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GUATEMALA
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Seite 2Geschichte, Staat & Politik
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Historische Entwicklung
Das heutige Guatemala war in präkolumbianischer Zeit Kerngebiet des Maya-Reiches. Charakteristisch für diese Zeit waren verschiedene hierarchisch aufgebaute theokratische "Stadtstaaten" wie El Mirador
Mayaruinen
im Norden Guatemalas: Tikal,
Tempel I und II aus der spätklassischen Periode
(© Ralf Wyrwinski) Mit der Eroberung durch
die
Spanier unter Pedro de Alvarado
nach 1523 begann eine knapp dreihundertjährige Kolonialzeit, die mit
einem erheblichen Rückgang der indigenen
Bevölkerung und drastischen Veränderungen in der
landwirtschaftlichen Produktionsstruktur verbunden war: Mittels der
Institution der encomienda
Gemeinsam mit den anderen
heutigen zentralamerikanischen Staaten erlangte Guatemala am 15.
September 1821 die Unabhängigkeit
von Spanien. Nach einer kurzen
Phase der Zugehörigkeit zur zentralamerikanischen
Föderation erlebte das Land bis zur Revolution von 1944 eine
Reihe unterschiedlicher Diktaturen,
die von politischer Repression und
wirtschaftlicher Außenabhängigkeit geprägt waren.
Kaffee und Bananen wurden im Zuge der "liberalen
Reformen"
Während der kurzen Revolutionsphase
Mit dem Amtsantritt von Vinicio
Cerezo Arévalo
seither nicht
gelungen,
die grundlegenden
Probleme des
Landes zu lösen: Soziale Instabilität und Ausgrenzung,
politische Krisen,
mangelnde Strafverfolgung und massive wirtschaftliche Probleme
bestimmen nach
wie vor den Alltag der guatemaltekischen Bevölkerung.Eine tabellarische
Übersicht über die guatemaltekische
Geschichte bietet das Auswärtige
Amt, Berlin.
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| Staat und Politik |
Staatsform
und Verfassung
Gemäß der Verfassung von 1985 Politische Situation und Wahlen 2007 Neuer Präsident des Landes ist seit Januar 2008 der ehemalige Direktor des nationalen Aufbaufonds (FONAPAZ), Alvaro Colom Die für das Linksbündnis Encuentro por Guatemala (EG) Colom löste Oscar Berger ![]() Traditionell ist die guatemaltekische Parteienlandschaft durch kurzlebige, personenbezogene und klientelistische Parteien Das Parlament Linke Gruppen
Kritik an
den traditionell klientelistischen Rechtsparteien und ihren
Führungsfiguren: Strassenumzug in
Guatemala-Stadt am Viernes de dolores, April
1995 (©
Ralf Wyrwinski)
Rolle der Zivilgesellschaft In den vergangenen Jahren haben allerdings - in Konkurrenz zu den insgesamt wenig persistenten politischen Parteien - die Basisorganisationen der Maya
wie die Asamblea
de la Sociedad Civil
(ASC) oder die Coordinación
de Organizaciones del Pueblo Maya de Guatemala, Saqb'ichil (COPMAGUA) zunehmend an Bedeutung
gewonnen. Sie vertreten
gegenüber der Regierung und der gesamten Öffentlichkeit die
Interessen der indigenen Bevölkerung beispielsweise in Fragen des
Friedensabkommens, der Durchführung
sozioökonomischer Reformen oder der Aufklärung von
Menschenrechtsverletzungen und sind zumindest auf lokaler und
regionaler Ebene inzwischen ein ernstzunehmender Machtfaktor.
Die Maya-Bewegung
Eine besondere Funktion im
politischen Prozess kommt nach wie
vor den wirtschaftlichen
Interessenvertretungen zu: Gruppen wie
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Außenpolitik |
Die guatemaltekische Außenpolitik
wird nach Ende des Ost-West-Konflikts nicht länger von
sicherheitspolitischen und militärischen Erwägungen
dominiert. Statt vermeintlicher kommunistischer Bedrohungen prägen
jetzt die wirtschaftlichen Interessen wichtiger Akteure (wie z.B. der
Agrarexportproduzenten oder der maquiladora-Industrie)
eindeutig die außenpolitischen
Schwerpunktsetzungen.
Die bilateralen
Beziehungen zwischen Guatemala und Deutschland sind denn auch von
Deutschlands Position als größtem Handelspartner Guatemalas
unter den EU-Staaten und von den deutschen Beiträgen zur internen
Konfliktprävention im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit
geprägt.
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Guatemala - ein
lateinamerikanischer Apartheidstaat? Knapp zwölf Jahre nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen Regierungsvertretern und der Führung der URNG stehen immer noch wesentliche Teile der Umsetzung der einzelnen Unterabkommen Geringe Fortschritte zeigen sich vor allem
Vor allem aufgrund der
anhaltenden Ausgrenzung der indigenen Bevölkerung stellt sich
daher völlig zu Recht die Frage, ob Guatemala nicht eine lateinamerikanische Variante
eines
Apartheidstaats darstellt.
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Kriminalität und Gewalt
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Fast zwölf Jahre nach
Beendigung des
Bürgerkrieges sehen
sich die Menschen landesweit mit einer auch im lateinamerikanischen
Maßstab außerordentlichen
Kriminalität konfrontiert.
Verbreitete Hinrichtungen und Serienmorde,
ungezählte Entführungen, Überfälle und gewalttätige
Übergriffe vor allem auf Frauen
erzeugen ein "Klima
der Gewalt"
, in dem das
ineffiziente und überforderte
Justizwesen hilflos und apathisch agiert: Die weitaus meisten
Verbrechen bleiben
ungeahndet; Täter haben kaum Strafe zu fürchten; Richter,
Anwälte und Vertreter der Legislative werden zusehends selbst
Opfer von Einschüchterungen,
Bedrohungen und Attentaten. Guatemala-Stadt gilt inzwischen
denn auch vor San Salvador als die
gewalttätigste Stadt in
Zentralamerika.Besondere Aufmerksamkeit gilt
gegenwärtig der Jugendkriminalität
der sog. "maras", die als "Jugendbanden" in
ihrer Entstehung auf
den
Zusammenschluß von jungen Migranten in den USA
zurückgehen und die zwischenzeitlich in ganz Zentralamerika auf
vielen kriminellen Feldern (z.B. Drogenhandel
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| Medien |
Kritische Berichte über
die aktuelle politische Situation in Guatemala liefern
regelmäßig:
Die Tagespresse in Guatemala
vertritt (noch immer) mehrheitlich konservative
bis offen reaktionäre Positionen (z.B. Prensa Libre
Grundsätzlich ist in
Guatemala die Pressefreiheit
in der Verfassung
garantiert. Dennoch kommt es immer wieder zu
Einschüchterungsversuchen gegenüber kritischer
Berichterstattern und Angriffen auf Medienvertreter.
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