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Mosambik
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4.1
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BevölkerungMosambiks heutige Gesellschaft ist das Ergebnis eines jahrhundertelangen Formationsprozesses, in dem portugiesisch-europäische und afrikanische Gesellschaftsstrukturen weitgehend nebeneinander koexistierten. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt auf dem Land; ein urbaner Lebenstil, bei dem sich europäische und afrikanische Einflüsse stärker vermischten, hat sich in größerem Umfang nur in der Hauptstadt Maputo, dem ehemaligen Lourenço Marques, in der Hafenstadt Beira sowie einigen Provinzhauptstädten entfaltet. Mosambiks Amtssprache ist Portugiesisch, doch nur ein gutes Drittel der Mosambikaner spricht oder versteht Portugiesisch. Abgesehen von den wenigen Portugiesen (etwa 1 Prozent der Bevölkerung), Indern, Chinesen und anderen Staatsangehörigen sprechen die meisten Mosambikaner muttersprachlich eine Bantusprache. Der Katalog Ethnologue.com listet 43 Sprachen auf, dort können Sie auch eine Verbreitungskarte ansehen. Durch den Tourismus und Handel mit den Nachbarstaaten gewinnt Englisch eine zunehmende Bedeutung. Ethnische VielfaltIn Mosambik leben viele ethnische Gruppen, die in etwa 40 Volks- bzw. 15 Sprachgruppen eingeteilt werden. Obwohl die Makhuwa und Lomwe, die im Norden Mosambiks bis weit nach Tansania hinein siedeln, mit ihren Untergruppen etwa 40 Prozent der Bevölkerung ausmachen, teilt Mosambik nicht das Problem einer dominanten ethnischen Gruppe vieler anderer afrikanischer Staaten. In direkter Nachbarschaft in der Provinz Cabo Delagdo leben die Makonde als zwar kleine, aber selbstbewusste Gruppe. Sie sind vor allem durch ihr kunsthandwerkliches Geschick bekannt geworden. Von ihnen ging in den 1960er Jahren der Befreiungskampf gegen die Kolonialmacht aus. In der Nordprovinz Niassa ist die Heimat der auch in Malawi lebenden Yao.
© Ferhat Momade, AIM/issa In der Tieflandzone beiderseits des Sambesi siedeln die Sena, Nyanja und Nyungwe. In Zentralmosambik leben die Shona, Tonga, Manyika und Ndau, weiter im Süden die für ihre Timbila-Musik bekannte kleine Gruppe der Chopi (Inhambane) und schließlich in Gaza und Maputo die Tswa, Ronga und Shangaana, die zu den Tsonga, wie sie in Südafrika genannt werden, gehören. Der Sambesi trennt die matrilinearen Gruppen des Nordens von den übrigen Ethnien, deren Sozialstruktur der für afrikanische Gesellschaften typischen hierarchischen Gliederung mit Chiefs und Ältesten entspricht. Weil die Frelimo-Regierung eine nicht-rassische und anti-tribale Bevölkerungspolitk verfolgte, spielte die ethnische Komponente im Bürgerkrieg eine eher untergeordnete Rolle, wenn auch die Führungsriege der Renamo sich fast ausschließlich aus den Sena rekrutierte. Vorwürfe nach einer Benachteiligung des Nordens und Zentrums und Rufe nach einer "Afrikanisierung" der politischen Institutionen wurden erst im Zuge der Demokratisierungs- und Dezentralisierungsbestrebungen lauter. |
Soziale Lage und ArbeitsmarktMangelernährung, Krankheiten und Armut bestimmen den Alltag eines Großteils der Bevölkerung Mosambiks. Die Lebenserwartung liegt bei knapp über 42 Jahren. 43 Prozent der Bevölkerung hatten 2004 keinen Zugang zu sauberem Wasser. Über einem Drittel (38,7 %) der Bevölkerung kann nicht lesen und schreiben. Etwa 70 Prozent leben unter der nationalen Armutsgrenze. Ein Mosambikaner verdient jährlich im Schnitt umgerechnet etwa 290 US-Dollar. Trotz der guten Wachstumsraten der Wirtschaft von im Durchschnitt über sieben Prozent in den vergangenen zehn Jahren bleibt die Arbeitslosigkeit in Mosambik sehr hoch. Es gibt keine verlässlichen Zahlen, aber Schätzungen gehen von 50 bis 80 Prozent Arbeitslosigkeit aus. Von den geschätzen 8,8 Mio. Arbeitenden sind 80 Prozent in der Landwirtschaft, vornehmlich im Subsistenzanbau, beschäftigt. Etwa sechs Prozent sind im Industriesektor und 13 Prozent im Dienstleistungssektor tätig. Offizielle Erhebungen zur Arbeitskraft beziehen sich zumeist auf den Census von 1997. Im Mai 2007 hat das Parlament nach langen und heftigen Debatten das neue Arbeitsgesetz verabschiedet. Das Gesetz (engl. Fassung) beschneidet die Arbeiterrechte, weswegen die Gewerkschaften lange um einen Kompromiss gerungen haben und das Streikrecht im Wesentlichen erhalten konnten. Sie fordern eine Erhöhung des Mindestlohns um 17 Prozent, weil die umgerechnet 55,7 US-Dollar monatlich nur zur Hälfte zum Lebensunterhalt beitragen können. Um die Schlichtung von Arbeitskonflikten kümmert sich das u.a. von der GTZ finanzierte Labour Arbitration Center (CAL, Centro de Arbitragem Laboral, eine Initiative von Mozlegal. Auf der CAL-Homepage können die Arbeits- und Sozialgesetze sowie das Diskret zur Festlegung des Mindestlohns in Industrie und Landwirtschaft abgefrufen werden. Stadt-Land-GefälleMosambik gehört zu den vergelichsweise noch schwach urbanisierten Staaten Afrikas. Andererseits weist es wegen der massiven Wanderungsprozesse aus dem ländlichen in den städtischen Raum eine relativ hohe Verstädterungsrate auf (in der letzten Dekade 1990-2000 7,1 Prozent). Wegen der wachsenden Urbanisierung leben mittlerweile etwa sieben Millionen Menschen (36 Prozent der Bevölkerung) in Städten. Auf Grund der Anziehungskraft der Hauptstadt leidet Mosambik auch unter einem starken regionalen Ungleichgewicht. Etwa eine Million Mosambikaner - vorwiegend aus den Südprovinzen Gaza, Inhambane und Maputo - arbeiten legal oder illegal als Wanderarbeiter in Südafrikas Bergwerken, Landwirtschaft und der Industrie. |
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GeschlechterverhältnisseFür das ländliche Mosambik gilt die für afrikanische Gesellschaften typische geschlechtsspetzifische Arbeitsteilung, bei der den Männer die Jagd, das Roden der Felder sowie das Zäunebauen, Dachdecken und der Hausbau obliegt, während die Frauen für das Sammeln von Früchten, das Hacken, Jäten und Ernten, Holzsammeln, Wasserholen, Kochen und die Kindererziehung verantwortlich sind. Zwangsarbeit unter der portugiesischen Kolonialherrschaft, zu der auch Frauen gezwungen waren, und die Wanderarbeit der Männer haben die familiären Strukturen vor allem im Süden drastisch verändert. Seit der Unabhängigkeit haben Frauen Zugang zu allen Lebens- und Verwaltungsbereichen. Es ist ein Verdienst der Frelimo, dass Mosambik mit knapp 30 Prozent der Abgeordneten heute den höchsten Frauenanteil aller Parlamente im Südlichen Afrika vorzuweisen hat. Gleichwohl bleibt der tatsächliche Einfluss der Frauen im Parlament auf die Politikgestaltung gering, und der Anteil an Frauen an bezahlter Arbeit beträgt nur vier Prozent. Dafür werden die afrikanischen Märkte von Frauen bestimmt, ihr Anteil am Handel beträgt über 50 Prozent. Auf der Ranking-Liste des GID (Gender-Institutions and Development-Index), bei dem es um den Index von Frauendiskriminierungen und Frauenrechte geht, liegt Mosambik auf Rang 102 von 123. Im Dezember 2003 hat das mosambikanische Parlament ein neues Familiengesetz verabschiedet, das Frauen den Männern gesetzlich gleichgestellt und auch traditionelle Formen der Eheschließung unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Frauen dürfen nach dem Gesetz eigene Verantwortung in der Ehe ausüben. Zum Schutz der Mädchen wurde das Heiratsalter auf 18 Jahre heraufgesetzt. Von dieser gesetzlichen Gleichstellung profitieren allerdings in erster Linie die städtischen Frauen. Auf dem Land herrschen weiterhin traditionelle Gewohnheitsrechte vor, Frauen sind beim Erbrecht benachteiligt, ihnen wird der Zugang zu Bildungseinrichtungen erschwert und sie nehmen kaum am politischen und gesellschaftlichen Leben teil. Die Folge ist, dass die Frauenalphabetisierung 2005 mit 31,4 Prozent wesentlich niedriger lag als jene der Männer mit 60,1 Prozent. Eine Studie zu Frauenrechten in Mosambik zeigt auf, dass mangelnder Schutz vor HIV/Aids und vor häuslicher Gewalt sowie der niedrige Bildungsstand die Frauen weiterhin benachteiligt. Die Kleinbäuerinnen müssen trotz des Landgesetzes von 1997 noch um ihre Landrechte kämpfen. Die Benachteiligung der Frauen auf dem Lande hat eine Studie am Beispiel der krisengeschüttelten Cashew-Industrie in Nampula untersucht (zur vollständigen Studie als Word-Datei). Von Frauen geführte Haushalte machen ca. 22 Prozent der ländlichen Haushalte aus. Ihr Einkommen ist nur halb so hoch wie das der von Männern geführten Haushalte. Der Anteil getrennter und alleinstehender Frauen auf dem Lande ist relativ hoch, interessanter Weise haben sie oft einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt als verheiratete Frauen und können auch eher in die Bildung ihrer Töchter investieren. Eine Seite zu Frauen in Mosambik hat der KKM (links Link "Frauen" klicken) zusammengestellt. Bei Peace Women finden Sie einige Adressen zu Frauenorganisationen in Mosambik.
Makhuwa-Frau in Nampula. © Ferhat Momade, AIM/issa |
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UNICEF-Studie zur Kinderarmut: Childhood Poverty in Mozambique SWR-Portrait eines Kinderalltags: Unsesco-Studie zum Frauen- und Kinderhandel: |
Kinderarmut und -rechteKinder machen heute über 50 Prozent der Bevölkerung aus. Daher sind Kinderarmut und Kinderrechte wichtige Themen, denen sich etwa die AWEPA-Konferenz zu Kinderechten angenommen hat. Wie sonst in der Region gibt es auch in Mosambik eine wachsende Zahl von Waisenkindern. Laut einer UNICEF-Studie gibt es derzeit 1,6 Mio. Waisen, 380.000 haben ihre Eltern auf Grund von HIV/Aids verloren. Nicht immer, fanden Experten von Save the Children heraus, werden sie von ihren Großfamilien unterstützt, es gibt auch Fälle von Ausbeutung der Kinderarbeit. Arbeit unter 15 Jahren ist in Mosambik laut Arbeitsgesetz nur bei von Zustimmung durch das Gesundheits-, Bildungs-, Arbeitsministerium und den gesetzlichen Erziehern erlaubt, dennoch waren laut einem UNDP-Bericht 1999 43.000 Kinder vorwiegend im Agarsektor und Dienstleistungsbereich tätig. Die Dunkelziffer liegt weit höher. Ein Viertel der Kinder wird gar nicht erst eingeschult, denn Kinder müssen zum Lebensunterhalt der Familien beitragen und das geschwächte familiäre Einkommen aufbessern. Kinder dürfen maximal 38 Stunden in der Woche und bis zu 7 Tage arbeiten. Sie dürfen keinen gesundheitsschädigenden oder gefährlichen Arbeitsplätzen ausgesetzt werden und müssen vor dem Antritt einer Arbeit medizinisch untersucht werden. Gesetzlich muss den Kindern der Mindestlohn oder zwei Drittel des Erwachsenenlohns bezahlt werden. Das Arbeitsministerium reguliert die Kinderarbeit im formellen wie auch informellen Sektor. Staatliche Schutzregelungen kapitulieren freilich angesichts des auch in Mosambik vorkommenden illegalen Kinderhandels. Nach einer Studie von SANTAC, dem "Südafrikanischen Netzwerk gegen Kindesmissbrauch und Kinderhandel", das auf Initiative von terre des hommes Deutschland gegründet wurde, ist Kinderhandel in allen Staaten des Südlichen Afrika ein Problem. Jährlich gelangen mehrere tausend Kinder und Jugendliche aus Mosambik nach Südafrika, wo sie zur Prostitution gezwungen oder als Arbeitskräfte missbraucht werden. terre des hommes engagiert sich auch in Mosambik gegen den Kinderhandel. |
4.3
Link zum Ministerium für Bildung und Kultur: |
SchuleDer freie Zugang zur Bildung war eines der vorrangigen Ziele der Regierung nach der Unabhängigkeit. Mitte der 1980er Jahre trat das Nationale Bildungsgesetz (Sistema Nacional de Educação, SNE) in Kraft, das in seinen Grundsätzen bis heute gültig ist. Der Primarschulbereich (Ensíno Primario, EP) gliedert sich in die Primarschule erster Stufe (EP1) von der ersten bis zur fünften Klasse und der Primarschule zweiter Stufe (EP2), welche die sechste und siebte Klasse umfasst. Der Sekundarschulbereich ist ebenfalls in zwei Stufen unterteilt: ESG1 umfasst die Klassen acht bis zehn, ESG2 die Abiturklassen elf und zwölf. Im Bürgerkrieg ist nahezu die Hälfte aller Primarschulen zerstört worden, in einigen Distrikten war das Schulwesen völlig zum Erliegen gekommen. Nach dem Friedensvertrag hat sich die Regierung bemüht, das Programm "Bildung für alle" als einen wichtigen Baustein zur Armutsbekämpfung wieder aufzunehmen. Zwischen 1992 und 2003 wuchs die Zahl der Primarschulen von 2800 auf über 8000 an. Gleichwohl hat Mosambik in der Grundschulbildung noch mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Das angestrebte Ziel, dass bis 2015 alle Kinder die ersten fünf Schuljahre durchlaufen können, ist kaum erreichbar. Noch heute verlassen nahezu 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler das Schulsystem, ohne wirklich Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt zu haben. Die Zahl der Schulabschlüsse bleibt also noch hinter den Erwartungen der Regierung zurück, wie eine Studie der Weltbank aufzeigt. Die Aids-Pandemie hat zudem zu einen extremen Lehrermangel geführt. Die Schüleranzahl im Primarbereich 1 stieg von 2,3 Millionen in 1999 auf drei Millionen im Jahr 2004 an. Zur Zeit verfügen 41 Prozent der Primarschullehrer und 33 Prozent der Sekundarlehrer über keine pädagogische Ausbildung, Tendenz steigend. Die Grundschulbildung leidet darunter, dass die Mehrzahl der Kinder kein Portugiesisch spricht. Deswegen muss der Unterricht in einer der zahlreichen Landessprachen beginnen. Die Lehrpläne und deren Begriffe sind aber noch in Portugiesisch. Mit Hilfe und Lehrmaterial des dem Bildungsministerium angegliederten Instituto Nacional para o Desenvolvimento da Educação (INDE) und des Direcção Nacional do Ensino Básico (DNEB) wird vor allem in den Nordprovinzen ein Programm zur zweisprachigen Bildung erprobt, das noch in der Experimentierphase steckt. Neben Portugiesisch wird dort in Makua-Metto (Cabo Delgado), Njanya (Tete), Emakua (Nampula), Sena und Ndau (Sofala) und Changana (Gaza) unterrichtet. Einen Überblick über das Bildungssystem finden Sie auf der Seite des KKM (links "Bildung" klicken). Der KKM hat den Mosambik-Rundbrief 75 vom Mai 2008 dem Thema Bildungsreformen in Mosambik gewidmet. Amelia hat noch einen langen Schulweg: Lesen Sie in einem Beitrag der Tagesschau über das Projekt "Bildung für Afrika". Erschreckend sind jüngste Daten zur sexuellen Belästigung von Schülern. Danach sind 43 Prozent aller Schülerinnen und Schüler schon einmal sexuell beästigt worden. Das BMZ fördert die Grund- und Berufsbildung mit einem 10-Mio.-Projekt. ![]() Schule in Laulane, Maputo. © L. Berger/issa HochschuleIn der Hochschulbildung gibt es unterschiedliche Abschlüsse: den Bachelor (drei Jahre), die Licenciatura (vier Jahre) sowie zweijährige Master-Kurse. Promovieren (drei bis fünf Jahre) lässt sich nur an ausländischen Hochschulen, die Universitäten Mosambiks fühlen sich noch nicht reif dafür. Neben der Eduardo-Mondlane-Universität UEM hat die Regierung die Pädagogische Universität Maputo UP und das Institut für Internationale Beziehungen ISRI sowie die Marineschule (ENM) und die Polizeiakademie (ACIPOL) eingerichtet. Daneben gibt es verschiedene private Einrichtungen, etwa das Polytechnische Institut ISPU, das Institut für Wissenschaft und Technologie (ISCTEM), das Institut für Transport und Kommunikation (ISUTC), die Katholische Universität UCM und die moslemische Mussa Bin Bique-Universität (UMBB). Eine ausführliche Studie zur Higher Education in Mozambique zeigt den gegenwärtigen Stand der Hochschulbildung auf. Eine Adressliste aller Hochschulinstitute liefert die Seite Instituições de Ensino Superior der Regierung. Weitere Links zum Bildungswesen in Mosambik finden Sie beim Deutschen Bildungsserver. |
4.4
Link zum Gesundheitsministerium: |
GesundheitswesenDie Reduzierung der Mütter- und Kindersterblichkeit ist in den MDGs 4 und 5 festgeschrieben. In den letzten Jahren hat es im Gesundheitsbereich dazu einige Fortschritte gegeben, doch es ist noch "ein weiter Weg", bis Mosambik diese Ziele erreicht hat. So ist bei einer Rate von 2,6 Ärzten auf 1000 Einwohner die medizinische Versorgung des staatlichen Gesundheitssystems alles andere als ausreichend. Im ganzen Lande waren nach WHO-Angaben 2004 nur 514 Ärzte tätig, oft tragen die knapp 4000 Krankenschwestern die Hauptlast der Versorgung. Gut ausgestattete Krankenhäuser gibt es nur in den Städten. Und während das Zentralkrankenhaus in Maputo mit medizinischer Hochtechnologie ausgerüstet, aber restlos überlastet ist, sind die staatlichen Gesundheitsstationen auf dem Lande oft viele Kilometer entfernt, so dass in dringenden Fällen keine Hilfe erreichbar ist. Nur etws 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung leben in einer Entfernung von weniger als 10 Kilometern von einem Gesundheitsposten entfernt. Aids wird auch in Mosambik zu einem bedrohlichen Thema. Nach Angaben von UNAIDS sind 16,1% der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren von der Immunschwäche HIV/Aids betroffen. Die Regierung hält es kaum für möglich, den in den MDGs festgelegten Stillstand der Infizierungen zu erreichen, weil die Umsetzung der HIV/Aids-Bekämpfung hakt. In ihrem Fortschrittsbericht zur Bekämpfung von HIV und Aids legt sie gegnüber den zuständigen UN-Gremien Rechenschaft über ihre Aids-Politik ab. 58 Prozent der HIV-Positiven in Mosambik sind Frauen, die wegen der gesellschaftlichen Benachteiligung einem größeren Risiko ausgesetzt sind, angesteckt zu werden. Mit der Verbreitung der Krankheit geht zusehends landwirtschaftliches Wissen verloren. Im Süden Mosambiks verbreitet sich die Immunschwächekrankeit über "diskrete Wege", nämlich im tragischen Zusammenspiel von Armut, Aids und Wanderarbeit. Die katholische Kirche kritisiert das Verteilen von Kondomen. Der angesehene Erzbischof von Maputo, Francisco Chimoio, hat im September 2007 sogar behauptet, dass europäische Länder absichtlich mit HIV infizierte Kondome nach Afrika schicken würden, um die Afrikaner zu töten. Aids-Aktivisten habe diese Aussagen scharf kritisiert. Der Aids-Problematik haben sich viele ausländische Organisationen angenommen, etwa die Unicef, die Aids-Waisen und betroffenen Kinder unterstützt. Die Regierung selber hat ein breit angelegtes Medienprojekt zur Aids-Aufklärung angeleiert. Umfangreiche Daten zum Gesundheitswesen, zu verbreiteten Krankheiten und zur medizinischen Versorgung gibt das Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO. Aktuelles zur Gesundheit finden Sie auf der Seite des KKM. Traditionelle HeilerDie Aids-Pandemie hat dazu geführt, dass die traditionellen Heiler wieder mehr Bedeutung bekommen, sie helfen, wo es keine Heilung mehr gibt. Die curandeiros waren nach der Unabhängigkeit Mosambiks zunächst unerwünscht. Heute sind die traditionellen Heiler im 1990 gegründeten Dachverband Ametramo (Associação dos Médicos Tradicionais de Moçambique) vereint und werden staatlich gefördert. Traditionelle Heilungsriten spielen bei der Behandlung kriegstraumatisierter Kinder eine wichtige Rolle. Zur sozialen Eingliederung von Kindersoldaten können Sie sich eine Studie des Berghof Forschungszentrums für konstruktive Konfliktberatung aus dem Netz holen. Soziale SicherungEin umfassendes System sozialer Sicherheit gab es in Mosambik bislang nicht. Seit Mitte der 1990er Jahre hat die Regierung aber ein Sozialhilfeprogramme für bedürftige Haushalte in den Städten und städtischen Randgebieten aufgelegt. Für die Bewilligungsverfahren war die quasi-autonome Organisation GAPVU zuständig. In den Genuss von Sozialhilfe kamen neben Haushalten und Kleinhändlern auch demobilisierte Soldaten und Flutopfer. Nachdem GAPVU wegen Korruptionsskandalen 1997 schließen musste, wurde das Instituto Nacional de Acção Social (INAS) gegründet, das direkt dem Ministerium für Frauen und Soziales (MMAS) unterstellt ist. INAS unterstützt Haushalte mit monatlich umgerechnet 3-6 US-Dollar, die unterhalb der absoluten Armutsgrenze leben und die nicht in der Lage sind zu arbeiten. Unterstützt werden auch unterernährte schwangere Frauen. Programme für den ländlichen Raum werden derzeit überprüft. Obwohl die Sozialhilfeprogramme in allen Provinzen angeboten werden, profitiert bislang gerade mal ein Prozent der Bevölkerung davon. Einige wenige nationale wie internationale Institutionen aus dem Sozialbereich leisten zusätzliche Unterstützung zur Sicherung des alltäglichen Grundbedarfs. Im Dezember 2006 hat das Parlament schließlich ein Gesetz zur Sozialen Sicherheit verabschiedet, das am 7. Februar 2007 veröffentlicht wurde und den rechtlichen Rahmen für die staatliche Sozialhilfe festlegt. Die Entwicklung der sozialen Fürsorge und Gesetzgebung sowie der einzelnen Sozialhilfeprogramme kann in einem informativen virtuellen Workshop bei slideshare nachvollzogen werden. |
4.5
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Mosambik besitzt eine großen kulturellen Reichtum, der sich in den Jahren nach dem Bürgerkrieg erst so richtig entfalten konnte. Einen Überblick über Kultur- und Bildungspolitik bietet das Auswärtige Amt. Mit der Organisation von regionalen Kulturfestivals versucht die Regierung, die kulturelle Vielfalt zu pflegen. Eine Seite zu Musik, Literatur, Theater, bildende Kunst und Film hat der KKM eingerichtet. Der Mosambik-Rundbrief 68 ist dem Thema Kultur in Mosambik ("letzte Ausgaben") gewidmet. Weiteres über Kunst und Kultur bietet Zambezia Travel. Aktuelle Bücher und CDs aus dem portugiesischsprachigen Raum werden bei nova cultura vorgestellt. Im Bairro Hulene nordöstlich der Zementstadt Maputos gibt es eine Künstlervereinigung, die Associação Cultural Lhluvuka Arte, die Künstlern verschiedener Richtungen ein Forum bietet. Um schon einmal einen Vorgeschmack auf die pulsierende Kulturszene der Hauptstadt zu bekommen, sollten Sie den Beitrag Maputo bei Nacht lesen. Schließlich lohnt sich auch ein Link auf die Seite Casa de Moçambique. LiteraturWie andere afrikanische Staaten besitzt auch Mosambik eine reiche orale Märchen- und Erzähltradition. Eine schriftliche Literatur entstand erst im 20. Jahrhundert. In der Kolonialzeit verliehen Autoren wie Jesé Craveirinha (geboren 1922) und die damals einzige schwarze Autorin Noémia de Sousa (1926) den Aspirationen der schwarzen Mehrheit Worte. Nach der Unabhängigkeit zeigte eine neue Generation von Autoren wie Lilia Momplé, Albino Magaia oder Calane da Silva ihr Talent für neue Formen der Literatur, vor allem in der Alltagsprosa. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, wie bei Ungulani Ba Ka Khosa, mit Unabhängigkeit und Bürgerkrieg, prägen bis heute die mosambikanische Literatur. Zunehmend verschafft sich aber auch eine Generation junger Autoren Gehör, die einen unbelasteten Blick auf die Geschichte des Landes haben und eine kritischen, ironischen und engagierten Stil pflegen. Einer von ihnen ist Pedro Muiambo, dessen erster Roman "A Enfermeira da Bata Negra" mit subtilem Humor die großen Gestalten seines Landes entmystifiziert. Einen Link zu verschiedenen Autoren Mosambiks bietet die Seite Poetas de Moçambique, Texte von Autoren (in Port.) sind auf Poesia Autores Africanos zu finden.
Mia Couto Bekanntester mosambikanischer Schriftsteller und nach dem Nobelpreisträger Saramango in Portugal meist gelesener Autor portugiesischer Sprache ist Mia Couto. Der 1955 als Sohn portugiesischer Einwanderer in Beira geborene Couto gehört zu den großen afrikanischen Literaten. Er verwischt in seiner Prosa mit kraftvoller poetischer Sprache die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion, zwischen Wahrscheinlichem und Unwahrscheinlichem. Seine Werke, darunter "Unter dem Frangipanibaum" (2000), beschreiben den Alltag, die Hoffnungen, Sehnsüchte und Wunden der Mosambikaner. In "das schlafwandelnde Land" (in Deutscher Übersetzung leider vergriffen) beschreibt Couto in eindringlicher Weise die tragische Odyssee Mosambiks während des Bürgerkrieges. Der Roman wurde von der Jury des internationalen Buchfestivals in Simbabwe zu einem der zwölf besten afrikanischen Bücher des 20. Jahrhunderts gewählt. Coutos neuster Roman "O outro Pé da Sereia" geht auf eine historische Episode zur Zeit des Monomotapa-Reiches zurück. Unter der portugiesischen Ausgabe von Wikipedia finden Sie eine aktuelle Werkübersicht zu Mia Couto.
Paulina Chiziane Einen Namen gemacht hat sich auch die ebenfalls 1955 geborene Paulina Chiziane, die sich als eine der wenigen Schriftstellerinnen Mosambiks immer wieder mit der Realität der einfachen Leute, den traditionellen Bräuchen und Erwartungen und den Erfahrungen der Frauen auseinandersetzt. Von ihr sind drei Romane in deutscher Sprache erschienen: In "Wind der Apokalypse" (1997) deckt sie in schonungsloser Offenheit Gräuel des Bürgerkrieges auf. "So etwas will ich nie wieder schreiben", hat sie später gestanden, weil die Gesichter und Bilder des Krieges jedes Mal wieder zurückkämen. Hier können Sie einen kleinen Textauszug daraus lesen. 2001 erschien die deutsche Ausgabe von "Liebeslied an den Wind", 2003 der Roman "Das siebte Gelöbnis". Ihr 2002 erschienener vierter Roman "Niketche. Uma história de poligamia", ist bislang noch nicht in deutscher Übersetzung erschienen. Eine weitere bekannte Autorin ist die 1935 auf der Insel Mosambik geborene Lilia Momplé, deren Kurzgeschichte "Stress" ihren Erzählband "Os olhos da cobra verde" einleitet und mit Melancholie den Verlust der nationalen Identität durch die Globalisierung beschreibt. Theater und TanzTraditionelle Tänze sind auch heute noch im mosambikanischen Alltag sehr lebendig und aufgrund der Völkervielfalt verschiedenartig. Die Schweizer Choreographin Bettina Holzhausen, die einige Monate mit der Companhia Nacional de Canto e Dança (CNCD) in Mosambik arbeitete, studierte auf ihrer Reise in den Norden auch die traditionellen Tänze in den Dörfern und Städten. Die 1983 gegründete CNDC genießt staatliche Förderung und ist auf vielen ausländischen Bühnen aufgetreten. Aus der heutigen Theaterszene in Maputo ragt das Teatro Avenida heraus. Es hat durch das Engagement des bekannten schwedischen Autors Henning Mankell internationale Anerkennung bekommen, der seit 20 Jahren seine Stücke inszeniert. "Ein armes Thetaer ist in gewisser Weise ein gutes Theater", sagt Mankell in einer brigitte-Reportage. Interessant ist auch die Theatergruppe Mutumbela Gogo, die Schillers klassisches Stück "Die Räuber" in den mosambikanischen Kontext übertragen hat. Die Nationale Schule für visuelle Kunst (ENAV) hat einen Video- und Tanz-Workshop mit Studenten durchgeführt und die Ergebnisse unter dem Titel Videodance in Maputo ins Netz gestellt. MusikszeneEbenso reichhaltig wie beim traditionellen Tanz sind die Musikstile in Mosambik. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind die Timbila-Musik der Chopi in der Provinz Inhambane und die Marrabenta-Musik, die städtischen Ursprungs ist. Das Orchestra Marrabenta besteht seit 1979. Mangelnder Rechteschutz, Raubkopien, fehlende Förderung und schlechte Technik machen es den modernen Musikern Mosambiks nicht leicht, auf dem internationalen Markt zu bestehen, wie Sie im Beitrag "Verstummender Gesang" aus dem Mosambik-Rundbrief lesen können. Die NRO Pro Music unterstützt mosambikanische Musiker dabei.
Timbila-Spieler in Inhambane Die Internetseite Mozambique Music Magazine bietet seit Februar 2005 erstmals die Möglichkeit an, Musik aus Mosambik direkt herunterzuladen. Dort werden über 150 Musiker und Bands wie Eyuphuro, Ghorwane, Kakana Band, Mabulu oder Stewart Sukuma vorgestellt. Ghorwane besitzt eine eigene Homepage. Links zu den Alben einiger Bands bei afromix. Wenn Sie selber singen wollen, bitte schön: Auf der Seite von mosambik.info können Sie mosambikanische Lieder im MP3-Format runterladen. Bildende KünsteMosambiks künsterlisches Aushängeschild war für lange Zeit der Maler Malangatana Valente Ngwenya, der in Deutschland durch sein riesiges Gemälde bekannt wurde, das 1988 auf einer Konferenz in Bonn entstand. Im Juni 2006 ist Malangatana zu seinem 70. Geburtstag mit dem Mondlane-Orden, der höchsten Auszeichnung Mosambiks, geehrt worden. Zugleich wurde in seinem Geburtsort Matalana eine Stiftung gegründet, die seinen Namen tragen wird und die Künste und Kultur Mosambiks fördern will. Mittlerweile haben sich etliche bildende Künstler einen eigenen Namen gemacht und sich in der Künstlerkooperative Arte Feliz zusammengetan. Sie haben sich vom großen Malangatana längst emanzipiert und ihren eigenen Stil geschaffen, wie etwa die Bilder von Kheto Lualuali zeigen. Auch die vom Christenrat unterstützte Kampagne "Schwerter zu Flugscharen" hat mosambikanische Künstler dazu inspiriert, aus Bürgerkriegswaffen Skulpturen zu machen. Mit der Korbflechtkunst der Makhuwa, die ein Zahlensystem entwickelt haben, das aus einer Mischung aus 5er- und 10er-System besteht, beschäftigte sich der interessante Forschungszweig der "Ethnomathematik". ![]() Ölgemälde von Malangatana Ngwenya (1974/75) FotografieMosambik besitzt eine der bedeutendsten Schulen der Fotografie auf dem afrikanischen Kontinent. Der 1956 in Maputo geborene Sérgio Santimano ist einer ihrer prominenten Vertreter. Nach seinem Studium in Portugal und Schweden arbeitete er als Reporter in Maputo und wurde bald durch seine Fotoreportagen, internationalen Ausstellungen und Bildbände zu aktuellen und politisch brisanten Themen zu einem Fotografen mit internationalem Renommée.
© Ricardo Rangel, Der beeindruckende Bildband Iluminado Vidas zeigt Bilder des Fotografen Ricardo Rangel und vierzehn seiner Kollegen. 126 Bilder sind auch in einer Ausstellung zusammengefasst. "Die Fotografie", sagte Ricardo Rangel einmal, "kann dich zu Orten führen, die fremder und wundervoller sind, als du sie dir jemals vorstellen könntest." |
4.6
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Schätzungen über die Zahl der Gläubigen in Mosambik sind sehr ungenau. Nach Angaben des Nationalen Statistikinstitutes gab die Hälfte der Bevölkerung an, nicht gläubig zu sein. Wissenschaftler nehmen an, dass nahezu alle Menschen in Mosambik in irgendeiner Weise traditionelle religiöse Riten anerkennen oder praktizieren. Von den 8 Millionen, die einer anerkannten Religion angehören, sind schätzungsweise 24% römisch-katholisch, 22% protestantisch und 20% muslimisch. Bei der Abteilung für religiöse Angelegenheiten im Justizministerium sind 732 verschiedene Konfessionen und 124 religiöse Organisationen registriert. Etliche Links zu Kongregationen bietet die Seite Religion in Mozambique von Le Fait Missionnaire. Offizielle ReligionenDie katholische Kirche war als Staatskirche vor der Unabhängigkeit eng mit der portugiesischen Kolonialmacht verflochten und größter Grundbesitzer, weswegen sie von der Frelimo bekämpft wurde. Mit der Übernahme einer vermittelnden Rolle bei den Friedensverhandlungen 1990-92 durch die katholische Kirche hat sich deren Verhältnis zur Regierung entspannt. Sie hat die früheren kolonialen Besitztümer wieder übernommen und in Nampula eine eigene Universität, die Universidade Católica de Moçambique (UCM) errichtet. Eine wichtige gesellschaftspolitische Rolle spielt auch der Christenrat von Mosambik (CCM), dem 22 protestantische Kirchen und zwei Vereinigungen angehören (falls der Link zum CCM gerade nicht funktioniert, einen Überblick liefert der Ökumenische Rat der Kirchen). Weil die protestantischen Kirchen nicht so eng mit der portuguiesischen Kolonialmacht verbunden waren, konnten sie eine vom Staat unabhängigere Position wahren. Der CCM spielte deshalb beim Versöhnungsprozess in Mosambik von Beginn an eine vermittelnde Rolle, auf welche die katholiche Kirche erst später aufgestiegen ist. Sein aktuelles Projekt "Choose Life" richtet sich gegen die ausufernde Gewaltkriminalität in Maputo und knüpft an Erfahrungen der Konfliktvermittlung aus Bürgerkriegszeiten an. Der CCM gehört zu den Kirchen im Östlichen und Südlichen Afrika, dei bei einer Konsultation in Daressalam/Tansania im April 2007 kritisch Stellung bezogen haben gegen die von der EU geplanten Wirtschaftspartnerschaftsabkommen. Etliche Kirchen wie die evangelisch-methodistische Kirche oder der Lutherische Weltbund engagieren sich mit verschiedenen Projekten im sozialen Bereich. Die Kirchen haben sich im Kampf gegen die Ausbreitung von HIV/Aids stark engagiert, doch durch ihre selbstdefinierte Moral bringt sich vor allem die katholische Kirche in eine zweispältige Haltung. Die katholischen Bischöfe haben trotz der zahlreichen Aids-Programme der Kirchen den Gebrauch von Kondomen in einem Hirtenbrief verdammt und die Propaganda für Kondome in Sekuandarschulen für die Vervielfältigung der Ansteckungen unter Jugendlichen verantwortlich gemacht. Der Oberhirte der katholischen Kirche, Francisco Chimoio, verstieg sich sogar zu der Behauptung, dass die Europäer Afrika mit Aids-infizierten Kondomen ausrotten wolle. Etwa 2,7 Millionen Anhänger hat der Islam, der vor allem im Norden und in den Küstenregionen verbreitet ist. Der Islam hatte sich mit der Entfaltung der mit arabischen, persischen und afrikanischen Elementen bestückten Swahili-Kultur von Tansania aus nach Nordmosambik ausgebreitet. Seit 1990 offiziell wieder Religionsfreiheit gilt, kommen die Missionare und Koranlehrer nach Mosambik zurück und können dort zunehmend an Einfluss gewinnen. Die Muslime konnten zwar in Maupto eine große Moschee errichten und in Nampula eine eigene Universität eröffnen, doch Mosambik ist, wie die meisten Staaten im Südlichen Afrika, kein Land, in dem der islamische Fundamentalismus leicht Fuß fassen könnte. Selbst die muslimischen Führer im Norden berufen sich mehr auf afrikanisches Häuptlingstum und afrikanische Kultur als auf den Islam. (Deutsche Übersetzung des Beitrags zum Islam in Nordmosambik im Mosambik-Rundbrief 75.) Nach dem International Religious Freedom Report 2007 gibt es drei wesentliche moslemische Vereinigungen in Mosambik: Die Mohammedanische Gemeinschaft, der Islamische Kongress und der Islamische Rat. Einen Überblick über moslemische Organisationen finden Sie auf der Seite von Islamic Finder. ![]() Methodistenkirche in Maputo. © L. Berger/issa Der größte Teil der Mosambikaner verbindet traditionellen Glauben mit dem Islam oder dem Christentum. In manchen Regionen ist der spirituelle Glauben noch stark verankert. Ein bemerkenswertes Beispiel für den Glauben an die Wiedergeburt ist die soziale Bewegung der Naparamas in Nordmosambik, die während des Bürgerkrieges dem Terror der Renamo unter ihrem Führer Manuel Antonio lange Zeit die Stirn bieten konnten. |
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