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Mosambik
Seite 1: Landesübersicht & Naturraum

Südostafrikanisches Wachstumsland

Mosambik ist ein Schwerpunktland der bundesdeutschen Entwicklungszusammenarbeit und Afrikapolitik. Insofern genießt es hierzulande etwas mehr und auch wohlwollendere Aufmerksamkeit als so manch anderer Staat in Afrika südlich der Sahara.

Der überwiegende Teil der 21,3 Millionen Einwohner (2008) Mosambiks ernährt sich von der Landwirtschaft. Die eindrucksvollen Wirtschaftswachstumszahlen der letzten Jahre, von denen vor allem der Süden mit der Haupstadt Maputo profitiert, lassen leicht vergessen, dass der Alltag in Mosambik nach der Unabhängigkeit von Portugal im Jahre 1975 von einem 16-jährigen grausamen Bürgerkrieg, geschürt von den weißen Minderheitenregimen in Südafrika und Rhodesien, geprägt war. Nicht zuletzt deshalb gehört Mosambik immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt. Im alljährlichen Human Development Report der UNDP rangiert das Land auf Rang 172 (von 177) des HDI-Indexes.

1.1
Übersichts- karte

Karte Verwaltung

Thematische Karten wie diese zur Verwaltung Mosambiks lassen sich bei der FAO aufrufen.

Landesuebersichtskarte

Ein Mausklick auf die Mosambik-Karte zeigt diese in voller Größe.

Auf der interaktiven Karte des World Atlas von MSN Encarta lassen sich auch kleinste Ortschaften durch das Hineinzoomen auffinden

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Vegetation

Eine ständig aktualisierte Kartensammlung, etwa zu Themen wie Landwirtschaft, Flüsse, Überflutungen etc., bietet Reliefweb.

Karten der Provinzen
Maputo, Inhambane, Sofala, Manica und Nampula
bietet die Homepage der portugiesisch-mosambikanischen Handelskammer.

Stadtpläne der Hauptstadt Maputo und der zweitgrößten Stadt Beira.

1.2
Lage und
Größe

Verkehrstechnisch günstige Lage

Mosambik liegt an der Südostküste Afrikas. Das Land erstreckt sich über knapp 800.000 qkm vom Rovuma, dem nördlichen Grenzfluss zu Tansania, bis zum Maputo an der Grenze zu Südafrika und Swasiland. Im Westen grenzt es an Simbabwe und Sambia, und Malawi schiebt sich wie ein Keil zwischen West- und Nordmosambik. Die Ostküste liegt der Insel Madagaskar gegenüber, mit der sie die Straße von Mosambik verbindet.

Mit seiner 2800 km langen Küste und den bedeutenden Häfen Maputo, Beira und Nacala kommt Mosambik eine verkehrstechnisch wichtige Rolle in der Region des Südlichen Afrika zu. Der größte Fluss der Region, der Sambesi, mündet hier in den Indischen Ozean.

1.3
Impressionen

Do Rovuma ao Maputo
Eine virtuelle Reise durch Mosambik mit zahlreichen Fotos

Endlose Sandstrände

Mosambik besticht durch seine endlos langen und wunderschönen Sandstrände. Die 2800 km lange Küste bildet einen flachen bis zu 200 km breiten Streifen, der zunehmend Touristen anzieht.

Auch im Landesinneren bieten die einzelnen Provinzen reizvolle landschaftliche Gegensätze von Bergland, Savannen und endlosen Mangrovensümpfen vor allem in Zentralmosambik. Eine schöne Bildergalerie von den wichtigsten Städten liefert Jirka Vierhaus. Die Fotos von images of Mozambqiue zeigen auch die eindrucksvollen historischen Gebäude auf der Insel Mosambik. Die Ilha de Moçambique gehört zum Weltkulturerbe. Informativ auch die Seite vom Geographie-Institut der Universität Erlangen.

© L. Berger/issa

1.4
Grunddaten

Einen Einstieg in das Land bieten u.a. der landeskundliche Überblick des Auswärtigen Amtes sowie die mosambikanische Botschaft und das CIA Factbook. Auch die freie Enzyklopädie Wikipedia liefert einen detaillierten, wenn auch nicht immer ausgewogenen, Überblick.

Ausführliche demographische und wirtschaftliche Statistiken liefert das Instituto Nacional de Estatística. Der Bevölkerungszensus von 1997 bildete bislang die Grundlage für die Datenerhebung. Im August 2007 gab es eine erneute Bevölkerungszählung. Die Auswertung der Daten ist auch Mitte 2008 noch nicht endgültig erfolgt. Nach den vorläufigen Ergebnissen hat Mosambik laut dem Census von 2007 20,5 Mio. Einwohner. Das Land gehört zu den bevölkerungsreichen Ländern der Region. Nur in der DR Kongo, in Südafrika und in Tansania leben mehr Menschen.

Die mosambikanischen Streitkräfte bestehen aus ca. 11.000 in Sold stehenden Soldaten.

Blick auf Maputo. © L. Berger/issa


© Santos Finiosse, AIM/issa

Indikatoren für menschliche Entwicklung

Mosambik ist ein in weiten Teilen fruchtbares Land, die Regierung hatte sich nach der Unabhängigkeit um eine flächendeckende Grundversorgung bemüht. Der langjährige Bürgerkrieg hat das Land in seiner Entwicklung weit zurückgeworfen, über die Hälfte der Grundschulen und Gesundheitsposten wurden von der Renamo zerstört. Als Folge hing das Land jahrelang am "Tropf der Entwicklungshilfe", die immer noch einen großen Anteil der Staatsausgaben ausmacht.

Etwa 52% aller Mosambikaner leben in absoluter Armut. Die Alphabetenrate ist seit 1990 von 33,5% auf knapp 40% im Jahresschnitt von 1995-2005 gestiegen. Auf der issa-Homepage finden Sie einen Vergleich der sozialen und wirtschaftlichen Indikatoren Mosambiks mit anderen Ländern der Region.

Lebenserwartung
(in Jahren)
1970-1975
40,7
2005
42,5
Kindersterberate
(auf 1.000 Lebendgeburten)
1970
168
2005
100
Sterberate der unter Fünfjährigen
(auf 1.000 Lebendgeburten)
1970
278
2005
145
Bevölkerung mit Zugang zu sauberem Wasser 1990
36%
2004
43%
Einschulungsrate 1991
43%
2004
77%
Alphabetenrate
(über 15-Jährige)

1990
33,5%

1995-2005
38,7%

Quelle: UNDP Human Development Report 2007/8

1.5
Naturraum

Naturräumliche Gegebenheiten

Mosambik zeichnet sich durch sehr verschiedene Landschaftszonen aus. Bis auf das am Westen gelegene Bergland mit dem Mont Binga (2436 m) als höchster Erhebung und einigen Hochplateaus besteht die Landesfläche zu zwei Fünfteln aus Küstentiefland. Von den Küstenregionen mit ihren Mangroven bis in die trockenen Mopanewälder des Hinterlandes, überall wird menschliches Leben und Handeln hier von der Natur beeinflusst.

Das Hochland ist Teil der Afrikanischen Randstufe, an dessen westlichem Rand Mosambik eines der geologisch ältesten Gebiete dieser Erde aufweist. Innerhalb dieses Ostafrikanischen Grabensystems liegt der große Niassa-See zwischen Malawi und den mosambikanischen Nordprovinzen, in denen das Hochland sich bis zu Küste ausdehnt. Typisch für den Übergang vom Hochland zum Flachland sind die markanten Inselberge.

Inselberge in Nampula. © L. Berger/issa

Im Gegensatz zu den alten Gesteinen der Randstufe und des Hochlandes ist das Tiefland geprägt von quartären Sedimenten. Flüsse lagern während der Regenzeit in den weiten Schwemmebenen fruchtbare Sedimente ab, so dass in den weiten Flussauen eine immer wiederkehrende Verjüngung der Böden stattfindet.

Die Küste weist Buchten mit weiten Sandstränden und vorspringenden Klippen auf. An der Bucht von Maputo, Xai-Xai und den sandigen Inseln des Bazaruto-Archipels sind Nehrungen sichtbar, die durch küstennahe Strömungen entstanden sind. Typisch für die Ostküste Afrikas sind die Korallenriffe, die von den warmen Meeresströmungen profitieren. Um eine Erosion der Küste zu verhindern, ist das Bebauen der Küstendünen untersagt, was aber wegen des wachsenden Touristenandrangs immer wieder unterwandert wird.

Strand mit Korallenriffs in XaiXai. © L. Berger/issa

Noch wenig erschlossen sind die reichhaltigen Bodenschätze wie Kohle, Salz, Bauxit, Eisenerze, Gold, Erdgas, Titan, Aluminium, Edel- und Halbedelsteine. An Bodenschätzen werden unter anderem Kohle und Titanium gewonnen. Es gibt zudem reichhaltige Gasvorkommen in Inhambane. Im Norden erzeugt der riesige Cabora-Basa-Staudamm Elektrizität.



Klimadiagramm für Maputo und Beira.

Klima, Flora und Fauna

In Mosambik herrscht Savannenklima mit einer feuchten und einer trockenen Jahreszeit vor. Der Süden wird den sommerfeuchten Tropen zugeordnet. In der Regenzeit (November bis April) fallen rund 80 Prozent der Jahresniederschläge. Diese schwanken je nach Region zwischen 700 und 1500 mm pro Jahr. Während die Temperaturen während der Regenzeit schwül-heiß (tropisch) sind, ist die Trockenzeit vor allem durch deutlich kühlere Nächte gekennzeichnet. Das ganze Jahr liegen die Tagestemperaturen zwischen 25 und 30 °C, im Inland auch bis 35 °C. Die Nächte sind mit rund 15 bis 25 °C besonders an der Küste teilweise sehr schwül.

Die Vegetation ist geprägt durch die Trockensavanne mit trockenem Grasland und einigen Trockenwäldern. Typisch für die Baumsavanne, den Mopane, ist das teilweise Abwerfen des Laubes in der Trockenzeit und Ergrünen im Laufe der Regenzeit. In trockeneren Regionen wachsen Schirmakazien und Affenbrotbäume. Das Gras ist in der Trockenzeit braun und verdörrt, wird aber während der Regenzeit bis zu zwei Meter hoch. Die Küstenvegetation unterscheidet sich mit ihren Kokospalmen stark von der Vegetation des übrigen Landes. Wichtig für den Küstenschutz sind die Mangroven, welche die flachen und sumpfigen Küstenregionen beherrschen.

Die Fauna gleicht der Tierwelt, wie sie im benachbarten Kruger-Nationalpark Südafrikas bekannt ist: Elefant, Nilpferd, weißes und schwarzes Nashorn, Zebra, Hyäne, Löwe, Leopard, Schakal, Warzenschwein, Büffel, Antilope und viele Affenarten. Allerdings sind im Bürgerkrieg zahlreiche Großtiere getötet worden. Der Elefantenbestand im Gorongosa-Nationalpark etwa ist während des Krieges von 3000 Tieren auf 120 gesunken. Mittlerweile sind Programme zum Erholen des Wildbestandes aufgenommen worden. Unter den Reptilien gibt es Krokodile, Eidechsen, Pythonschlangen usw. Mosambik bietet auch eine herrliche Vielfalt von etwa 600 Vogelarten, besonders typisch sind Arten, die in trockenen Zonen beheimatet sind.

1.6
Ökologie

Ökologische Probleme

Der Umweltschutz ist in der Verfassung von 1990 verankert. Das war dringend geboten, denn unter dem langen Krieg haben Umwelt und Naturreichtum stark gelitten. Kriegsbedingte Landflucht ließ die Städte rasch wachsen, in deren Umgebung wurden die Wälder rigoros abgeholzt. Dabei wurden auch die üppigen Mangrovenwälder nicht verschont, die in weiten Teilen die Küste vor den hereinbrechenden Fluten des Indischen Ozean schützen.

Alarmierend sind auch Berichte über illegale Holzhändler aus China, die ungehemmten Raubbau am Tropenholz in der Provinz Zambezia betreiben.

Wegen seiner touristischen Attraktivität kommt dem Ökotourismus in Mosambik eine zunehmende Bedeutung zu. Einen Schwerpunkt zu Umwelt und Tourismus hat das Afrika-Bulletin Nr. 108 gebracht. Darin wird u.a. das Tourismus-Projekt auf den Bazaruto-Inseln problematisiert. Um den Delphinschutz im Archipel ist es schlecht bestellt.

Die Nordprovinz Niassa weist eines der weltweit größten geschützen Miombo-Ökosysteme auf.

Nicht erst die große Flutkatastrohpe von 1999/2000 hat gezeigt, dass Mosambik auf Grund seiner geographischen Lage immer wieder anfällig für Naturkatastrophen wie Flutwellen und Zyklone ist. Wenn es im Südlichen Afrika heftig regnet und die Nachbarstaaten ihre Schleusen öffnen, können Flüsse wie der Limpopo oder der Sambesi kräftig ansteigen. Im Januar und Februar 2008 hat es eine erneute große Hochwasser-Katastrophe gegeben, bei der zigtausende Menschen vor allem im Sambesi-Becken obdachlos wurden. Aus dem Desaster von 2000 wurden Konsequenzen gezogen: Mit Hilfe des vom deutschen Außenministerium beauftragten "Zentrums für satelittengestützte KrisenInformationen" wurde ein Mosambik-Flut-Informationssystem entwickelt, das zu einer effektiveren Hilfe bei Flutkatastrophen beiträgt. Das Welternährungsprogramm informiert in einem Lagebrericht über die Folgen der Flutwelle.

1.7
Sozial- geographie

Bevölkerung, Stadtentwicklung und Verkehrswege

Zwei Drittel der Bevölkerung Mosambiks lebt auf dem Lande, zumeist in locker gestreuten Siedlungen. In der Haupstadt Maputo, die eigentlich für 400.000 Bewohner geplant war, leben heute über eine Million Menschen, im angrenzenden Matola sind es noch einmal 675.000 Einwohner. Mit 478.000 Einwohnern ist die nördliche Provinzhauptstadt Nampula (Video-Portrait Nampula) mittlerweile größer als Beira, das laut Census von 2007 436.000 Menschen zählt.

Maputo ist eine pulsierende Stadt und gehört zu den am schnellsten wachsenden Metropolen Afrikas. Die Stadtentwicklung in Mosambik ist von einer starken Hauptstadtdominanz geprägt. Nur zwölf Städte haben mehr als 100.000 Einwohner. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist auf die Zentralprovinzen Zambezia, Nampula und Sofala konzentriert. 2004 waren ca. fünf Prozent der Haushalte in Mosambik an das elektrische Netzt angeschlossen.

Die nördlichen Provinzen und die Küstenzone haben hohe islamische Anteile. Die Katholiken überwiegen in den zentralen Provinzen. Die Mehrzahl der Protestanten lebt in den südlichen Provinzen.

Staatssprache ist Portugiesisch, daneben gibt es etwa 15 afrikanische Sprachgruppen mit vielen Dialekten. Kisuaheli gewinnt durch die Alphabetisierung an Bedeutung.

Mosambik verfügt als klassisches Transitland für die Binnenstaaten im Südlichen Afrika über ein gutes Verkehrsnetz zwischen seinen größeren Städten und Häfen und den Grenzen des Landes. Das Bahnnetz mit insgesamt 3.123 km Länge gilt als eines der bestentwickelten in Afrika. Weil die Verkehrswege vorwiegend auf die Bedürfnisse seiner Anrainerstaaten ausgerichtet sind (siehe Railway Map of Southern Africa), verlaufen die Strecken der drei Eisenbahnverwaltungen der Caminhos de Ferro de Moçambique (CFM) von Ost nach West und sind nicht miteinander verbunden:

  • CFM Norte mit der Linie vom Hafen Nacala nach Malawi (und weiter nach Blantyre) und einer Nebenstrecke nach Lichinga. Es gibt Pläne, die Nacala-Linie quer durch die Region mit der Namibe-Linie in Angola zu verbinden.
  • CFM Centre mit der Strecke durch den Beira-Korridor nach Simbabwe (und weiter nach Harare) sowie die Sena-Linie zum Südzipfel Malawis mit einem Abstecher nach Moatize. Zudem gibt es eine isloierte Linie von Quelimane nach Mocuba.
  • CFM Sul mit der Linie durch den Maputo-Korridor nach Südafrika (und weiter nach Johannesburg) sowie die Limpopo-Linie nordwestlich nach Simbabwe und eine weitere Linie nach Swasiland.

Seit 1993 hat Mosambik mit Unterstützung internationaler Geldgeber große Anstrengungen übernommen, um die Verkehrswege des Landes, die durch den Bürgerkrieg und mehrere Naturkatastrophen heftige Schäden erlitten haben, zu rehabilitieren. Entlang der Nationalstraße zwischen Maputo und Beira sind alle Kriegsschäden repariert, die nördlichen und abgelegenen Landesteile sind aber immer noch schwer zugänglich, weil ein Großteil der Straßen nicht befahrbar ist. Das mosambikanische Straßennetz erstreckt sich über 30.400 km, davon etwa 5.685 km asphaltiert. Es soll innerhalb von drei Jahren für 1 Mrd. USD vollständig saniert werden, um sowohl das landwirtschaftliche als auch das touristische Potenzial des Landes besser nutzen zu können.

Auch die Binnenschifffahrtswege mit einer Länge von 3750 km sind für den Güterverkehr von großer Bedeutung. Internationale Flughäfen bieten Beira und Maputo, 20 weitere geteerte Flughäfen sind zumeist in den Provinzhauptstädten, die restlichen 136 Flughäfen sind eher als Landepisten zu bezeichnen.

1.8
Nationale Symbole

Die heutige Nationalflagge Mosambiks besteht seit Mai 1983. Die Farbe Grün steht für den fruchtbaren Boden, Rot für den Freiheitskampf, Schwarz für den afrikanischen Kontinent und Gelb für die Bodenschätze des Landes. Näheres zu den nationalen Symbolen unter flaggenlexikon.de.

Die Nationalhymne können Sie hier Portugiesich und Englisch lesen und mit entsprechender Ausrüstung auch hören.


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