemerkenswert ist das starke Gefälle zwischen Gebirge und Hochebene im Westen bzw. der Tiefebene im Osten. Der Westen besteht aus einem stark zerschnittenen Gebirgsrand, der von fast 3.000 m Höhe auf fast 1.600 m abfällt. Der höchste Gipfel ist der Karisimbi (4507 m) im vulkanischen Virunga-Gebirge. Der Osten dagegen ist eine trockene Savanne, die mit einer ausgedehnten Sumpffläche durchsetzt ist. Zahlreiche große Seen prägen die Landschaft und zeichnen sich durch eigenwillige Formen aus, die von umliegenden Gebirgen bestimmt werden.

1000huegeln(192K)

Ruanda, Land der tausend Hügel

Foto:Goebel/LMZ Koblenz

Klima

Die Verbindung von Tropen- und Höhenlage gewährleistet in Ruanda das ganze Jahr hindurch ein gemäßigtes Klima. Höchsttemperaturen von über 30°C und Tiefstwerte unter 15°C sind selten. Ausnahmen sind die eisigen Höhenzüge der Virunga-Berge einerseits, und andererseits der tief gelegene Grenzstreifen zu Tansania im Akagera-Nationalpark.

Das relativ milde Hochland-Klima mit durchschnittlichen Jahrestemperaturen von 18-21 °C hat Ruanda den Beinamen "Land des ewigen Frühlings" eingebracht. Entsprechend seiner Lage in der Tropenzone weist Ruanda ein ausgeprägtes Tageszeitenklima auf, d. h. die Tagesschwankungen der Temperaturen sind größer als die Schwankungen der Jahresamplitude.

Niederschläge

Für afrikanische Verhältnisse ist das Klima in Ruanda feucht. Zwei Regenzeiten (März bis Juni, Oktober bis November)werden von einer großen und einer kleinen Trockenzeit unterbrochen. Die Jahresniederschläge schwanken je nach Region zwischen 750-2.000 mm. In den meisten Landesteilen liegen sie bei über 1.000 mm im Jahr (in den Gebirgswäldern höher). Von Juli bis September ist es meist trocken und Regen ist eine Seltenheit. Die feuchteste Jahreszeit liegt zwischen Februar und Mai, wenn die meisten Landstriche durchschnittlich 150 bis 200 mm Regen pro Monat verzeichnen.

Flora und Fauna

Die natürliche Vegetation Ruandas wurde durch den Menschen weitgehend zerstört bzw. verändert. Nur in inselhaften Bereichen des zentralen Hochlandes sowie in den drei Naturreservaten (Nebelwald Nyungwe, Virunga-Vulkanpark, Akagera-Nationalpark) existiert noch die ursprüngliche Flora des Landes. Im Westen Ruandas sind bis in 2500 m Höhe tropischer Bergwald und Feuchtsavanne anzutreffen.

Vulkan(13,9K)

Vulkanenkette an der Nordwestgrenze

Foto:ORTPN Kigali

In höheren Lagen sind Bambuswälder sowie alpine Vegetation zu finden. Im inneren Hochland überwiegt Feuchtsavanne, die im Osten in eine trockenere Savanne übergeht. Im Überschwemmungsgebiet des Akagera, einem Quellfluss des Nils, finden sich feuchtigkeitsliebende Pflanzengesellschaften wie Sumpfgräser, Papyruspflanzen und Wasserhyazinthen.

Landschaft_ost(82,6K)

Seenlandschaft im Osten Ruandas

Foto:Goebel/LMZ Koblenz

Die bekanntesten Tiere Ruandas sind seit der Verfilmung des Lebens von Diane Fossey die Berggorillas. Sie leben in Familienverbänden von durchschnittlich elf Tieren. Neben dem Oberhaupt der Gruppe, dem Silberrücken, gibt es etwa drei bis sieben Weibchen mit ihren Kindern und Halbwüchsigen. Die Männchen erreichen dabei eine Körpergröße von 2 Metern, die Weibchen 1,40 Meter. Je nach Nahrungsangebot ist das Territorium, das von den Tieren durchstreift wird, 10-40 Quadratkilometer groß.

Seit 1989 ist die Population der Berggorillas um 17% gewachsen. Artenschützer hatten befürchtet, dass während der anhaltenden Unruhen in der Region die Berggorillas untergehen könnten. Doch obwohl es Opfer unter den Tieren gegeben hat, sind die meisten Gorillas Wilderern und Armeegefechten offenbar entgangen. So konnte ihre Zahl von 324 im Jahr 1989 bis Ende des Jahres 2003 auf 380 anwachsen. Die Berggorillas sind weiterhin durch Wilderei vom Aussterben bedroht.

Neben den Berggorillas beherbergen Ruandas Nationalparks Großwild wie Giraffen und Elefanten sowie eine große Anzahl weiterer Tiere (Impalas, Warzenscheine, Kafferbüffel, Zebras, Wasserböcke, Nilpferde, Affen, Kronenkraniche etc.)

Ökologische Probleme

Infolge der besonders hohen Besiedlung sind über 80% der Fläche des Landes heute in Kultur genommen worden. Die wachsende Nachfrage nach Brennholz für Koch- und Heizzwecke sowie der Bedarf an Anbauflächen und Weideland haben zu erheblichen Rodungen des Waldbestandes geführt. Der Anteil des Waldes an der Gesamtfläche wurde bereits von ca. 65% auf 8% reduziert.

Ein weiteres ökologisches Problem ist die Bodenerosion. Auslösende Faktoren zusätzlich zur Abholzung und Überweidung sind: die starken Hangneigungen, der Wegfall der früher üblichen Grasbrache sowie die tiefe Bodenbearbeitung mit der Hacke. Einjährige Kulturen verstärken das Erosionsproblem, da zur Zeit der Aussaat und nach der Ernte der Boden ohne schützende Pflanzendecke den heftigen Niederschlägen während der Regenzeiten ausgesetzt ist.

Im Rahmen einer langjährigen Partnerschaft zwischen Ruanda und dem Bundesland Rheinland-Pfalz hat sich ebenfalls eine interuniversitäre Kooperation entwickelt, was sich unter anderem in einem kontinuierlichen personellen Austausch (Professoren und Studierenden) zwischen der ruandischen Universität in Butare und der rheinland-pfälzischen Universität Koblenz-Landau widerspiegelt. Von Seiten des Instituts für Biologie und des Geographischen Instituts der Uni Koblenz-Landau werden in Ruanda derzeit Forschungsarbeiten durchgeführt. Ziel ist es, Möglichkeiten zu einer ökologisch angepassten Nutzung der vorhandenen Ressourcen zu erarbeiten und damit einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität und zum Schutz vor Landschaftsdegradation zu leisten.

Die Bemühungen zur Erhaltung der drei Nationalparks, trotz begrenzten Raums, stellt einen wichtigen Baustein der Umweltpolitik der Regierung dar. Neben dem Umweltschutz bestehen hier Beschäftigungsförderprogramme, die durch eine stärkere Einbindung der Anwohner in den Tourismus neue alternative Einkommensquellen schaffen.

Die Bemühungen der Regierung im Bereich der Abfallentsorgung sind erwähnenswert. Dabei hat die Regierung durch einige kompromisslose Entscheidungen und strengere Vorgehensweise Vorschritte erzielt. So ist die Hauptstadt Kigali während der letzten Jahre erkennbar sauberer geworden. Eine außergewöhnliche Maßnahme war das heute noch geltende Verbot der Nutzung und Einführung von Einkaufstüten aus Plastik. Sie wurden durch Tragetaschen aus Sisal oder Papier ersetzt.

Sozial- geographische Gegebenheiten

Bevölkerung

Ruanda gehört mit einer Bevölkerung von ca. 9 (8,2 Mio, Stand 2002) Millionen Menschen zu den am dichtesten besiedelten Ländern Afrikas. In einigen Regionen beträgt die Bevölkerungsdichte bereits bis zu 1000 Einwohner pro Quadratkilometer. Das jährliche Bevölkerungswachstum ist seit Jahrzehnten unverändert hoch und liegt zur Zeit bei 3%. Um die Bevölkerungsexplosion einzudämmen ist die Regierung bemüht durch drastische Maßnahme wie beispielsweise eine Drei-Kind-Familienpolitik, die Geburtenkontrolle durchzusetzen.

Die städtische Bevölkerung in Ruanda ist in den letzten 15 Jahren drastisch von unter fünf auf rund 17% angestiegen. Die Hauptstadt Kigali zählt mittlerweile ca.1.000.000 Einwohner. Weitere Städte sind Gitarama (Muhanga), Butare (Huye), Ruhengeri und Gisenyi (Rubavu), deren Einwohnerzahlen aber nur unter 100.000 liegen. Der Großteil der Bevölkerung lebt jedoch nach wie vor auf dem Land.

Verkehrswege

Das inländische Straßennetz von Ruanda (12.070 km Länge) gehört zwar zu den dichtesten in Afrika, doch besteht das überwiegende Wegenetz aus unbefestigten Pisten und Schotterstraßen. Straßen, die auch in der Regenzeit befahrbar sind, gibt es dagegen nur in einer Länge von ca. 1000 km. Solche Straßen verbinden die wichtigsten Zentren des Landes miteinander. Auch die Verkehrswege zu Nachbarstaaten Burundi,Tansania, Uganda und die DR Kongo sind für die Personen- und Gütertransporte geteert. Alle übrigen Pisten sind in schlechtem Zustand und während der Regenzeit besonders in abgelegenen Gemeinden nicht passierbar. Fehlende Brücken erzwingen zudem zeitaufwendige Umwege.

Fahrzeug (32,1), eigenes Bild

Transport von Personen und Güter bergab in Ruhengeri

Siedlungsstrukturen

Dörfer als soziale und kulturelle Einheiten wie in Europa sind grundsätzlich unbekannt. Vielmehr herrscht eine Streusiedlungsweise. Die ländliche Bevölkerung lebt in Einzelgehöften. Die Gehöfte eines Hügels sind durch ein dichtes Netz von Fußwegen und Pisten miteinander verbunden.

Die traditionelle Hütte ist rund und hat Wände aus Flechtwerk, das mit Lehm abgedichtet wird. Gras, Schilfrohr oder Papyrus dienen als Eindeckung für das kegelförmige Dach. Die Wohnanlage, auch "urugo" genannt, besteht zumeist aus Wohnhaus, Stall, Speicher- und Vorratsgebäude und ist oft von einer hohen Hecke umgeben. Baumaterialien und Ausführung variieren je nach Region. Heute überwiegen jedoch Häuser mit rechteckigem Grundriss, die aus luftgetrockneten Ziegeln gebaut und mit einem Dach aus Wellblech oder gebrannten Dachpfannen gedeckt sind.

Streusiedlungen haben den Vorteil, dass die Menschen nah an ihren Feldern leben und den meist sehr kleinen Viehbestand besser überwachen und schützen können. Diese Siedlungsform hat aber auch große Nachteile. Sie führt zu einer starken Zersiedelung der Landschaft und erschwert die Schaffung einer Infrastruktur, beispielsweise die Versorgung mit Wasser und Strom.

Die ruandische Regierung begann nach 1994 eine neue staatliche Wohnungspolitik. Sie fördert das Wohnen in Siedlungen, "Imidugudu" genannt. Die Vorteile liegen nachvollziehbar vor allem im besseren Zugang zu einer Grundversorgung, mehr Sicherheit, der Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten neben der Landwirtschaft etc. Diese neue Siedlungspolitik führt für die ruandische Bevölkerung zu einer völlig veränderten Wohnweise. Dass diese Umstände zu Akzeptanzproblemen führen, ist inzwischen erkennbar.

Siedlungsstruktur auf dem Land

Foto:Goebel/LMZ Koblenz

Flagge und andere nationale Symbole


Flagge
Die Flagge



Staatswappen
Das Staatswappen

In Folge der Versöhnungsbemühungen hat Ruanda seit 2001 neue nationale Symbole bekommen.

Die neue Flagge wurde von Alphonse Kirimobenecyo, einem einheimischen Künstler und Techniker entworfen. Grün symbolisiert die Hoffnung auf Wohlstand, Gelb steht für die wirtschaftliche Entwicklung und Blau symbolisiert Glück und den Frieden. Die goldenfarbene Sonne und ihre 24 Strahlen stehen für das Licht, welches allmählich das gesamte Volk erleuchtet. Die neue Flagge wurde offiziell am 25. April 2001 eingeführt. Zuvor führte Ruanda seit der Unabhängigkeit (1. Juli 1962) eine Flagge mit den panafrikanischen Farben in der ein 'R' im gelben Feld zu sehen war. Das 'R' stand in erster Linie für den Namen des Landes Ruanda. Weiterinterpretiert erweckte der Buchstabe noch weitere Gedankenverbindungen: Revolution, Referendum und Republik.

Im Staatswappen finden sich Symbole für Ruanda und seine Bevölkerung: Die Sonne oben, der Korb in der Mitte, das Zahnrad darunter an beiden Seiten, eine Kaffeepflanze bzw. Sorgho, eine Getreideart und jeweils die Abbildung eines Schutzschilds. Diese werden gemeinsam von einem grünen Band eingefasst, was die Einheit des Volkes symbolisiert. Auf dem gelben Spruchband steht in der Landessprache oben der Staatsname und unten die Devise: "Einheit - Arbeit und die Liebe zum Vaterland"

Die Nationalhymne können Sie inkl. engl. und. franz. Übersetzung lesen und mit der entsprechenden Ausrüstung auch hören

pfeil-l    zurück zur vorherigen Seite    |   weiter zur nächsten Seite     pfeil-r
 

alle Länder Homepage
Landesüberblick Staat & Politik Wirtsch. & EZ Gesellsch. & Kultur Praktisches