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Palästina / Palästinensische (Autonomie-) Gebiete
Seite 5: Praktische Hinweise

Einreise- und Aufenthalts- bestimmungen

Palästina verfügt über keinerlei Souveränitätsrechte, was einreisende Ausländerinnen und Ausländer betrifft.

Allein zuständig für die Erteilung von Visa ist der Staat Israel.

Ein normales Touristenvisum, drei Monate gültig, wird bei der Einreise am Flughafen, dem Hafen oder an den entsprechenden Grenzübergängen aus Ägypten oder Jordanien ausgestellt. Nur vor dem Jahr 1928 geborene Deutsche müssen sich vorab mit der israelischen Botschaft in Verbindung setzen.

Ein normales Touristenvisum kann in der Regel nur durch erneute Aus- und Einreise faktisch verlängert werden. Jahrespraktikant/inn/en können über anerkannte Träger in West-Jerusalem ein Jahresvisum beantragen.

Für Entsandte im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit ist in der Regel die bundesdeutsche diplomatische Vertretung bei der Beantragung des Visums behilflich.

Arbeitsvisa für mitausreisende Ehepartner/innen sind nicht garantiert, aber möglich.

Wohnen und Versorgung

Qualitätsvoller Wohnraum, auch mit für die Region untypischer Zentralheizung, steht ausreichend zur Verfügung, für Ausländer erwartungsgemäß relativ hochpreisig. Als Mieter sind sie allerdings gern gsehen, weil ihnen der Ruf vorauseilt pünktlich zu zahlen und nach Ende der Dienstzeit auch problemlos wieder auszuziehen.
Gelegentlich ist die Stromversorgung unregelmäßig, außerhalb von Ost-Jerusalem ist auch die Wasserversorgung unter Umständen schwierig, d.h. zeitweilig unterbrochen.

Alle gängigen Nahrungsmittel sind - zumindest in West-Jerusalem - erhältlich, u.U. nicht in den kleineren Städten in der Westbank und Gaza. Einschränkungen, was die Versorgung mit Alkohol - auch für Nichtmuslime - betrifft, sind zu gegenwärtigen.

Während des islamischen Fastenmonates Ramadan ist der öffentliche Verzehr von Nahrungsmitteln jede Art unerwünscht und gilt als unhöflich.

Geld (Wechselkurse) und Geldtransfer



Rückseite der neuen 2-Shekel-Münze
Photo: Zimmer-Winkel

Die Versorgung mit Bargeld ist in Jerusalem sowie in den größeren Städten Palästinas kein Problem, entsprechende Bankomaten stehen vielfach zu Verfügung.

Der Transfer auf palästinensische Konten dauert relativ lange und ist mit hohen Gebühren verbunden.

Überweisungen in US-$ werden in den Vereinigten Staaten automatisch geprüft und unter Umständen nicht ausgeführt.
Sehr praktisch ist ein eigenes deutsches Girokonto mit EC-Karte, mit deren Hilfe die Versorgung mit der Landeswährung Shekel (NIS) problemlos möglich ist.

Ausländische Kreditkarten werden zwar akzeptiert, unter Umständen - insbesondere bei regelmäßiger Fälligkeit von Verpflichtungen - aber mit hohem Einzelaufwand.

Mit Kindern im Zielland

Palästina ist ein ausgesprochen kinderfreundliches Land, es fehlt allerdings an einer deutschen Schule.
In Ost-Jerusalem sowie in West-Jerusalem (Anglican International School, hohe Schulgebühren!) gibt es die Möglichkeit englischsprachigen Schulen, in West-Jerusalem darüberhinaus auch eine modellhafte bi-linguale Schule (Hebr. und Arab).

Sicherheit für Ausländer im Zielland

Ausländer und Ausländerinnen waren faktisch in den letzten Jahrzehnten kein Ziel von (politisch motivierter) Gewalt. Zugleich wird die noch vor Jahren überall in Palästina selbstverständliche und herzliche Aufnahme von Ausländer/innen verstärkt durch Erfahrungen von Mißtrauen belastet.

Insgesamt sind in den letzten Jahren die Sicherheitsverhältnisse deutlich angespannter geworden, die lokalen Büros der Vereinten Nationen - und gelegentlich auch das deutsche Vertretungsbüro - geben tägliche Lageeinschätzungen ab; ein regelmäßiger Kontakt zum Vertretungsbüro ist geboten, die kontinuierliche Absprache mit lokalen Projektmitarbeitern oder Kooperationspartner/innen sollte darüber hinaus selbstverständlich sein.
Die Erfahrungen vor Ort zeigen aber auch, daß es eine umfassende Routine und Normalität des Alltagslebens gibt, die vielfach von Einreisenden nicht in diser Weise antizipiert wird.

Telekommunikation, Internet

Palästina ohne Mobilfunk ist schon seit langem nicht mehr denkbar, inwischen geht der eindeutige Trend zum Zweithandy.
Nicht alle Netzanbieter bieten alle Dienstleistungen in alle anderen Netze an, dies gilt besonders für SMS. Grundsätzlich sind die Dienste im Vergleich zu Deutschland günstiger, werden aber auch noch intensiver genutzt als hierzulande.
Israelische Netzanbieter haben in manchen Gegenden Palästinas, besonders dann wenn, was durchaus nicht sehr häufig vorkommt, einmal keine Siedlung in der Nähe liegt, Empfangsprobleme, es gibt aber auch einen hochprofessionellen palästinensischen Anbeiter (Jawwal mit der Vorwahl 059), der inzwischen mehrfach in der arabischen Welt für seine "Performance" ausgezeichnet wurde.
Seit kurzem versucht auch eine zweite palästinensische Firma, sich auf dem Markt zu behaupten.

Internetzugang gibt es auch in zahlreichen öffentlichen Internetcafes, die oft auch in kleineren Gemeinden zu finden sind.
Bei der Anmietung von Wohn- bzw. Büroräumen sollte auf das Vorhandensein eines Netzanschlusses geachtet werden, Neuinstallationen können zu einer Odysse werden.

Nützliche Adressen

Botschaften / Diplomatische Vertretungen

Vertretungsbüro der Bundesrepublik Deutschland
in den Palästinensischen Gebieten

Al Hurieh Street
P.O.B. 18 54
Ramallah

Tel.: + 972 (0)2 - 297 76 30
Fax: + 972 (0)2 - 298 47 86
Außenstelle Gaza

El Nassera Str. 10
Tel.: +972 (0)8 - 282 55 84
Fax: +972 (0)8 - 284 48 55


Notfallnummer
(Außerhalb der Bürozeiten, nicht bei Visafragen!)
+972 (0) 59 - 9 656 000
+972 (0) 54 - 3 046 337

http://www.ramallah.diplo.de/Vertretung/ramallah/de/Startseite.html
Hier finden sich auch zahlreiche weiterführende Links

Deutschsprachige Gemeinden

Evangelisch in Jerusalem
Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache zu Jerusalem
P.O.B. 14076,
Muristan Road,
91140 Jerusalem,
Telephon: 00972-(0)2-626 68 00
Telefax: 00972-(0)2-627 62 22
E-Mail: propstei@redeemer-jerusalem.com

Katholische deutschsprachige Gemeinde

Katholische Auslandsseelsorge, Paulushaus
Damaskus Gate
P.O.B. 14152
91141 Jerusalem
Mobilphone: +972-(0)54-9706410
Telephon: +972-(0)2-6282323, ext. 144
Telefax: +972-(0)2-6271652

Goethe-Institut Ramallah


Politische Stiftungen in Palästina

Friedrich Ebert-Stiftung

Friedrich Nauman-Stiftung

Hans Seidel-Stiftung

Heinrich Böll-Stiftung

Konrad Adenauer-Stiftung

Rosa Luxemburg-Stiftung (Büro im Aufbau)


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