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M A L A Y S I A

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Seite 3: Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit



Wirtschaftsplanung

Malaysia gehört zu den Staaten in Südostasien, deren wirtschaftliche Entwicklung auch nach der Finanzkrise von 1997 als sehr erfolgreich gilt. Zwar endete die spektakuläre Entwicklung der sogen. "Tigerstaaten" in einer Rezession, jedoch gelang es in der Folge, sich auf ein Wirtschaftswachstum von 5-6 % jährlich einzupendeln. Die Regierung hat einen ausführlichen National Economic Recovery Plan veröffentlicht. Nach Regierungsauffassung wurden die richtigen Maßnahmen zur Bewältigung der Wirtschaftskrise ergriffen und zeigten Erfolg. 2005 wurde der  9. Malaysia Plan (Nationaler 5-Jahres-Plan) mit dem Schwerpunkt  Informationstechnologie beschlossen.
Blick von dem zentral gelegenen Fernsehturm (KL-Tower) aus einer Höhe von ca. 200 m nach Nord-Osten in einen Teil des Geschäftszentrums von Kuala Lumpur mit den Petronas-Türmen in der Mitte. Wie der Hintergrund erkennen lässt, ist die Stadt außerhalb des Zentrums relativ stark durchgrünt. Foto: Juergen Dumont

Konsolidierung



Premierminister Abdullah (seit 2003 im Amt) ist in Personalunion auch Finanzminister. Finanzpolitisch setzt Abdullah auf Konsolidierung. Die immensen Importzölle, die die nationale Automobilproduktion (Proton) bislang schützen, sind zurückgefahren worden und Proton sucht unter den weltweit großen Autokonzernen einen Partner. Eine politische Diskussion über den Sinn einer eigenständigen nationalen Automobilproduktion ist im Gange. Abdullah hat für die Entlassung unfähiger Manager von Staatsunternehmen, so von Khalid, der dem Plantagenkonzern Guthrie vorstand, gesorgt. Anstelle einer möglichst schnellen Wirtschaftsentwicklung sollen nun Effizienz und Transparenz Vorrang haben.

Wirtschaftswachstum

Im Jahr 2007 hat das Wirtschaftswachstum 5,5 % betragen. Beständige Wachstumsraten wie während der Boomjahre der sogen. Tigerstaaten von durchschnittlich 8 % werden nicht mehr erreicht. China mit seinen vielfach billigeren Arbeitskräften zieht heute einen Großteil der ausländischen Investitionen an.
Um einen Eindruck zu erhalten, welche aktuellen Themen in der Wirtschaft eine Rolle spielen, schauen Sie sich kurz einige Schlagzeilen der Wirtschaftsteile der Zeitung Star oder Business Times an. 

Amtliche Statistiken

Statistisches Amt Malaysia: Aktuelle Fortschreibungen.

International Data Base. Das US Census Bureau, das CIA World Factbook sowie die Library of Congress bieten für alle Länder der Erde eine Datenbank, u.a. zur Bevölkerungsentwicklung und Wirtschaftsentwicklung an.

Internationaler Weltwährungsfond (IWF). Der IWF hat eine Übersicht von wirtschaftlichen Grunddaten über Malaysia veröffentlicht. Weltbank. Über die Zusammenarbeit mit Malaysia gibt es einen eigenen Bericht

UNDP: Human Development Report. Enthält die wohl umfangreichste Zusammenstellung von vergleichbaren Sozialdaten aller Länder.

Die Economic and Social Commission for Asia and the Pacific , ESCAP, ist eine Unterorganisation der UN mit Sitz in Bangkok und koordiniert Entwicklungsprogramme für die Region.

Vision 2020: Technologischer Sprung nach vorn



Bis zum Jahr 2020 will Malaysia den Entwicklungsstand der führenden Industrieländer erreicht haben. Welche Ziele dabei im Vordergrund stehen, hat der damalige Premier Mahathir in einer Rede dargelegt.


Malaysia hat sich zu einem der ehrgeizigsten Länder Südostasiens entwickelt. Nach dem höchsten Gebäude der Welt in Kuala Lumpur, den Petronas Towers, will es zu einem führenden Hightech-Land mit einem Multi Media Super Corridor (MSC) werden. Er soll sich nach Süden von Kuala Lumpur bis zum etwa 50 km entfernten neuen Flughafen erstrecken und den Regierungssitz mit sämtlichen Bundesministerien, Putrajaya, sowie eine malaysisches Silicon Valley, Cyberjaya, beheimaten.

Das Mono-Rail-Netz durchquert auf mehreren Linien den Ballungsraum Kuala Lumpur. Es verläuft vorwiegend aufgeständert und bietet so dem Benutzer ungewohnte Ausblicke in die weitläufige Stadtlandschaft des "Klang-Valley". Die Bahn wird vollautomatisch, ohne Fahrzeugführer, betrieben. Foto: Juergen Dumont.


Die staatliche Erdölgesellschaft PETRONAS  -nach ihr sind die Zwillings-Bürotürme von Kuala Lumpur benannt- operiert mittlerweile weltweit in 32 Ländern, in denen sie drei Viertel ihrer Einnahmen erwirtschaftet. Mit ihren angehäuften Überschüssen von z.Z. 17 Mrd. US$ investiert sie in neue Geschäftsbereiche, wie dem Immobilienmanagement und befördert so die Entwicklung des MSC und des neuen Regierungssitzes in Putrajaya.

Gewerkschaften

Die Gewerkschaftsbewegung hat auf der malaiischen Halbinsel eine lange Tradition seit dem 2. Weltkrieg in den städtischen Zentren wie auch auf den Plantagen. Trotz erheblicher Einschränkung gewerkschaftlicher Tätigkeit durch repressive Gewerkschaftsgesetze und damit die Schwächung der Organisationen gibt es noch immer einen verhältnismäßig starken Gewerkschaftsdachverband Malaysian Trade Union Congress, MTUC.

Auch in Malaysia Korruption

Trotz oder gerade wegen des wirtschaftlichen Erfolges Malaysias ist die wachsende Korruption im Land eines der größten Probleme. Die Oppositionspartei DAP hat dazu im Juli 1997 eine Veranstaltung gemacht auf der ein 10-Punkte Katalog aufgestellt wurde. Zur Bekämpfung der Korruption gibt es eine eigens dafür eingerichtete Behörde.

Verbraucherschutz

Eine der ältesten und größten 'modernen' Nichtregierungsorganisationen ist aus dem Bereich des Verbraucherschutzes, nämlich die Consumers Association of Penang , kurz CAP, die auch eine Verbraucherschutzzeitschrift herausgibt. Es gibt noch eine Reihe von kleineren Verbraucherorganisationen in den einzelnen Bundesstaaten, die in der Federation of Malaysian Consumers Association , FOMCA, zusammengeschlossen sind.

Strategische Planung

Das malaysische Institute of Strategic and International Studies (ISIS) forscht zu wirtschaftspolitischen Strategien.

Malaysias Verhältnis zu Japan

Japan, das erste Wirtschaftswunderland Asiens war für viele andere Länder Asiens häufig Vorbild. So auch für Malaysia mit seiner "Look East Policy"

Deutsch-Malaysische Zusammenarbeit

Zentrale Institution der privatwirtschaftlichen Zusammenarbeit ist die Außenhandelskammer Malaysia des Deutschen Industrie und Handelstages in Kuala Lumpur. Resultat der technischen Zusammenarbeit zwischen den Regierungen beider Länder ist das German-Malaysian Institute , ein Ausbildungszentrum für technische Berufe. Die bilateralen staatlichen Beziehungen zwischen Europa/Deutschland-Malaysia sind geprägt von einer langfristig angelegten Zusammenarbeit. Deutsche politische Stiftungen (KAS, FES, HSS) sind im Land tätig.

Entwicklung und Entwicklungspolitik

Bereits seit den 1980er Jahren gehört Malaysia nicht mehr zu den klassischen Entwicklungsländern. Mittlerweile wurde die deutsche Entwicklungshilfe (GTZ, CIM) sogar vollständig eingestellt, weil das Land einen relativ hohen Entwicklungsstand erreicht hat und in einigen Bereichen zum Geber (in Staaten des Pazifiks) und auch zum Investor (z.B. durch die staatliche Erdölgesellschaft Petronas) geworden ist.  

Regionale und Internationale Wirtschaftskooperation

Organisationen der regionalen Wirtschaftskooperationen sind ASEAN, die Asian Development Bank, ADB, und die Asia-Pacific Economic Cooperation, APEC. Ein institutionalisierter Dialog zwischen den Regionen und Europa wurde als Asia-Europe Meeting, ASEM, 1996 gegründet.

Malaysia ist Mitglied des Internationalen Währungsfonds, IWF, der Weltbank, und der Welthandelsorganisation, WTO.


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