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Niger
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Übersichts- karte
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![]() Zwei Drittel des Binnenlandes befinden sich in der Sahara. Nur der schmale Streifen des Staatsgebietes, der sich entlang der nigerianischen Grenze hinzieht, befindet sich in der so genannten Sudanzone. Der Streifen am nördlichen Rand der Trockensavanne ist die Sahelzone (Sahel = arabisch „Ufer“ der Wüste). Das Land erstreckt sich vom Mittellauf des Niger über die Sahelzone bis weit in die Sahara. Den größten Teil bilden weite Ebenen (200 - 250 m über NN). Im Zentrum erhebt sich das Aïr-Gebirge (Bagzane 2 022 m), im Nordosten leitet u. a. das 'Plateau du Djado'; zum Tibesti-Gebirge über. An die Ténéré-Sandwüsten im Osten schließen sich die Wüstengebiete des 'Grand Erg de Bilma' an, im Südosten bildet der Tschadsee die Grenze. Die vom Aïr-Gebirge kommenden Flüsse liefern den Oasen Wasser, verlieren sich aber in der Wüste. Der Norden ist geprägt von Sand- und Steinwüste, der Süden von Trockensavanne, die nach Norden in Dornstrauchsavanne und Halbwüste übergeht. Infolge langer Dürreperioden ist die Wüste (ca. 60% der Landesfläche) deutlich nach Süden vorgerückt. Eine interaktive Karte veranschaulicht die Größenverhältnisse im Niger, eine andere Karte zeigt die regionale Aufteilung Nigers oder aber das Relief des Landes. Die FAO bietet eine Vielfalt von themenspezifischen Karten (wie Bevölkerungsverteilung, Ökologische Problemzonen, Viehhaltung etc.) an. Die Kartensammlung von Reliefweb ist eine Fundgrube, die aktuell und konkret die wichtigsten Ereignisse im Niger widerspiegelt. ![]() Fluß Niger © Bettina Haasen |
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Natur- räumliche Gegeben- heiten |
KlimaEs lassen sich drei Klima- und Vegetationszonen unterscheiden:
Es gibt keine Jahreszeiten im eigentlichen Sinn, sondern
nur
einen Wechsel von Regen- und Trockenzeit. Die Trockenzeit dauert von
Oktober bis Mai, mit den heissesten Temperaturen in den Monaten April/
Mai (mit Höchstwerten bis zu 46°). Die
Durchschnitts- ![]() Pince d'Arakao, Téneré-Wüste, 2003, © Bettina Haasen Flora und FaunaDie Vegetation im Niger konzentriert sich entlang der saisonal mit Wasser angefüllten Wadis. Sie besteht aus dornigen Sträuchern und Bäumen. Es dominieren verschiedene Akazienarten (Balanites aegyptiaca), Euphorbien sowie die Dumpalme (hyphaene thebaica). Im Südosten des Landes, in der Umgebung des Tschadsees, liegt das Mangaland, das durch Savannenvegetation geprägt ist. Der Pflanzenreichtum des Landes wird von Mahagoni-, Kapok- und Affenbrotbäumen bestimmt, anden Wüstenrändern gedeihen Dattelpalmen. Die Vielfalt der Tierwelt (Addax, Gazellen) ist bedroht, zumal es kaum Schutzmaßnahmen gibt. 30km von Niamey entfernt, gibt es die Möglichkeit Giraffen zu betrachten, die an der Nationalstrasse nach Dosso ihr Reservat haben. Nach offiziellen Schätzungen leben dort ca. 176 Giraffen. Im kaum besiedelten Niger sind ökologische Aspekte weitgehend bedeutungslos. Allerdings erliess die Regierung 2001 ein Jagdverbot für Löwen und Giraffen. Ende November 2006 fand in Niamey ein Seminar statt, in dem die Möglichkeiten des Schutzes und Wertschätzung der vom Aussterben bedrohten Tierart debattiert wurden. Der an Benin grenzende Nationalpark W ist 150km südöstlich von Niamey gelegen. Der Name W bezieht sich auf den Verlauf des Flusses Niger, der hier an den gleichnamigen Buchstaben erinnert. Als einziges, noch intaktes Ökosystem im Niger, beherbergt er eine typische Savannenfauna mit über 70 tagaktiven Säugetieren. |
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Ökologische Probleme |
Die Republik Niger ist das größte Flächenland Westafrikas und besteht zu 2/3 aus Wüste und Halbwüste. Seit 1995 ist Niger Mitglied der Staaten, die die Konvention für Biodiversität unterschrieben haben. Für die landwirtschaftliche Nutzung steht von einer Gesamtfläche von 1,2 Mio qKm nur eine geringe Fläche des Landes zur Verfügung (ca. 3% für Ackerbau und 10% für extensive Viehwirtschaft). Der massive Bevölkerungsanstieg hat dazu geführt, dass die Brachezeiten der Felder verkürzt werden. Zugang zu Wasser ist ein großes Problem geworden. Jenseits der nördlichen agronomischen Trockengrenze in den Weidegebieten der nomadischen Viehhaltergruppen werden zunehmend Felder gebaut, die die Konflikte zwischen ethnischen Gruppen erhöhen. Gleichzeitig lässt sich beobachten, dass Viehhaltergruppen sich an Wasserstellen ansiedeln, welches eine Verarmung der Böden zur Folge hat. Der Baumbestand Nigers ist vor allem durch den täglichen Brennholzbedarf gefährdet. Es wird geschätzt, dass pro Kopf und Jahr in Niger ca. 300 Kg Holz verbraucht werden. Es hat Versuche gegeben, durch die Einführung von alternativen Öfen ("foyers améliorés") den Brennholzbedarf zu reduzieren.
- Leben in der Wüste Die Regenzeit (Juni-September) ist ebenso wie in den Nachbarländern Mali und Burkina Faso auch im Niger eine sehr besondere Zeit. Häufig sind die Ernteergebnisse des Vorjahres aufgebraucht und die Befürchtung, das sich eine Hungersnot wie im Jahr 2005 reproduzieren könne, ist groß. Die nigrische, meteorologische Institution AGRHYMET war aber im Juni 2008 äußerst optimistisch eingestellt. Der in kurzen Abständen auftauchende Regenfall kann durchaus katastrophale Auswirkungen auf verschiedene Regionen des Landes haben. Nach der verheerenden Nahrungssituation im vergangenen Jahr, stellen die Überflutungen in diesem Jahr neue Herausforderungen dar. Im Jahr 2005 waren rund 3,6 Millionen Menschen vom Hunger bedroht und ca. 400.000 Kinder leideten akut an Unterernährung. Die Gründe sind dafür sind komplex laut Ärzte ohne Grenzen. In den Hitzemonaten April/Mai 2005 lag die Unterernährungsrate bei 19,5% in den besonders betroffenden Regionen Tahoua und Maradi. Dass es sich in Niger nicht um eine einmalige Hungerskatastrophe handelte, und dass Fehlplanung und die lokale Marktwirtschaft auch mitspielen, ist allgemein bekannt. Insgesamt kann man aber davon ausgehen, dass die diesjährige Regenzeit für Bauern und Viehhalter positiv ausgefallen ist. Laut Aussagen des Ministeriums hat die Ernte mit 3,97 Mio Tonnen bessere Resultate erziehlt als in den vergangenen Jahren. Die Ernährunslage ist wie in vielen Sahel-Ländern auch im Niger weiterhin prekär und von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Die weltweite Finanzkrise bedroht auch die Länder des Südens, denn die Zahl der Hungernden ist im Vergleich zum Jahr 2005 weltweit um 10% gestiegen. Laut aktuellem Bericht der Deutschen Welthungerhilfe ist die Lage im Niger äußerst gravierend. Bei dem so genannten Welthungerindex liegt Niger auf Rang 85. DesertifikationDie Gebiete am Rand der Wüste sind sehr labil. In trockenen Klimazonen beschleunigt der durch den Treibhauseffekt bedingte Klimawandel die Wüstenbildung. Niger zählt zu den Ländern der Sahelzone, das durch die rasche Verwüstung der Umwelt stark betroffen ist. Durch die Sesshaftwerdung der Nomaden im Niger wird das erosionsgeschädigte Land schnell überweidet. In den Lebensräumen der Bauern im Süden des Landes führt widerum der flächenextensiv betriebene Feldbau auf fragilen Böden zu ökologisch belastenden Kreisläufen. Der Feuerholzgebrauch und die Wassernachfrage nimmt zu. Die Indikatoren der fortschrei-tenden Wüstenbildung sind vielschichtig. Die Gefahr der Desertifikation ist im Niger ein ernst zu nehmendes Problem, und viele der im Niger ansässigen Entwicklungshilfeorganisationen versuchen mit Programmen wie der gemeinschaftlichen Nutzung natürlicher Ressourcen und Weidemanagement, einen Beitrag zu leisten. 2006 war das internationale Jahr der Wüsten und Desertifikation. |
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Sozial- geographische Gegebenheiten |
Verkehrswege![]() Quelle: United Nations 2004
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Grunddaten |
Bei 12 Millionen Einwohner ist die Bevölkerungsdichte mit ca. 9 Personen pro qKm sehr gering. Niger hat das weltweit höchste Bevölkerungswachstum, welches mit 3.3% pro Jahr (eine Frau hat durchschnittlich 7,5 Kinder) grosse Entwicklungsprobleme hervorruft. Niger zählt seit 2006 zu den last livable countries und ist auf dem letzten Platz des Human Development Index des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen HDR. Der letzte Bericht von 2007 beschreibt die Schwierigkeiten, mit denen Niger zur Zeit konfrontiert ist. Auf der Seite des CIA erhalten Sie aktuelle Entwicklungsdaten: Indikatoren für die menschliche Entwicklung in Niger
Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt nicht mehr als 200 Euro. 63% der Nigrer leben unter der Armutsgrenze. Die Armut im ländlichen Raum, in dem 85 Prozent der Bevölkerung leben, ist besonders hoch. Nur 15 Prozent des Landes sind landwirtschaftlich nutzbar. Unsichere klimatische Bedingungen, Übernutzung der Böden und Erosion bedrohen die Grundlagen der landwirtschaftlichen Produktion. Bis Anfang der 80er-Jahre konnte Niger durch den Abbau von Uran erhebliche Exporterlöse erzielen. Nach dem Ende des Uran-Booms beschränken sich die Exporte auf landwirtschaftliche Produkte wie Zwiebeln, Sesam und Lebendvieh. Weitere entwicklungshemmende Faktoren sind das sehr hohe Bevölkerungswachstum, ungenügender Zugang zu Bildung und mangelnde gesundheitliche Versorgung. |
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Ein paar visuelle Eindrücke |
Regenzeit in Agadez
Der trockene Boden bricht auf
Weide für die Tiere und Milch für die Menschen
Weite Horizonte
und Müllhalden...,
nicht zu vergessen: Ski für die Dünen. Bilder © Bettina Haasen Bilderschauen wie von GEO-Tours oder von nigrischen Internetseiten verdichten das visuelle Entdecken Nigers. |
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Flagge und andere nationale Symbole
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Die Nationalflagge Nigers existiert seit dem 23.11.1959 - ein Jahr vor der Unabhängigkeit. Orange steht für die Savannen des Landes, weiß für die Lebensader (den Fluss Niger), grün für die Regenwälder. Der Wappen des Nigers zeigt eine vierteilige Flaggendrappierung und vier Symbole: die Sonne, zwei gekreuzte Tuareg-Schwerter, drei gekreuzte Hirsekolben und ein Zebu-Kopf. Die frühere französische Kolonie in Westafrika übernahm seine Nationalhymne 1961. Der Text stammt von Maurice Albert Thiriet und die Musik von Robert Jacquet (1896-1976) und Nicolas Abel François Frionnet (1911-?). Französischer Text |
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