| Nationale
Verpflichtungen für Beijing |

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Gemeinsame Erklärung von "Sisters in
Islam", "All Womens's Action Society", "Tenaganita" und
"Women's Aid Organisation".
Da Frauen aus aller Welt im September in Beijing zusammenkommen, um
an der 4. Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen teilzunehmen, nehmen wir die
Gelegenheit wahr, die Regierung Malaysias aufzufordern, ihren Verpflichtungen
nachzukommen, die Rechte von Frauen zu fördern, den Status von Frauen zu verbessern und
im Prinzip die Gleichheit zwischen Mann und Frau anzuerkennen.
Um diese Ziele zu erreichen, fordern wir die Regierung auf, sich
anläßlich der anstehenden Weltkonferenz zu verpflichten Schritte zu unternehmen, um ein
11-Punkte-Programm bis zum Jahr 2000 umzusetzen. Wir fordern von der Regierung,
- die Ergänzung des Artikel 8(2) der Bundesverfassung, um
anzuerkennen, daß das Geschlecht kein Grund für Diskriminierung sein darf;
- Schritte einzuleiten, um die geäußerten Vorbehalte gegenüber dem
Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau zu widerrufen und
Bedingungen für seine vollständige Umsetzung zu schaffen;
- die Umsetzung des Aktionsplans für die Nationale Frauenpolitik und
die Sicherstellung, daß eine wirkungsvolle Integration in alle Regierungsbereiche und
Ministerien mit angemessener Berücksichtigung im Haushalt des 7. Malaysia-Plans
vorgenommen wird sowie eine Reorientierung der institutionellen Prozesse für eine solche
Umsetzung;
- die Stärkung der Behörde für Frauenangelegenheiten (HAWA) durch
die Bereitstellung von zusätzlichem Personal und Finanzmitteln und Aufstellung eines
jährlichen Haushaltspostens für Aktivitäten von Nicht-Regierungsorganisationen (NRO)
zur Umsetzung des Aktionsplans;
- die Änderung von Gesetzen, die Frauen diskriminieren sowohl in ihrer
Bedeutung als auch in ihrer Anwendung;
- die sofortige Anwendung des Gesetzes gegen Häusliche Gewalt
(Domestic Violence Act);
- die Aufstellung von Zielvorgaben und einem Zeitplan zur Förderung
von Frauen in Führungspositionen in der Politik, der Regierung und in öffentlichen
Einrichtungen;
- die Schaffung von Betriebs-Kindergärten und örtlichen
Kindergärten;
- die Anerkennung einer besonderen Verletzbarkeit von Frauen,
insbesondere junger Mädchen, durch HIV-Infektionen, und die Stärkung der nationalen
Leistungen (Programme, Dienstleistungen und Resourcen) zur Beseitigung der
sozio-kulturellen und sexuellen Faktoren, die eine Verbreitung von HIV ermöglichen;
- die Einbeziehung von Frauen-NROs bei der Überprüfung der
Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik sowie bei Programmen zur Verbesserung der
Reproduktionsrechte und der gesamten Gesundheit der Frauen;
- die Formulierung einer nationalen Beschäftigungsstrategie für
Frauen zur Förderung ihrer beruflichen Aufstiegschancen und ihres Zugangs zur beruflichen
Weiterbildung in allen Bereichen, insbesondere auf dem Gebiet der Naturwissenschaften und
Technologie.
Aus Südostasien Informationen Nr. 3/1995 S. 44, Übersetzung
aus dem Englischen von Peter Franke.

Stand: 12. January 1998, © Asienhaus
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