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P h i l i p p i n e n
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Sozialstruktur |
Bevölkerungswachstum
Zwei Faktoren, die die Sozialstruktur beeinflussen, sind das
Bevölkerungswachstum und die unzureichenden Politiken zur Familienplanung.
![]() © - terre des hommes Deutschland e.V. Die Verbreitung von Armut liegt bei über 40 Prozent, mehr als 32 Millionen Menschen in den Philippinen leben von weniger als zwei Dollar täglich. Die extreme Armut fördert Landflucht und Migration in die Städte sowie ins Ausland, was wiederum erhebliche Belastungen für die Intaktheit der Familien - und Verwandtschaftssysteme bedeutet. Ökonomen fordern bereits seit Jahren wesentliche Änderungen in der Bevölkerungspolitik sowie ein Zusammengehen von Politik und Kirche: die Beziehungen zwischen Bevölkerungswachstum, Ressourcenknappheit, Umweltproblemen und Entwicklungschancen müssen auf der Makroebene ebenso wahrgenommen werden wie auf der Mikroebene in der Familie. © - terre des hommes Deutschland e.V. EthnizitätDurch verschiedene, geschichtlich weit zurück liegende Wanderbewegungen sind eine Vielfalt unterschiedlicher Ethnien an der Entstehung der heutigen ethnischen Kultur des Filipino beteiligt.Einige der heute wesentlichen ethnischen Bevölkerungsgruppen sind: Die Konzentration auf diese vier Hauptgruppen soll nicht negieren, dass die Philippinen ein Land mit unglaublicher kultureller Vielfalt sind, einer Vielfalt, die die Frage nach nationaler Identität kaum zufriedenstellend beantworten lässt. Einer Vielfalt, die in ihrer Multikulturalität kaum plurale, demokratische Chancen zur Teilhabe findet und eher disintegriert und antagonisiert, weil die pluralen Kulturen hierarchisch gegliedert sind und so ein gewisser Rassismus Alltagsbestandteil ist, der wirtschaftliche und politische Ungleichheit fördert. Verbesserte Massenkommunikationsmittel und Transportsysteme verringerten zusätzlich die regionalen und ethnoliguistischen Unterschiede verschiedener Bevölkerungsgruppen. Gleichwohl blieb eine enorme Loylität der Menschen zur eigenen Herkunftsregion und -sprache. Wirtschaftspolitiken, die Unternehmungen im Fruchtanbau und Holzeinschlag förderten, erlaubten diesen Firmen immer weiteres Vordringen in die Lebensräume ländlicher Bevölkerung und kultureller Minderheiten, beispielsweise den verschiedenen Upland Tribal Groups, die durch die Vernichtung ihrer Ökosysteme, ihres Lebensraumes, zur Migration in die Städte oder ins Ausland gezwungen wurden. Bemühungen der Regierung um Respekt für kulturelle Vielfalt blieben aus oben genannten Gründen eher ungehört. Soziale Lage und soziale KlassenDie Philippinen sind auch heute noch gekennzeichnet davon, dass- in historischer Perspektive - einige wenige Familien in der spanischen Kolonialzeit zu Landbesitz gekommen sind und unermesslich reich wurden, während drei Viertel der Gesellschaft in oder an der Grenze zu absoluter Armut leben. Die soziale Lage auf dem Land wie in der Stadt war und ist bestimmt durch den barangay. Jeder barangay besteht aus einer Anzahl von etwa 5-7 Nachbarschaften, sogenannten sitios, die sich aus etwa 20 bis 30 Haushalten zusammensetzen. Die Familien in einem sitio sind oft miteinander verwandt. Die mit dem barangay verbundenen Werte, der Zusammenhalt, prägen die soziale Organisation und helfen Armut zu bewältigen.. Erst in der jüngeren Vergangenheit hatte sich im sozialen Wandel eine verstärkte, aber dennoch kleine, Mittelschicht herausgebildet, die in wirtschaftlichen Krisen aber der Gefahr des wirtschaftlichen Abstiegs ausgesetzt ist. Die Rolle der Mittleschicht bei der Erreichung der Millennium Entwicklungsziele, vornehmlich der Reduzierung der Armut, ist bisher - zugunsten von auf die Armen konzentrierten Programmen - sträflich vernachlässigt worden. Gefordert ist bei der Armutsreduktion eine Politik die die Mittelklasse fördert und so noch nicht begangene Wege der Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigungsförderung mit dem Ziel der Armutsreduktion geht. |
Stadt - Land - VerhältnisDas Armutsrisiko ist in ländlichen Regionen, gegenüber städtischen Ballungsgebieten, drastisch erhöht. Fischer wie Bauern wandern in die Städte oder ins Ausland ab. Im Land bilden Städte breitere Gürtel an Slums mit neuen städtischen Armen.![]() © Phirom_Klaijinda - terres des hommes Deutschland e.V. Ursachen der Armut und ihr Ausmaß hängen u.a. von der konzentrierten und geradezu monopolisierten, Kontrolle von Wohlstand ab, sowie dem Bevölkerungswachstum. Ökologische Probleme, die auf Seite 1 geschildert wurden, und Subsistenzwirtschaft erschweren oder verunmöglichen, fördern zusätzlich Armut und Landflucht, ebenso wie interne bewaffnete Konflikte (vgl. Menschenrechte, Seite 2). MigrationMigration ist angesichts dieser Situation eine Alternative für viele Filipinos.Wanderbewegungen sind seit zumindest drei Jahrzehnten Bestandteil philippinischer Kultur geworden, wobei Millionen Filipinos bereit und interessiert sind trotz der Risiken und Probleme in Übersee zu arbeiten. In Umfragen zeigen etwa 20 % der Filipinos grundsätzliche Bereitschaft zur Migration. Zur Zeit sind es etwa 8 %, die diesen Weg tatsächlich gegangen sind, die Steigerungsraten sind in den vergangenen Jahrzehnten hoch gewesen, ein weiterer Anstieg ist zu erwarten. Unterstützt werden Migranten von einer Regierungspolitik, die diesen Export von Arbeitskräften zur Reduzierung der Arbeitslosenzahlen offensiv vertritt und fördert. Die Arbeitsmigranten schaffen es, mit ihrem Einkommen ihre Familien zu unterstützen. Entgegen oberflächlicher Erwartung findet diese Unterstützung nicht den Weg in den Konsum, sondern wird überwiegend in Bildung und familieneigene Mikro-Unternehmen investiert und schafft damit durchaus Perspektiven für arme Familien in ländlichen Regionen. Auslandsüberweisungen haben so eine große Bedeutung als externe Finanzierung von Entwicklung bekommen: im Jahr 2007 sind über 11,8 Milliarden Dollar überwiesen worden. |
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GeschlechterverhältnisDie lange Kolonialgeschichte hat patriarchalische Traditionen hintergelassen und damit ein Frauenbild, dass von Vollzeit-Hausfrauen und Reserve-Arbeitskräften ausgeht, die dem Manne untergeordnet sind. Gewalt gegen Frauen ist eine Privatangelegenheit, Frauen werden als Sexualobjekte gesehen, die als solche mit einer gewissen Selbstverständlichkeit der Ausbeutung durch die harten Realitäten der globalen Wirtschaft und des Konsums ausgesetzt sind.Vor Ankunft der Spanier hatten Frauen führende Rollen in der Gesellschaft inne die sie sich heute zurück erkämpfen. Dieser Prozess ist von scharfen Gegensätzen in der Situation von Frauen in den Philippinen gekennzeichnet. Einerseits lässt ihr gegenwärtiger Status in Politik und Arbeitsmarkt deshalb viel zu wünschen übrig. Die gesellschaftliche Wahrnehmung des Problems ist aufgrund der erwähnten kolonialen sozialkulturellen Traditionen unterentwickelt: Schwierigkeiten im Geschlechterverhältnis werden oft als trivial, randständig und unwesentlich angesehen. Frauen sind Opfer bei häuslicher Gewalt, Frauenhandel, Prostitution, unfairen Vertragsgestaltungen im Arbeitsleben. Auch in der Politik sind die Quoten niedrig: In 2007 sind im Senat 4 von 24 Mitgliedern Frauen (16,7%), im Kongress sind es 49 von 240 Mitgliedern (20.4 %). Auf lokaler Ebene sind die Prozentzahlen ähnlich, doch deuten sich Verbesserungen an:. Die National Economic and Development Authority (NEDA) und die National Commission on the Role of Filipino Women (NCRFW) formulierten " Harmonized Gender and Development Guidelines"(pdf-Datei). Ziel war es dabei, gemeinsame analytische Konzepte und Werkzeuge zur Integration geschlechtsspezifischer Interessen in Entwicklungsprogramme und -projekte und Politik zu formulieren. Anderseits sind Frauen bei der Implementierung von Politik wesentlich stärker vertreten. Viele philippinische Frauen sind in Wissenschaft, Politik und Geschäftsleben vertreten. Die Philippinen hatten bereits zwei Präsidentinnen. Auch die vergangenen Wahlen seit 1998, sahen mit den bereits erläuterten party-list-System eine Veränderung im Wahlprozedere, die auch Frauen zu Gute kam. Die erste sektorale Parteien-Liste, die sich hatte registrieren lassen, kam "Abanse!Pinay" aus der Frauenbewegung. Abanse!Pinay und formulierte damals zügig, wie geschlechtsspezifische Anliegen im Kontext des Entwicklungsbudgets, der Gesetzgebung und der Zivilgesellschaft vorangetrieben werden sollten. AKBAYAN (Citizen´s Action Party) ist ein anderer erfolgreicher Zusammenschluss politischer Gruppierungen genannt, in dem Frauen u.a. wie Risa Hontiveros und Etta Rosales eine wichtige Rolle spielen. Es ist eine starke Präsenz von Frauen in der Führung von Nicht-Regierungsorganisationen entstanden. Frauen führen die aktivsten Lobbygruppen, wenn es um Themen wie Frauen, Gesundheit und Wirtschaft geht, so beispielsweise das GABRIELA Netzwerk. Nicht nur in den städtischen Räumen und Wirtschaft, Politik und Wissenschaft sondern auch in entlegeneren Landstrichen organisieren sich Frauen verschiedener Ethnien: Innabuyog ist ein Zusammenschluss von 82 indigenen und in ländlichen Gemeinden verwurzelten Frauenorganisationen im Cordilleragebirge. Die Hälfte der Frauen in ländlichen Gebieten zählt zu den Arbeitskräften. Ein Viertel der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft sind Frauen. Sie spielen eine wichtige Rolle in der ländlichen Entwicklung. |
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Mikrosoziale Struktur |
Familie, Verwandtschaft, Freundschaft, SolidargruppeDie Familie wird in den Philippinen traditionell als Zentrum der sozialen Strukturen gesehen und umfasst die eigentliche Kernfamilie, Tanten, Onkel, Großeltern, Vettern und ehrenvolle "Wahlverwandtschaften" wie Paten, Sponsoren, z.B. bei Hochzeiten und gute Freunde. In diesem Netzwerk finden die - aus soziologischer Sicht - kollektiv orientierten Filipinos Stärke, Sicherheit und Stabilität. So ist es auch nicht verwunderlich, dass man sich bemüht das Netzwerk auszubauen und Kinder so zu einer Anzahl an Paten gelangen, die hoffentlich irgendwann einmal hilfreich und positiv gestaltend in das Leben des Kindes eingreifen können. Diese Form der Patronage wird oft als Vetternwirtschaft gesehen, ersetzt in Krisenzeiten jedoch fehlende Sozialsysteme. Und natürlich ist man sich gegenseitig verpflichtet, Hilfe und Unterstützung werden niemals einseitig gesehen und genommen. Nach philippinischem Werteverständnis verlierte man andernfalls sein Gesicht und stellte sich außerhalb der Gemeinschaft.![]() © Walter Skrobanek - terre des hommes Deutschland e.V. |
Bildung |
Bildungssystem und KolonialerfahrungDas Bildungssystem ist nach amerikanischem Vorbild aufgebaut. Während der amerikanischen Kolonialzeit haben die USA sicher gestellt, dass es landesweit Zugang zu Bildungsinstitutionen gebe. Der hohe Anteil an privaten Schulen und Hochschulen gibt heute noch Zeugnis, ohne den spanischen Eroberern Unrecht tun zu wollen.![]() © Frances Krebs - terre des hommes Deutschland e.V. Als Vorteil der damaligen US-Politik können heute der hohe Alphabetisierungsgrad und die Fähigkeit, Englisch sprechen oder meist zumindest etwas verstehen zu können, gesehen werden. Bildung gilt als positiver Standortfaktor für ausländische Investoren, schafft Arbeit und Einkommen. So besitzen Schulbildung und Berufsausbildung auf den Philippinen traditionell einen sehr hohen Stellenwert. Als Nachteil wird aus heutiger kultureller und nationaler Perspektive gesehen, dass amerikanische Lerninhalte und Werte die philippinischen im Erziehungsprozess verdrängten hatten. Die sogenannte "colonial mentality" wurde so indoktriniert. Mit Chlorseife versuchten und versuchen auch heute noch Filipinos sich ihre Haut so weiß wie möglich zu waschen, Kinder kannten westliche Früchte wie Äpfel begrifflich durch das Lernen des Alphabets - gesehen, gerochen, geschmeckt haben sie solche Früchte jedoch nie. Philippinische Früchte wie die Atis waren es nicht wert, für das Lernen des Alphabets genutzt zu werden. Die Geographie der USA kannte Kinder auswendig, ihr eigenes Land war ihnen unbekannt. Bei aller Wertschätzung für die großflächige Einrichtung eines Systems, das allen Schichten Zugang zu Bildung ermöglichte, wirkt diese Erfahrung mangelnder Wertschätzung und Unterdrückung des Eigenen nach, auch wenn Curricula heute selbstbewußter mit der eigenen Kultur umgehen. Viel zu oft aber trifft man doch noch auf vergangen Geglaubtes. Die philippinische Botschaft informiert über Sprachkenntnisse, Bildungssystem, Studierende nach Hochschularten und nach Fachrichtungen. BerufsbildungGewachsen ist in den Philippinen Interesse am deutschen Dualen Berufsausbildungssystem - Berufsschule und Betriebspraxis gilt es zu vereinen. Deutsche Organisationen wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau - neben anderen - unterstützen dabei.Auch BMZ und Hanns-Seidel-Stiftung fördern duale Berufsausbildung. |
Gesundheit und Sozialwesen |
Traditionelle MedizinDie animistische Grundhaltung vieler Filipinos wirkt sich auch im Verständnis von Gesundheit aus. Alternative und/oder traditionelle medizinische Vorstellungen und Kenntisse werden nicht nur ausgeübt, sondern haben eine sehr große Verbreitung. Dies ist zum Teil aus wirtschaftlichen Erwägungen so.Die Regierung hat bereits in den frühen neunziger Jahren gesetzliche Rahmen für Anwendungen von Erfahrungen aus der Kräuterkunde geschaffen. Im Jahr 1997 verabschiedete die Regierung in einem zweiten Schritt ein Gesetz zur Gründung des Philippine Institute of Traditional and Alternative Health Care (pitahc): den Traditional and Alternative Medicine Act of 1997 (TAMA). Es wurde darin für eine Politik im Gesundheitswesen votiert, die folgende Leitziele verfolgen sollte:
Diese Politik wird auch von der Kirche unterstützt, die eigene Helfer und Helferinnen ausbildet, die dann in der gemeindenahen Versorgung mit ihrem Wissen zu Kräutermedizin, Akupunktur und chinesischer Massage eingesetzt werden. PITAHC gibt einen Überblick (pdf-Datei) der eingesetzten alternativen Heilverfahren. |
GesundheitsversorgungIm philippinischen Gesundheitssystem arbeiten etwa 90.000 registrierte Ärzte - mit jedoch abnehmender Tendenz. Es gibt rund 2.400 Krankenhäuser, ca. 1.700 davon sind öffentliche. Während zwar über 60 Prozent der Bevölkerung über die Philippine Health Insurance Corporation (PhilHealth) gesetzlich krankenversichert sind (nur Basisversorgung ist gewährleistet), hat jedoch überhaupt nur die Hälfte der Bevölkerung Zugang zur Gesundheitsversorgung.![]() © Medel Hernani - terre des hommes Deutschland e.V. In 2007 wird nur ein Prozent des nationalen Haushalts in das öffentliche Gesundheitssystem gegeben. Die staatlichen Krankenhäuser sind deshalb allgemein unterfinanziert, was sich in der Austattung natürlich deutlich nachteilig zeigt. Wohlhabendere Bürger und Ausländer bevorzugen größere, privatwirtschaftlich geführte und technisch gut ausgestattete Krankenhäuser. Medikamente und Behandlungskosten müssen von Patienten selbst bezahlt werden, Anzahlungen vor Beginn der Behandlung sind üblich. Aus diesem Grund besitzt der größte Teil der -zumeist armen - Bevölkerung auch keinerlei Impfschutz. Tetanusprophylaxe ist nur sporadisch verbreitet. Im Umgang mit Tieren ist zu beachten, dass der Tollwut-Durchseuchungsgrad, auch unter Haustieren, sehr hoch ist. Letztlich ist deutlich, wie die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau schreibt, dass mangelnde politische Reformbereitschaft und -fähigkeit der Elitendemokratie notwendige Strukturveränderungen hemmen, die zur Steigerung des Wirtschaftswachstums, Abbau der Arbeitslosigkeit und zur Armutsminderung erforderlich sind. Die drastischen Unterschiede in der Einkommensverteilung und der daraus resultierende schlechtere Zugang armer Bevölkerungsschichten zur öffentlichen Gesundheitsversorgung, Bildung etc. sind landesweite Hauptprobleme. Deshalb sind diese Themen Förderschwerpunkte in der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere die Unterstützung der philippinischen. Gesundheitsreformagenda (Health Sector Reform Agenda), die das Department of Health 1999 begann umzusetzen. Für den Zeitraum 2005 -2010 sind weitere Reformen im Gesundheitssystem geplant Das seit 1947 existierende Social Security System hat zurzeit knapp unter 27 Millionen Mitglieder und ist die Stütze des Sozialwesens. |
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Besondere GesundheitsproblemeGeburtenrateDie philippinische Geburtenrate und Fragen der Bevölkerungskontrolle sind kontroverse Themen in der öffentlichen Diskussion. Das Philippine Center for Investigative Journalism berichtet über die diesbzüglichen Politiken in zwei Kommunen: Manila und Pangasinan - Pills and condoms go underground.HIV /AIDSDie Themen HIV/AIDS und Verhütung drängen in die öffentliche Diskussion angesichts der religösen Vorbehalte, die den Gebrauch von Kondomen und Empfängnisverhütung betreffen: "The Philippines is courting an AIDS epidemic with its anti-condom approach. The casualties will be millions of people who cannot protect themselves from HIV infection." sagte Jonathan Cohen, researcher im Human Rights Watch´s HIV/AIDS and Human Rights Program.![]() © Phirom_Klaijinda - terre des hommes Deutschland e.V. Auch UNAIDS Executive Director Peter Piots warnt vor diesbezüglicher Selbstgefälligkeit in den Philippinen, insbesondere bei der katholischen Kirche. Allerdings existieren einige Handlungsansätze, im "AIDS Surveillance and Education Project in the Philippines":
KorruptionDas Philippine Center for Investigative Journalism (PCIJ)untersucht das Vorkommen von Korruption im Gesundheitssektor und kommt zu dem Ergebnis, dass bis zu 70 Prozent der lokalen Finanzen an Korruption verloren gehen.Gemeindeorientierte GesundheitsversorgungHAIN ist eine seit zwanzig Jahren tätige Nichtregierungsorganisation, die in der Zusammenarbeit mit gemeindebasierten Organisationen Gesundheitserziehung und Forschung durchführt. |
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Kultur |
Kulturelle IdentitätenPhilippinische Kultur wird im Grunde definiert durch die Mehrheit der christlichen Tieflandbewohner, die in ihrer Geschichte durch die spanische Kolonialerfahrung geprägt wurden. Hochlandbewohner und philippinische Muslime sowie philippinische Chinesen unterscheiden sich in ihren Sitten und Bräuchen zum Teil erheblich von der Mehrheitsgesellschaft.Angesichts einer ursprünglich sehr großen ethnischen Vielfalt ergibt sich durch diese Hierarchie der Ethnien eine - zwangsweise - homogene Gesellschaft. Zwangsweise, weil die Entpolitisierung der Ethnizität es der Gesellschaft überlassen hat, mit ethnischer Vielfalt umzugehen. Der ehemalige Diktator Marcos wollte die Neue Gesellschaft, die Eine Nation erzwingen (Isang Bansa, Isang Diva - Ein Volk, Ein Geist), was zur Vorherrschaft der christlichen Bevölkerung geführt hat. Die mangelnden Partizipationsmöglichkeiten anderer Ethnien haben in der Folge nicht zur Befriedung des Landes beigetragen, wie der bereits erwähnte politische und gelegentlich auch bewaffnete Widerstand (siehe Menschenrechte) zeigt. So bleibt von ethnischer Vielfalt heute noch eine Vielfalt an Sprachen und Dialekten im Land, denen die Bewohner mit sehr loyaler Treue verbunden bleiben. Neben der ethnischen Zugehörigkeit, macht sich natürlich überall auf den Philippinen der amerikanische Einfluss spürbar, auch wenn diese 50 Jahre mental nicht so tiefgreifend wirkten wie mehr als dreihundert Jahre spanischer Kolonialherrschaft und Katholizismus. Für einige junge Menschen ist die Frage ihrer Identität eine offene Frage und häufig schwer belastet: als das US-amerikanische Militärpersonal aus den US-Basen 1992 abzog, ließen die Soldaten ihre philippinischen Freundinnen oft in Armut zurück - und die gemeinsamen Kinder, die aufgrund ihrer Abstammung keine Wertschätzung und Zukunft in der philippinischen Gesellschaft finden. Auch Kinder in den Bergprovinzen finden sich durch Wandel und zweifelhafte Segnungen des Tourismus verändert: " The Lost Boys of Sagada" erzählen von leicht verdientem Geld, sogenannten leichten Mädchen und was so lange ein leichtes Leben schien - im Zusammenprall von Kulturen. |
KunstDie National Commission for Culture and for the Arts sichert das kulturelle Erbe der Philippinen, formuliert Politiken zur Förderung von Kultur und Künsten, verwaltet entsprechende Fördergelder und veröffentlicht vielfältige Informationen zu etablierten kulturell und künstlerisch tätigen Organisationen.Von früher Waffenkunst, traditionellem Bergbau, landwirtschaftlicher Kunst im Reisanbau, Segel- und Navigationskünsten der philippinischen Völker, die auf See leb(t)en, Töpfereikultur der Vorfahren, der Metall- und Edelmetallverarbeitung u.a.m. handeln kurze Artikel zu philippinischer Zivilisation und Technologie. Visuelle Kunst"Universes in Universe - Welten der Kunst" bietet Ihnen ein systematisches Verzeichnis kommentierter Links zu Visuellen Künsten in den Philippinen.Edoardo Masferré begann in den dreißiger Jahren Menschen der Central Cordilleras zu fotografieren, speziell Menschen aus Bundok. Die Künstlerszene bringt vielfältige Talente hervor. Für die Malerei des Realismus sollen beispielhaft die Maler Prudencio Lamarrazo und Danilo „Papo" de Asis vorgestellt werden. Musik und TanzNews, features, columns, reviews - schmökern Sie doch einmal auf einer philippinischen website für Musik: beispielsweise PhilMusic.Verschiedene Ethnien pflegen verschiedene Tänze, über die zu lesen ebenso wie zu hören ist. TheaterDie Philippine Educational Theater Association (PETA) sieht in den Künsten und Methoden des Theaters ein wirkungsvolles Werkzeug für sozialen Wandel und Entwicklung.MythenSpeziell mit philippinischen Mythen der Volksliteratur befasst sich Kayumanggi.Literaturbrücke PhilippinenWolfgang Bethges bietet Literaturtipps und -auszüge aus den Philippinen und über die Philippinen an. Außerdem hat er auf seiner website " Literaturbrücke Philippinen" viele verschiedene andere, essentielle Elemente alltäglichen kulturellen Lebens in den Philippinen unbedingt lesenswert und oft humorvoll beschrieben. Eine kleine Auswahl folgt:* Andres Bonifacio - ein tragischer Vorkämpfer philippinischer Unabhängigkeitsbewegung; * Balut - das 17-19 Tage lang angebrütete Entenei, ist der für westliche Besucher ultimative Test der für erfolgreiche Gruppenzugehörigkeit notwendigen Anpassungsbereitschaft; * Barong - für Herren bei formaleren Anlässen unerlässlich; * Carabao - der Wasserbüffel, der von etlichen Bauern wie ein Familienmitglied wertgeschätzt wird; * Chinese Cemetery - die Fürsorge für die Familie bezieht in der Ahnenverehrung auch verstorbene Familienmitglieder weiter ein; * Sampaguita - eine jasminartige Blume und eines der nationalen kulturellen Symbole; * Santo Nino - die Figur des Jesuskindes als Symbol der philippinischen Volksfrömmigkeit; * Sari-Sari-Stores - nicht wegdenkbare kleine Lädchen für die Notwendigkeiten des Lebens; * Tsinelas - Plastikbadelatschen, ein unvermeidliches Alltagsutensil für Jedermann; * Spukgestalten - die für die animistischen Wurzeln der Kultur Zeugnis ablegen; * Yamashitas Goldschatz - der auch nach 50 Jahren noch immer die Phantasie vieler Filipinos beflügelt. Weitere Facetten von AlltagskulturenNicht zu finden im offiziellen Kulturkalender sind Hinweise zum Hahnenkampf - ohne sich mit ihm auseinandergesetzt zu haben, werden Sie der philippinischen Seele nicht wirklich näher kommen. Der Nationalheld Jose Rizal schrieb in seinem Roman "Noli me tangere" ein Kapitel dazu: "The Cockpit". Als neuzeitlicher Beobachter widmet sich W.Bethge ausgesprochen informativ und treffend " Leidenschaft und Laster des Hahnenkampfes".![]() © Albert Recknagel - terre des hommes Deutschland e.V. Neben dem Hahnenkampf schätzen viele Filipinos das Basketballspiel. Die regelmäßigen Ferbnsehübertragungen werden gern gesehen, wie die offizielle Seite der Philippine Basketball Association ebenso bezeugt wie Michael Ongs Fanseite. Ohne die mannigfaltigen Schönheitskonkurrenzen sind die Philippinen ebenfalls kaum zu erfahren. Neben den unvermeidlich voyeuristischen Aspekten verschafft diese Seite aber auch einen Einblick in den Wandel, den das Bild "der Filipina", das Frauenbild, in der Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten durchlief. Ein Verweis auf Alles rund um die Hochzeit darf nun natürlich nicht fehlen ;-) ! Wirklich nur in den Philippinen finden Sie diese öffentlichen Transportmittel, die ursprünglich aus - nach dem Krieg zurückgelassenen - amerikanischen Jeeps gebaut wurden: Jeepneys. Pugat Baboy ist ein Klassiker der philippinischen Comic-Szene. Alegre widmet dieser Ikone philippinischer Popkultur und anderen einige seiner Essays. Lebensstile und städtische Landschaft werden von Shopping Malls bestimmt. Henry Sy steht einer der Familien vor, denen Asien gehört: in den 50´er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann er mit einem kleinen Schuhladen, heute gehört ihm mit der SM (ShoeMart)-Group das größte Mall-Imperium in den Philippinen. Imelda Marcos ist sich selbst ihre größte Bewunderin und beweist eine außergewöhnliche Fähigkeit zum Selbstbetrug. Dr. Margarita Go Singco-Holmes - Glücklicherweise hat diese philippinische Institution der Sexualberatung eine homepage. Dr. Holmes machte mit ihren Kolumnen vor vielen Jahren und über viele Jahre Furore und gibt Ihnen auf diesem so menschlichen Feld Einblick in asiatische Psychologie. Ein BBC-Beitrag setzt sich u.a. auch mit Frau Singco-Holmes auseinander, vor allem aber mit den Themen Verhütung und philippinische Familienwerte. Blaupause für die Seele einer Stadt: Metro ManilaNach Paulo Alcazaren hat Metro Manila eine nur schwach ausgeprägte Identität und die Bürger der Stadt identifizieren sich kaum mit ihr. Die Seelenlosigkeit jedoch muss nicht von Dauer sein: Die Zukunft der Stadt unserer Träume liegt nach Alcazaren in unseren Händen und denen der erleuchteten Verwaltung und Planer. Wie könnte Manila im Jahr 2015 aussehen?Goethe Institut / Deutsche StiftungenSind Sie interessiert, beim Goethe-Institut, der Friedrich-Ebert-Stiftung oder der Konrad-Adenauer-Stiftung hereinzuschauen und sich über deren Arbeit in den Philippinen zu informieren?KulinarischesMehr noch als den oft üblichen Gruß "Guten Tag" hört der Gast die Frage "Kumain na kayo?" (Haben Sie schon gegessen?). Nicht nur unter Bedingungen der Armut und der Erfahrung von Hunger ist die Frage nach dem - oft sehr sozial in Gemeinschaft gestalteten - leiblichen Wohl ein unverzichtbarer Akt der Höflichkeit und also ein Standard.![]() © Albert Recknagel - terre des hommes Deutschland e.V. Reis und Fisch zählen zu den Hauptnahrungsmitteln über die es auch im Internet Wissenswertes nachzulesen gibt. Das Philippine Rice Research Institute möchte mit seiner Arbeit die Eigenversorgung der Philippinen mit Reis sichern.
© Albert Recknagel - terre des hommes Deutschland e.V. Pinoy Farmers´ Internet fördert, informiert und bildet Reisanbauer in Fragen der Reisproduktion aus.
© Albert Recknagel - terre des hommes Deutschland e.V. Die FAO bietet einige Reisrezepte aus verschiedenen Kulturen. Sie verweist ebenfalls auf eines der zum Weltkulturerbe gehörenden Wunder dieser Erde: die Reisterassen Banawes. Das füher so genannte International Center for Living Aquatic Resources Management, heute WorldFishCenter baut eine website über Südostasien und das Management der Meeresressourcen auf. Die von vielen so verehrte "Königin der Früchte" macht den Konsumenten durch sehr gegensätzliche Empfindungen bei Geruch und Geschmack aufmerksam - so gegensätzlich, dass die Einen von Durian als "Frucht", die Anderen von ihr aber als "Waffe" sprechen. Sie ist eine "Frucht der Extreme". ![]() © Albert Recknagel - terre des hommes Deutschland e.V. |
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Religion |
Offizielle ReligionDie Menschen in den Philippinen sind dank ihrer Verfassung heute frei, sich ihre Religion zu wählen. Kirche und Staat sind gemäß der Verfassung getrennt - eine Folge der Kolonialerfahrung, als Staat und Kirche als Einheit mit einer unterdrückenden Staatskirche erlebt wurden.Religion - und besonders die katholische Kirche - hat eine herausragende Bedeutung in der philippinischen Gesellschaft - ohne Gottesbezug und religiöse Symbolik sind auch philippinische Politik und Alltagsleben kaum erfahrbar. Knapp über 90 Prozent der Bevölkerung gehören einem christlichen Glauben an, davon zählen über 80 Prozent zur katholischen Kirche. Die übrige Bevölkerung gehört zu etwa sieben Prozent dem muslimischen (zumeist sunnitischen orientierten) Glauben an, einige wenige dem Buddhismus, dem Taoismus oder lokalen Naturreligionen. Die Zahl der Agnostiker und Atheisten, die in den Philippinen keinen Bezug zu einer Religion haben, ist mit weniger als einem Prozent äußerst gering.
© - terre des hommes Deutschland e.V. Aktuelle Meldungen zur Ortskirche in den Philippinen mit Informationen zur katholischen Kirche sind online verfügbar. Gegen die Christianisierung verwahrt haben sich die dem Islam anhängigen Gläubigen in Mindanao, Sulu und Palawan, die " Mohren", wie sie zuerst von ihren spanischen Feinden genannt wurden und diesen Namen seither mit Stolz tragen, weil er von Widerstand gegen Kolonialisierung und der Geburt des Moro-Nationalismus kündet und nicht von Unterwerfung. Bereits in der vorspanischen Zeit hatte der Islam - mit Ausnahme des Nordens - von Manila bis Mindanao große Bedeutung. Heute finden sich Muslime im westlichen Mindanao. Bangsamoro oder Muslimische Nation bezeichnet die Vielfalt unterschiedlicher ethnischer Gruppen, die sich im Islam als ihrer Religion wiederfinden. Zu ihnen zählen u.a. die Tausugs und Maranaos. Sie und andere "Moros" kämpfen den längsten - politisch motivierten - Sezessionskrieg, den die Weltgeschichte kennt -fast fünf Jahrhunderte kämpfen sie gegen Spanier, Amerikaner, Japaner und die christliche Zentralregierung in Manila. Im Bemühen, Spannungen zwischen den Religionsgruppen im Süden der Philippinen zu reduzieren, richtete die Regierung nicht nur die Autonome Region Muslim Mindanao ein, sondern stellte auch finanzielle Mittel ein, um islamische Rechtsausbildung, Bildung und Kultur zu fördern, Pilgerreisen nach Mekka zu ermöglichen, diplomatische Beziehungen mit denjenigen Ländern zu vertiefen, die die wirtschaftliche Entwicklung Mindanaos fördern und zum Friedensprozess beitragen. Buddismus wird in den Philippinen größtenteils in den filipino-chinesischen, chinesischen, japanischen, koreanischen und vietnamesischen Gemeinden gelebt. Indigene spirituelle Traditionen werden nur noch von einer kleinen Anzahl indigener Völker ausgeübt. Glaube und Sitten drehen sich um die Überzeugung, das die Welt von Geistern und übernatürlichen Wesen - sowohl guten als auch bösen - bewohnt wird, denen Respekt durch Naturverehrung zu bezeugen ist. |
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