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Honduras
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Soziale Lage
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( 64,2 % (2004, offizielle Zahlen) der Gesamtbevölkerung
fallen in Honduras unter die gängigen Armutsdefinitionen (darin
extrem Arme: 44,6 % der Gesamtbevölkerung). In den ländlichen
Gebieten liegt die Armutsrate bei rund 72 %, die der extremen Armut
bei 60,5 %. Der Stand der menschlichen Entwicklung
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Kulturelle und ethnische
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Was die ethnisch-kulturelle Zusammensetzung der Bevölkerung
betrifft, lassen sich in Honduras drei ethnisch-kulturelle Großgruppen
ausmachen: Ladinos, Indígenas und Afro-Honduraner
(unter anderem garífunas). Diese Großgruppen unterscheiden
sich (teilweise) in Hautfarbe und Physiognomie sowie kulturell und
sprachlich voneinander. Weitgehend integriert in die
Großgruppe der ladinos ist die kleine Anzahl von
Nachfahren christlich-palästinensischer Einwanderer, in Honduras
meist fälschlich als "turcos" (Türken) bezeichnet.
Die
indigenen Gemeinschaften stellen in Honduras etwa 7 % der Gesamtbevölkerung.
Sie unterscheiden sich soziokulturell stark vom Rest der Gesellschaft,
da sie zumeist in entlegenen Landesteilen (z.B. in der weitgehend unerschlossenen
Urwald-Region Mosquitia oder im Hochland der Grenzregion zu Guatemala)
und mit zum Teil wenig Kontakt zur "Außenwelt" ihre traditionellen
Gesellschaftsformen pflegen. Die Gemeinschaften sind größtenteils
Nachfahren der Maya und differenzieren sich untereinander
in mindestens neun Untergruppen. Davon sind die Lenca
Die
Konflikte, die sich aus dem Zusammentreffen traditioneller Formen der
Vergesellschaftung mit dem bürgerlich-kapitalistischen Staatswesen
Honduras` ergeben, haben zu einem gesteigerten Gruppenbewusstsein der
indigenen Bevölkerung und insbesondere im Laufe der letzten zehn
Jahre zur Konstituierung zahlreicher politischer Vertretungsinstanzen
geführt. In Organisationen wie COPINH
(Consejo
Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras
Ca.
drei Prozent der Bevölkerung Honduras` ist schwarzer Hautfarbe.
Etwa die Hälfte davon bezeichnet man als garífunas. Diese leben in weitgehend autarken Gemeinschaften
an der Karibikküste sowie auf den Inseln Roatán, Utila und
Guanaja und pflegen, ähnlich den indígenas,
ihre traditionelle Lebensweise. Die Geschichte der
garífunas begann im 17. Jahrhundert mit dem
Schiffbruch zweier Sklavenschiffe und der Flucht der darauf gefangenen
Afrikaner auf die Karibikinsel St. Vincent. Sie vermischten sich mit
den Ureinwohnern der Insel, und ihre Nachfahren wurden Ende des 18.
Jahrhunderts von den Engländern nach Roatán deportiert.
Von dort aus verteilten sich ihre Dörfer entlang der Karibikküste,
so dass garífuna-Gemeinschaften heute in Belize, Guatemala,
Honduras und Nikaragua zu finden sind. Ihre Sprache, ebenfalls "garífuna"
genannt, wurzelt hauptsächlich im karibisch-indigenen Arawak, hat
aber auch Anteile aus verschiedenen afrikanischen und europäischen
Sprachen. Wie die indigenen Gemeinschaften in Honduras versuchen auch
die garífunas, ihre kulturellen Eigenheiten zu
bewahren und ihre wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Organisationsformen Auch die englischsprachigen Afro-Honduraner konzentrieren sich an der Karibikküste und v.a. auf den ihr vorgelagerten Inseln (dementsprechend ist ihre offizielle Bezeichnung "isleños" von span. "isla" = Insel). Dieser Teil der Bevölkerung unterscheidet sich abgesehen von der Sprache (so gut wie alle isleños sprechen neben Englisch auch Spanisch) soziokulturell kaum von der ladinischen Mehrheit. Ebenso wie die spanischsprachigen Schwarzen, die sich v.a. (aber nicht nur) in den Großstädten des Landes angesiedelt und kulturell völlig assimiliert haben, haben sie keine so ausgeprägte Gruppenidentität wie die garífunas.
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Altersstruktur
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Die Altersstruktur der honduranischen Bevölkerung ist durch das relativ hohe Bevölkerungswachstum von derzeit jährlich 2,5 % geprägt. Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren machen über ein Drittel (42 %) der Gesamtbevölkerung aus. Derzeit bekommt jede Frau in ihrem Leben durchschnittlich 3,9 Kinder. Honduras liegt bei all diesen Indikatoren erheblich über dem lateinamerikanischen Durchschnitt (jährliches Bevölkerungswachstum: 1,5%; Bevölkerung unter 15 Jahren: 30 %; Fruchtbarkeitsrate: 2,5 Kinder pro Frau). (Diese und weitere demographische Daten finden sich auf den Internet-Seiten der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung.) |
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Kirche(n) und Religion
![]() Herstellung eines traditionellen Blütenteppichs, über den die Karfreitagsprozession schreiten wird. |
Nach
den offiziellen Statistiken sind ca. 90% der Einwohner Honduras` Katholiken.
Der tatsächliche Anteil dürfte allerdings weit darunter liegen.
Insbesondere in den von Armut und extremer Armut betroffenen Bevölkerungsteilen
haben neu-protestantische
Kirchen
Unangefochtene
Autorität innerhalb der Kirche und glaubwürdige moralische
Instanz in Politik und Gesellschaft (sowohl in seiner Eigenschaft als
Repräsentant der Kirche als auch als Person) ist der Erzbischof
von Tegucigalpa, Kardinal Óscar Andrés Rodríguez Maradiaga.
Der Kardinal hat weit über die Grenzen
Zentralamerikas hinaus den Ruf eines engagierten und taktisch geschickten
Kirchenmannes. Vor dem Tod von Papst Johannes Paul II. wurde er gar
als Kandidat für die Papst-Nachfolge gehandelt (so z.B. in einem
Artikel
in „Der Spiegel“). Am 30. März 2005 verlieh der
damalige deutsche Botschafter in Honduras, Dr. Thomas C. Bruns (stellvertretend
für Bundespräsident Horst Köhler), dem honduranischen
Kardinal das Bundesverdienstkreuz ("Großes Verdienstkreuz
mit Stern und Schulterband") für sein Engagement gegen Armut,
soziale Ungerechtigkeit und Korruption. Im Juni 2007 wurde Rodríguez
zum Präsidenten
von Caritas Internationalis
![]() Weihnachten in der mall. (Copyright: Erika Harzer) |
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Frauen
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Frauen und Männer sind rechtlich gleichgestellt. Die Auswirkungen solcher Bestimmungen sind im politischen und gesellschaftlichen Alltag jedoch gering. So gibt es beispielsweise gerade einmal 23 Bürgermeisterinnen, gegenüber 275 Bürgermeistern in den insgesamt 298 Kommunen (municipios). Die Zahl der Frauen im Parlament ist allerdings seit den letzten Wahl beachtlich gestiegen und beträgt nun 32 (von 128 Parlamentssitzen, also 25%). In der Legislaturperiode von 2001-2005 gab es lediglich 5 Parlamentarierinnen.
In der Zivilgesellschaft
Das Rollenverständnis von Frau und Mann ist von der in Lateinamerika üblichen Kultur des machismo geprägt. Hohe Raten an ungewollten Schwangerschaften und an Schwangerschaften von Jugendlichen (15 % der Neugeborenen haben Mütter zwischen 14 und 18 Jahren) tragen zum Anwachsen der Zahl von Familien mit weiblichem Familienvorstand bei. Diese Familien sind häufiger von Armut betroffen als andere (66 % zu 58 %). In den maquila-Fabriken, wo Frauen über 75 % des Personals ausmachen, kommt es immer wieder zu Entlassungen und sonstigen Diskriminierungen |
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Musik und Literatur
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Auch musikalisch
ist Honduras vom Neben- und Miteinander der verschiedenen ethnisch-kulturellen
Identitäten geprägt. Der im Radio, in Diskotheken usw. meistens
zu hörende "Mainstream" beinhaltet v.a. die in Lateinamerika übliche
Mischung aus spanisch- und englischsprachigem Pop und Rock und die jeweils
dominierenden lateinamerikanischen Moderhythmen von Merengue über
Salsa bis zu Reggetón und Bachata. Bei privaten und öffentlichen
Festlichkeiten sind jedoch auch die traditionelleren und spezifisch honduranischen
Musikstile beliebt, allen voran die trommelbetonte und äußerst
temporeiche Punta-Musik
der garífunas. Der aus dem Küstenstädtchen La
Ceiba stammende Liedermacher Guillermo Anderson verbindet in
seinen Songs moderne Rock-, Pop- und Reggae-Elemente mit Einflüssen
der Punta und sozialkritischen (v.a. für den Erhalt der Umwelt
eintretenden) Liedtexten. Auf Dorffesten und anderen Feierlichkeiten im
Hochland ist, besonders bei älteren Menschen, die Musik von Marimba-Orchestern sehr beliebt.
Literarisch
![]() Das Marimba-Orchester "Alma de las Fuerzas Armadas" (Copyright: Erika Harzer) |
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Die honduranische Küche
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Die Grundnahrungsmittel
der Honduraner sind Mais, Reis und Bohnen. Der Mais wird v.a. in Form
von flachen Tortillas, die ausschließlich aus Maismehl und Wasser
hergestellt werden, zu so gut wie jeder Mahlzeit gereicht. Ein typisches
honduranisches Frühstück etwa besteht aus Tortillas, Bohnenmus
(frijoles refritos) und Rühr- oder Spiegelei, evtl. kommen
noch einige Scheiben gekochter oder frittierter Kochbanane (plátano)
hinzu. Eine besondere Form der Tortilla ist die pupusa
. Dabei handelt
es sich um eine dickere Maistortilla, die mit Wurststückchen oder
Käse gefüllt ist.In einigen Restaurants bekommt man als Vorspeise ein so genanntes anafre: Auf dem Tisch des Gastes wird ein spezielles Tongefäß platziert, in dem glühende Kohlestückchen Käsestreifen in Bohnenmus zerschmelzen lassen. Die entstehende Masse wird dann mithilfe von knusprig frittierten Tortilla-Stückchen ("tostadas") zum Mund geführt. Für europäische Gaumen ungewohnter ist das Chili, das in Form von Saucen oder von in Essig eingelegten Chili-Schoten zu vielen Gerichten gereicht wird. Auch die traditionelle sopa de mondongo muss nicht jedem
schmecken, da diese Suppe mit Rindsinnereien zubereitet wird.Eine weitere Suppenspezialität ist die sopa de caracol , eine Suppe
mit in Streifen geschnittenen Riesenmeeresschnecken (deren Gehäuse
von den garífunas übrigens als Musikinstrument in der
Punta verwendet wird, da man durch Hineinblasen einen lauten, sehr
tiefen Ton erzeugen kann). An der Nordküste, insbesondere in den
afro-honduranischen Gemeinschaften, wird viel mit Kokos(-milch, -raspeln
usw.) gekocht. Eine besondere Spezialität der garífunas
ist casabe
, eine Art Fladen
aus Yucca.
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