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Nationalflagge

Mali


Seite 1: Landesübersicht und Naturraum

Übersichtskarte

Mali, offizielle französische Bezeichnung: République du Mali, ist ein in Westafrika gelegener Binnenstaat und grenzt im Nordwesten an Mauretanien, im Norden an Algerien, im Osten an Niger, im Südosten an Burkina Faso, im Süden an die Elfenbeinküste und Guinea, und im Westen an Senegal.

 

Landesübersichtskarte

Quelle: Division Géographique du Ministère des Affaires Étrangères

  

 

Natur-
räumliche
Gegebenheiten

Regionen und Landschaften

Mali ist mit einer Fläche von 1,24 Mio. km² fast viermal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Das Land reicht von der Oberguineaschwelle im Süden über das Nigerbecken und die Sahelzone im Zentrum des Landes bis in die Sahara, die ca. 60 % der Landesfläche einnimmt, was sich in markanter Weise auf Satellitenbildern des Landes erkennen lässt. Mit wenigen Ausnahmen (Mandingoberge, Dogonland, Hombori-Berge) prägen weite Ebenen und flache Becken das Landschaftsbild und das Relief. Im Gebiet des Berglandes Adrar des Ifoghas an der algerischen Grenze steigen die Erhebungen auf annähernd 1000 m Höhe an.  

Einen guten photographischen Überblick über die verschiedenen Regionen des Landes bietet die Photogalerie (Galerie Photos) auf der Internetseite des malischen Tourismusministeriums.

 

Flora und Fauna

Mali hat Anteil an mehreren Klima- und Vegetationszonen. Die Vielfalt dieser Vegetationszonen reicht von den Feucht- und Trockensavannen im Süden über die Dornstrauchsavanne im Zentrum bis zur extrem ariden Wüste im Norden. Eine Sonderstellung nimmt das Nigerbinnendelta in Zentralmali ein, welches saisonal großflächig vom Niger und seinen Zuflüssen überflutet wird.  

Einbaum auf dem Niger

Foto: Manfred Matz

Das Binnendelta des Niger im Zentrum des Landes ist eine eindrucksvolle Natur- und Kulturlandschaft Malis. Aufgrund der jährlich wiederkehrenden Überschwemmungen ist das Nigerbinnendelta eine sehr bedeutende Anbau- und Weideregion, welche starke Kontraste zum recht trockenen Umland aufweist. Insbesondere während der Regenzeit und der Hochwasserperiode sind weite Teile des Binnendeltas nur mit Einbäumen erreichbar.  

Sanddünen bei Timbuktu   Der Niger bei Timbuktu

Fotos: Kai-Uwe Seebörger

In den weiten Wüstenregionen Nordmalis (links) fällt jahrelang praktisch kein Regen. Der weit nach Norden fließende Niger (rechts, bei Timbuktu) bildet einen markanten Gegensatz zur Wüste

 

Nigerbinnendelta   Sahel

Bergland im Südwesten

Das Nigerbinnendelta in Zentralmali (links oben) bildet einen markanten Kontrast zum Sahel (rechts oben). Das untere Bild zeigt bewaldetes Bergland im Südwesten des Landes


Fotos: Kai-Uwe Seebörger

 

Der Bestand an wild lebenden Tieren ist stark dezimiert worden, so dass sich heute nur noch mit Glück Affen, Gazellen sowie seltene Vogelarten beobachten lassen. Von Löwen, Büffeln, Elefanten und Giraffen gibt es nur noch sehr wenige Tiere in weitgehend unerschlossenen Landesteilen.

 

Klima

Es lassen sich drei Jahreszeiten unterscheiden. Von November bis Februar ist es trocken und mäßig warm, von März bis Mai trocken und heiß. In dieser Zeit können v.a. in Nordmali heftige Staubstürme auftreten. Im Juni beginnt die feuchtwarm-schwüle Jahreszeit, welche z.T. sehr heftige Regenfälle bringt und im Oktober endet.  

Die Niederschlagsverteilung weist große regionale Unterschiede auf. Die Niederschläge, die sich auf die Monate Juli und August konzentrieren, nehmen von Süden nach Norden ab. Der mittlere Jahresniederschlag beträgt in Sikasso im Südosten des Landes 1123 mm und lediglich 159 mm in Timbuktu am Sahararand. Zudem nimmt von Süden nach Norden die Länge der Regenzeit ab, während die Niederschlagsvariabilität und das Dürrerisiko zunehmen. Im Norden kam es in der jüngeren Vergangenheit wiederholt zu mehrjährigen Dürreperioden, die für die dort lebende vorwiegend nomadische Bevölkerung schwerwiegende Folgen hatten. Während der Regenzeit kann es in Folge von Starkniederschlägen zu Überflutungen kommen, die erhebliche Schäden anrichten können, wie zuletzt im Juli / August 2007.  

Ein Vergleich der Klimatabellen und Klimadiagramme verschiedener malischer Städte lässt schnell erkennen, dass Mali ein sehr warmes Land ist. Die mittlere Tagestemperatur beträgt in der Hauptstadt Bamako im Jahresdurchschnitt 27,8°C. Die maximalen Temperaturen erreichen im Süden 45°C und im Norden sogar über 50°C. In den Monaten Dezember bis Februar hingegen können in den Wüstengebieten die Nachttemperaturen auf unter 5°C sinken.

Laufend aktualisierte Informationen zum Wettergeschehen in Mali bietet Wetteronline.

Zahlreiche, regelmäßig aktualisierte thematische Karten finden sich in der Kartensammlung von Reliefweb.

 

Ökologische Probleme

Im Hinblick auf die Umweltproblematik ist als Kernproblem die zunehmende Gefährdung der landwirtschaftlichen Produktionsgrundlagen sowie der natürlichen Vegetation hervorzuheben, von der weite Teile des Landes betroffen sind. Die vielerorts zu beobachtende Ausweitung der Ackerflächen, verstärkte Bodenerosion, zunehmende Überweidung, Desertifikation sowie eine weitgehend unkontrollierte (Über-) Nutzung der Holzressourcen sind auf eine Vielzahl von ökologischen, sozialen und ökonomischen Ursachen zurückzuführen, die vielfach eng miteinander verknüpft sind.

Transport von Brennholz

Werbung für brennstoffsparende Kochherde

Fotos: Kai-Uwe Seebörger

Transport von Brennholz in der Region Ségou (oberes Bild). Hauptenergieträger ist Holz. Der Holzeinschlag verursacht vielerorts schwere ökologische Probleme. Werbung für brennstoffsparende Kochherde (unteres Bild), deren Verbreitung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit gefördert wird

Die unsachgemäße Lagerung und Entsorgung von Pestiziden stellt ein erhebliches Umweltproblem dar, an dessen Lösung v.a. das Africa Stockpiles Programme arbeitet.  

Die malische Regierung hat auf die drängenden Umweltprobleme mit der Unterzeichnung der UN-Konvention zur Wüstenbekämpfung, der Ausarbeitung eines Nationalen Umweltaktionsplans und der Initiierung einer Reihe neuer Ressourcenschutzprojekte reagiert. Zudem hat die Umweltpolitik an Stellenwert gewonnen, wobei sehr unterschiedliche Maßnahmen angewendet bzw. in Betracht gezogen werden. Einfache Maßnahmen gegen die Bodendegradation werden insbesondere in der besonders betroffenen Sahelzone zunehmend von der Landbevölkerung angewendet.  

Die verstärkte Nutzung von Purgieröl als Dieselersatztreibstoff könnte einen wichtigen Beitrag leisten sowohl zur Stabilisierung der ökologischen Situation (Anpflanzung von Purgierhecken), wie auch zur Reduzierung der Treibstoffimporte.

Insbesondere in den Städten, und hier v.a. in Bamako, bereitet die Entsorgung von Abfällen und Abwässern besorgniserregende Probleme.

 

Sozial-
geographische Gegebenheiten

Bevölkerung und Siedlungsmuster

Die jüngere Bevölkerungsentwicklung Malis ist von einer raschen Bevölkerungszunahme geprägt. Im Jahre 2007 lebten in Mali ca. 14,1 Mio. Einwohner, wohingegen die Bevölkerung in den Jahren 1976 bzw. 1987 lediglich 7,7 Mio. bzw. 9,8 Mio. Einwohner betrug. Legt man ein in der Landesstatistik des Weltentwicklungsberichts 2007/2008 publiziertes jährliches Bevölkerungswachstum von
2,9 % zu Grunde, so wird die malische Bevölkerung bis 2015 auf 18,1 Mio. Einwohner ansteigen, was zweifelsohne große Herausforderungen für die Entwicklungspolitik der malischen Regierung bedeuten wird.

Trotz einer raschen, vielfach ungelenkten Verstädterung lebt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung (67 %) im ländlichen Raum. Im Zeitraum von 1976 bis 2003 hat sich der Anteil der städtischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung von 16 % auf 33 % verdoppelt. Die größte Stadt ist Bamako, wo ca. 1,2 Mio. Einwohner (Agglomeration: 1,5 Mio. Einwohner) leben (1976: 440.00 Einwohner). Mit weitem Abstand folgen Sikasso (ca. 140.000 Einwohner) und Ségou (ca. 100.000 Einwohner).  

Hinsichtlich der Bevölkerungsverteilung lässt sich eine ausgeprägte Konzentration der Bevölkerung im klimatisch begünstigten südlichen Drittel des Landes ausmachen, wo sich auch die größten Städte befinden. In den weitgehend von Wüsten bedeckten drei nördlichen Verwaltungsregionen, die zwei Drittel der Landesfläche ausmachen, leben hingegen nur knapp 10 % der Bevölkerung. Die Konzentration der Bevölkerung im südlichen Landesteil hat sich insbesondere infolge wiederholter Dürreperioden und massiver Migrationsbewegungen im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte fortlaufend verstärkt.  

 

Die Hauptstadt Bamako

Der Name der Hauptstadt Bamako ist auf die Lage der Stadt am einstmals krokodilreichen Niger zurückzuführen: Bamako bedeutet in der Bambara-Sprache „Krokodilteich“. Bamako liegt im Südwesten des Landes und ist von den Nachbarländern Burkina Faso und Elfenbeinküste leicht zu erreichen. Nach Guinea, Senegal und Mauretanien ist es zwar auch nicht weit, der Zustand der in diese Nachbarländer führenden Straßen ist allerdings z.T. sehr schlecht.

Panorama Bamako

Foto: Manfred Matz

Bamako liegt am Fuße des Präsidentenhügels „Koulouba“ (links im Bild). Der Niger trennt die Stadt in einen Nord- und Südteil, wobei insbesondere auf dem Südufer des Nigers in den letzten 15 Jahren ausgedehnte neue Stadtviertel entstanden sind. In der Regenzeit wird die von Feldern, Savannen und Wäldern geprägte Umgebung Bamakos von üppigem Grün dominiert, das mit Einsetzen der Trockenzeit allerdings rasch einer Vielzahl von Gelb- und Brauntönen weicht.

Straßenszene in Bamako
Straßenszene in Bamako

Foto: Manfred Matz

Der Niger, der längste Fluss Westafrikas, ist die Lebensader Malis. Eindrücke von einer Reise von den Quellen des Niger bis zu seiner Mündung vermittelt eine Reportage auf der Internetseite der Zeitschrift Mare. Das Stadtbild Bamakos ist vielfältig. Die Hauptstadt wirkt in weiten Teilen wie eine Kleinstadt. Insbesondere außerhalb des Stadtzentrums dominieren staubige Strassen und einfach gebaute Häuser das Stadtbild. Es gibt allerdings auch Villenviertel mit viel Grün, sowie zahlreiche neue Verwaltungs- und Geschäftsbauten.

 

Verkehrswesen

Die Binnenlage und die unzureichend ausgebaute Verkehrsinfrastruktur wirken sich sehr erschwerend auf die Entwicklung des Landes aus. Nach Ausbruch der Krise in der Elfenbeinküste ist die 650 km lange Eisenbahnlinie Bamako - Dakar (Senegal) zur wichtigsten Außenhandelsroute Malis geworden. Zugleich handelt es sich um die einzige Bahnlinie Malis. In den letzten Jahren wurde der Ausbau der Straßenverbindungen von Bamako Richtung Senegal, Guinea und Mauretanien mit Nachdruck vorangetrieben. Mit dem Bau einer neuen Asphaltstraße soll die Anbindung Westmalis verbessert werden. Das malische Straßennetz hat eine Länge von ca. 15.500 km, von denen annährend 2.000 km asphaltiert sind. Auf einigen Fernstraßen werden seit 2007 Straßenbenutzunsgebühren erhoben die dem Straßenunterhalt dienen.

Viele Straßenverbindungen weisen weiterhin eine schlechte Qualität auf, was Überlandtransporte erheblich erschwert (siehe unten stehende Photos). Schifffahrt ist auf dem Senegal und Niger nur während einiger Monate in der Hochwassersaison möglich. Eingesetzt werden in erster Linie lokal gefertigte Holzkähne. In Bamako befindet sich ein internationaler Flughafen. Die Flughäfen in Mopti/Sévaré, Timbuktu, Gao und Kayes werden in den Wintermonaten auch von europäischen Charterlinien angeflogen, die insbesondere von ausländischen Touristen genutzt werden.

schweres Gelände überfüllter LKW

In weiten Teilen des Landes herrschen teilweise katastrophale Straßenverhältnisse, welche den wirtschaftlichen Austausch erschweren und hohe Transportkosten verursachen

im Sand versunkener LKW

Fotos: Manfred Matz

 

Grunddaten

Mali gehört entsprechend der Indikatoren der menschlichen Entwicklung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen zu den 10 ärmsten Ländern der Welt (2007: Rang 173 von 177). Die folgenden Zahlen sind den vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen herausgegebenen Berichten über die menschliche Entwicklung entnommen.

 

Indikatoren der menschlichen Entwicklung, Mali

durchschnittliche Lebenserwartung (in Jahren) 53,1 (2005)
Bevölkerungswachstum pro Jahr 2,9 % (2003)
Bruttosozialprodukt (pro Kopf, Kaufkraftparität) 1033 US-$ (2005)
unterhalb der Armutsgrenze lebender Bevölkerungsanteil 64 % (2002)
Analphabetenrate der über 15 Jährigen 76 % (2005)
Einschulungsrate 45 % (2002/2003)
Sterberate der unter Fünfjährigen
(auf 1.000 Lebendgeburten)
19,7 % (2003)
Anteil der unterernährten Kinder jünger als 5 Jahre 33 % (2004)
Anteil der Bevölkerung ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser 50 % (2004)
HIV-Infektionsrate 1,9 % (2003)

 

Eine Vielzahl nützlicher Informationen findet man auf den Maliseiten des Auswärtigen Amtes, von Afrika auf einen Blick, von International Service sowie der BBC. Weitere interessante Links, die es lohnt sich einmal anzuschauen sind Country Studies sowie University of Pennsylvania.

 

Flagge und andere nationale Symbole

Im Mittelpunkt der Nationalhymne „Le Mali“ steht neben dem Aufbau und der Verteidigung der malischen Nation auch die Verwirklichung der afrikanischen Einheit.

Die Farben der Nationalflagge symbolisieren die Hoffnung (grün), das Gold (gelb) und das Gedenken (rot) an die im Kampf um die nationale Souveränität Gestorbenen.

Im Staatswappen erscheint unter der offiziellen Staatsbezeichnung der Schriftzug „Ein Volk - ein Ziel - ein Glaube“. Als Symbole sind abgebildet ein sagenumwobener Geier, die Moschee von Djenné, der Sonnenaufgang und zwei Bögen.

 

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