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Mongolei
Seite 4: Gesellschaft, Kultur & Religion

Makrosoziale und mikrosoziale Struktur



Familie aus dem Selenge Aimag

Der rasche und teilweise unkontrollierte Übergang von der Planwirtschaft zu marktwirtschaftlichen Strukturen hat in den 90er Jahren zum Zusammenbruch vieler Betriebe geführt und gleichzeitig zum Entstehen einer Reihe sozialer Probleme beigetragen, die bis heute wirken und sich z.T. verschärft haben. Eine wesentliche Quelle sind die UNDP-Programmberichte.
Angaben der Weltbank zufolge gehört die Mongolei mit einem durchschnittlichen Jahres-Pro-Kopf-Einkommen von rd. 1000 US-Dollar zu den armen Ländern der Welt.
Der Anteil der in Armut lebenden Bevölkerung ist auch nach vier aufeinander folgenden Jahren mit hohen Wachstumsraten sehr hoch und liegt Schätzungen zufolge bei 25%. Ein großes Problem stellt die Armut trotz Einkommen dar ("low income poverty"), Besonders betroffen sind Arbeitslose, von Frauen geführte Haushalte, Behinderte, Alte, Waisen sowie kinderreiche Familien und Viehzüchter mit geringem Viehbestand. Die absolute Armut ist unter der Stadtbevölkerung weiter verbreitet als unter den Landbewohnern.
Die mongolische Regierung entwickelt seit Jahren zusammen mit ausländischen Gebern Internationale Programme, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Die Ergebnisse sind allerdings eher bescheiden. Trotzdem die Mongolei in den vergangenen 15 Jahren über 1 Milliarde US-Dollar, davon 250 Millionen US-Dollar aus Deutschland, an Entwicklungshilfe erhielt, hat die Armut weiter zugenommen.

Bildung

Das deutsche Auswärtige Amt gibt Ihnen in seinen Länderinformationen einen kurzen Überblick über die Kultur- und Bildungspolitik in der Mongolei.

Gesundheit und Sozialwesen

Die medizinische Versorgung ist, insbesondere in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar, gesichert, wenngleich sich das Potential an technischen Ausrüstungen noch immer auf einem unteren Niveau befindet.

Kultur und Kunst

Das beeindruckendste, weil die alte Kultur der Mongolen am deutlichsten zum Ausdruck bringende Fest, ist Naadam, das alljährlich vom 11. bis 13. Juli stattfindet.


Naadam - Ringerwettkämpfe im Stadion

Viele Mongolen nutzen die freien Tage für Fahrten in die Umgebung der Städte, aufs Land zu Verwandten oder einfach zu einem


Picknick mit Freunden

Nach dem Mondkalender wird zumeist im Februar Tsagaan sar, auch als "Weißmondfest" bezeichnet, gefeiert.


Zagaan sar - die ganze Familie ist eingeladen

Weitere offizielle Feiertage sind in der Mongolei der 13. Januar (Verfassungstag), der 1. Juni (Mutter- und Kindertag) sowie der 26. November (Unabhängigkeitstag).


Tumen Erkh

Mongolische Nationaltrachten, die Pferdekopfgeige als das Nationalinstrument der Mongolen, reichverzierte Pferdesättel, wertvolle Schnupftabakdosen und mongolische Märchen - informieren Sie sich über die mongolische Kultur und Musik unterwegs in Europa.

Das Mongolische Kulturelle Informationszentrum Welcome to the Website of arts council of Mongolia dient in erster Linie mongolischen und ausländischen Artisten und kulturellen Organisationen als Orientierung.

The Mongolian Art Museum und The Mongol Costumes stellen sich vor. Auch Geschenke können Sie hier finden und wenn sie Glück haben, auch bestellen.

"Das mit meinem Herzen empfundene Paradies" nennt der in Deutschland lebende junge Maler Otgonbayar sein Bild:

Mongolisch gehört - wie die türkischen Sprachen - zu den altaischen Sprachen. Die Schrift übernahmen die Mongolen im 13. Jh. von den Uiguren. Diese Schrift, die sog. klassische mongolische Schrift, wurde 1941 durch die Einführung des kyrillischen Alphabets abgelöst. Viele Kehllaute geben der mongolischen Sprache einen recht fremdartigen Charakter. Manches Wort liegt an der Grenze des für Europäer Aussprechbaren. Alle Versuche der mongolischen Regierung, zu Beginn der 90er Jahre die klassische Schrift wieder einzuführen, scheiterten. Lesen Sie dazu Languages of the World Mongolia.

Mongolische Namen im Gedächtnis zu behalten, ist so leicht nicht. Noch schwieriger ist oft ihre Aussprache: Lhagvasuren, Khureltogoo, Khaichankhirbaa und wie sie alle heißen. Informieren Sie sich über die Namensgebung bei den Mongolen.

Aber Wissenschaft pur ist die Seite der Internationalen Assoziation für Mongolische Studien, nicht sehr umfangreich, aber mit den wesentlichen Adressen für Wissensdurstige.

Religion

Der Lamaismus wurde in den Jahren der Besetzung der Mongolei durch die Mandschuren zum religiösen Kern mongolischer Identität und hat die soziokulturellen Grundlagen mongolischen Lebens maßgeblich bestimmt. Nach der demokratischen Wende erfährt er seit Beginn der 90er Jahre eine Wiederbelebung und Erneuerung. Manchmal stellt sich aber dennoch die Frage: Sind die Mongolen nun Buddhisten oder Schamanen? The Life of Zanabazar (Zanabazar museum of fine Arts) versucht, Ihnen darauf eine Antwort zu geben.


Der Dalai Lama in der Mongolei


Auszeichnung von Lamas durch den mongolischen Präsidenten Enkhbayar

Viele Rituale und Bräuche aus früheren Zeiten sind noch immer lebendig und werden gepflegt. Wann kam der Buddhismus in die Mongolei und warum fühlten sich die Mongolen zu dieser Lehre hingezogen? Sollte Sie das Thema interessieren, lesen Sie bitte den Beitrag The Impact of Buddhism on Mongolia.

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