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Honduras
Seite 1: Landesüberblick & Naturraum

 

Land und Leute

 

Nationale Symbole:


In der Flagge wird die geographische Lage des Landes durch einen horizontalen weißen Streifen zwischen zwei blauen dargestellt, wobei das Blau die Karibik im Norden und den Pazifik (genauer gesagt den Golf von Fonseca) im Süden symbolisiert. Die auf dem weißen Streifen symmetrisch angeordneten blauen Sterne stehen für die fünf Länder Zentralamerikas.

 

Nationalhymne
zum Hören und Lesen.

 


Das Staatswappen

(Copyright: Vector-Images.com)

Bedeutung des Wappens

 

Nationalfeiertag:
15. September
(Unabhängigkeitstag: Proklamation der Unabhängigkeit Zentralamerikas von Spanien)

( Sofern nicht anders angegeben, führen alle Links auf dieser Seite zu deutsch- oder englischsprachigen Seiten.)

Honduras ist eines der flächenmäßig kleinsten und bevölkerungsärmsten Länder Lateinamerikas. Mit 112.492 qkm hat es etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands, aber nur etwa ein Zwölftel der Einwohnerzahl (ca. 7,7 Mio.). Die Bevölkerungsdichte liegt bei rd. 60 Einwohnern pro Quadratkilometer (2002).


© 2004 Perry-Castañeda Library Map Collection

Weitere Karten:

- Übersichtskarte
- Karte in pdf mit departamentos und Städten
- physische Karte
- Kartensammlung
- Karte zum "Hineinzoomen"
- Honduras bei "Google Maps"
- Stadtpläne der wichtigsten Städte

Den größten Anteil an der Bevölkerung stellen Mestizen (ca. 90 %) und indígenas (ca. 7%). Hinzu kommen Weiße hauptsächlich spanischer Abstammung, Afro-Honduraner (u.a. garífunas) und die kleine, aber wirtschaftlich und politisch einflussreiche Gruppe christlich-palästinensischer Einwanderer (im Volksmund „turcos“).

Honduras bildet zusammen mit Guatemala, El Salvador, Nikaragua und Costa Rica die Subregion Zentralamerika (zu der je nach Zusammenhang auch noch Belize und Panama gezählt werden) und nimmt aktiv am Prozess der zentralamerikanischen Integration teil.

Honduras ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Nach offiziellen Zahlen leben rund zwei Drittel aller Honduranerinnen und Honduraner in Armut. Große Unterschiede bezüglich der Lebensbedingungen herrschen zwischen Stadt und Land: In den ländlichen Gegenden ist die Armut noch weiter verbreitet als in den urbanen Zentren. Jedoch sind die Menschen in den Städten (v.a. Tegucigalpa, San Pedro Sula, El Progreso, La Lima) stärker als die Landbevölkerung von Gewalt und Kriminalität betroffen. Weniger als die Hälfte der Bevölkerung (ca. 46 %) lebt in Städten.

Statistische Grunddaten zu Honduras finden sich unter anderem im World Factbook der CIA und auf den Seiten des Nationalen Statistikinstituts der Honduranischen Regierung (INE ).

 

 

Geogra-
phischer Überblick

 

 

 

 

 

 

Honduras grenzt im Westen an Guatemala, im Südwesten an El Salvador und im Osten an Nikaragua. Es lässt sich in drei Landschaftszonen einteilen, die jeweils auch eine spezifische ethnisch-kulturelle und wirtschaftliche Prägung aufweisen.


Blick auf Tegucigalpa vom Berg "El Picacho" aus.
© Peter Peetz

Das im Westen und Süden gelegene Hochland mit der Hauptstadt Tegucigalpa wird hauptsächlich von der mestizischen und indigenen Bevölkerungsmehrheit bewohnt. Wirtschaftlich ist in dieser Zone der meist kleinbäuerliche Kaffeeanbau vorherrschend sowie der oft in Subsistenzwirtschaft betriebene Anbau von Mais, Bohnen und anderer landwirtschaftlicher Produkte. Die entlang der Nordküste verlaufenden Ebenen beheimaten hingegen neben Mestizen eine große Zahl von Honduranern afrikanischer Abstammung. Hier liegt San Pedro Sula, zweitgrößte Stadt des Landes und wichtigster Standort für Handel und Industrie. Die wichtigste Verkehrsbindung in Honduras ist denn auch die Carretera Norte, eine für honduranische Verhältnisse recht gut ausgebaute (aber, was die Verkehrssicherheit betrifft, alles andere als optimale) Landstraße, die die Hauptstadt mit San Pedro Sula und der Karibikküste verbindet.


Das Flughafengebäude von Tegucigalpa-Toncontin: Wer hier angekommen ist, ist erleichtert - wegen der bergigen Lage ist der Flughafen für Piloten einer der schwierigsten Landeplätze der Erde. Zuletzt kam es Ende Mai 2008 zu einem Unfall mit mehreren Toten.
© Peter Peetz

Der Norden ist von der Plantagenwirtschaft dominiert. Der Anbau und Export von Bananen, durch den Honduras der zweifelhafte Ruf einer "Bananenrepublik" zuteil wurde, nimmt heute zugunsten von anderen Produkten (Palmöl, Zuckerrohr, Ananas usw.) und der sog. Maquila-Industrie ab. Die dritte Landschaftszone ist die sehr dünn besiedelte (v.a. indígenas, die nicht zu den im Hochland ansässigen Maya-Nachfahren gehören) Mosquitia, ein noch in weiten Teilen unerschlossenes Gebiet mit tropischem Regenwald, das fast ein Drittel der Fläche Honduras` bedeckt.

Neben den beiden Küsten - der Karibikküste im Norden (mit den vorgelagerten Inseln Roatán, Útila und Guanaja, den sog. Islas de la Bahía) und der Südküste am Pazifik (bzw. am Golf von Fonseca) - sind für die Hydrogeographie des Landes v.a. die drei wichtigsten Flüsse (Río Patuca, Río Ulúa und Río Choluteca) sowie der auch als Trinkwasserreservoir bedeutende Binnensee Lago de Yojoa zu nennen.

Vor der spanischen Eroberung war das heutige honduranische Territorium reich an Goldvorkommen, die sich aber durch intensiven Bergbau noch in der Kolonialzeit weitgehend erschöpften. Heute werden, meist im Tagebau und betrieben durch multinationale Unternehmen, neben geringen Mengen an Gold vor allem Silber, Kupfer, Eisenerz, Zinn, Blei und Antimon abgebaut. Über die sozialen und ökologischen Folgen des Bergbaus findet derzeit eine kontroverse politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung statt, da die Verabschiedung eines neuen Bergbaugesetzes ("Ley de minería") geplant ist. Negative ökologische Auswirkungen hat auch die für Honduras makroökonomisch bedeutende Holzwirtschaft [2 MB] .

Das Klima ist an der Karibikküste tropisch. Auf den Hochebenen im Landesinneren aber gemäßigt. Von November bis April ist Trockenzeit, von Mai bis Oktober Regenzeit, in der das Wetter v.a. im Hochland kühler ist. Insbesondere zwischen September und November kann es zu tropischen Stürmen, wie 1998 dem verheerenden Hurrikan "Mitch", kommen. Die Temperaturen sind an der Nordküste meist heiß, dort kommt es ganzjährig zu Niederschlägen. Im Süden (Pazifikküste) herrscht eher ein feuchtwarmes tropisches Klima. Dort ist aber auch die Trockenzeit stärker ausgeprägt.

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