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GUATEMALA
Seite 1: Landesüberblick & Naturraum

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Landesübersicht & Naturraum

Guatemala





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Lage und Größe des Landes

Trotz seiner vergleichsweise geringen Größe spiegelt Guatemala in vielerlei Hinsicht die komplexen Strukturen ganz  Lateinamerikas wider: Sowohl in der naturräumlichen Gliederung als auch in der historischen, politischen oder sozioökonomischen Entwicklung kann das Land mit seinen unterschiedlichen Landschaftszonen, mit seiner wirtschaftlichen Struktur, seiner historischen Genese und seiner Vielzahl an gesellschaftlichen Brüchen als Prototyp des lateinamerikanischen Staates angesehen werden.


Naturräumliche Gegebenheiten


Guatemala kann in drei große Naturräume unterteilt werden: Dem von den zwei Hauptketten der zentralamerikanischen Kordilleren durchzogenen zentralen Hochland schließen sich nördlich die flache Kalktafel des Petén und das Schwemmland des Karibischen Tieflandes an, während sich das pazifische Tiefland als flache Ebene aus Sedimentgesteinen zwischen der steil abfallenden Vulkanreihe des Hochlandes und der Pazifikküste im Süden des Landes erstreckt.

Stratovulkane im guatemaltekischen Hochland: Agua, Acatenango und Fuego
(© Ralf Wyrwinski)

Das Klima reicht entsprechend der unterschiedlichen Höhenstufung der Naturräume vom wechselfeuchten Tropenklima des pazifischen Tieflandes und dem dauerfeuchten Klima des Petén sowie des Karibischen Tieflandes über die gemäßigte Klimazone des zentralen Hochlandes bis hin zu den kalten Gebirgsklimaten des westlichen Hochlandes mit seinen Erhebungen von über 4000 m. Die durchschnittliche Temperatur in Guatemala-Stadt beträgt 18,3°C bei einer mittleren Niederschlagsmenge von knapp 1200 mm pro Jahr, die sich auf die Regenzeit während der Monate Mai bis Oktober konzentriert.


Bevölkerung

Als das nördlichste Land Zentralamerikas ist Guatemala mit knapp 109 000 km² nach Nicaragua und Honduras flächenmäßig zwar nur das drittgrößte Land der Region; mit zwischen 12,7 bis 13,3 Millionen Einwohnern ist es aktuellen Schätzungen (2007/2008) zufolge aber das bevölkerungsreichste Land Mittelamerikas mit einer der höchsten Zuwachsraten pro Jahr in ganz Lateinamerika (2,6% im Durchschnitt der Jahre 1995 - 2000).  Mit einem Anteil von ca. 55% der Gesamtbevölkerung (geschätzt, 2002) gehört Guatemala zu den Ländern Lateinamerikas mit einem sehr hohen Anteil der indigenen Bevölkerung.  Die Bevölkerungsverteilung zeigt dabei einen eindeutigen Bevölkerungsschwerpunkt im  Bereich der Hauptstadt und des westlichen Hochlandes.


Guatemala: Geographische Lage

Geographische Lage


Guatemala: Topographische Übersicht


Landesuebersichtskarte (33 KB)


Grunddaten


Grundlegende Informationen und einführende Daten
zur Landesübersicht liefern das World Factbook der CIA   sowie DER SPIEGEL


Übersichtskarten

Übersichtskarten sehr unterschiedlicher Qualität zur Topographie, zur politisch-administrativen Gliederung, zur Infrastruktur und  zur sozioökonomischen Einteilung des Landes stellen
die University of Texas ,
der Human Rights Atlas Guatemala ,
das ReliefWeb und
die Vereinten Nationen zur Verfügung.

Inmonetwork   liefert neben Landesübersichten zusätzlich einige Stadtteilpläne von Guatemala-Stadt.

Die FAO bietet Texte und Übersichten zur  Ökologie des Landes .

Einige fotografische Impressionen des Landes präsentieren  Gerardo Mada  und Area.


Ökologische Probleme
Umweltprobleme sind in Guatemala keine simple Folge der verbreiteten Armut; sie sind auch und gerade die Konsequenz einer ökologisch und sozial wenig durchdachten Wirtschaftspolitik. Zu den wichtigsten Umweltproblemen des Landes gehören:

  • Waldzerstörung: Pro Jahr werden schätzungsweise 95000 ha Wald vernichtet; größere zusammenhängende Waldbestände befinden sich nur noch in der Sierra de las Minas und im Petén. Nähere Informationen zur Biodiversität stellt die FAO in ihren regelmäßigen Situationsberichten zusammen. Die Emporia State University of Kansas präsentiert Luft- und Satellitenaufnahmen der Entwaldung im Petén .


Waldzerstörung im guatemaltekischen Hochland bei San Mateo Ixtatán, Huehuetenango:
  Zunehmender Landmangel und verkürzte Brachezeiten gelten als wichtige Ursachen
 
(© Ralf Wyrwinski)

Waldzerstörung im guatemaltekischen Hochland bei Nucá, Huehuetenango:
Auch der hohe Brenn- und Bauholzbedarf tragen erheblich zur Entwaldung bei
 (© Ralf Wyrwinski)

  • Bodenerosion: Zwei Drittel der guatemaltekischen Landesfläche gelten als hochgradig erosionsgefährdet; gut 40% der Böden werden übermäßig genutzt. Vor allem die Krise im Agrarsektor trägt wesentlich zur Ausbreitung von agrarökologisch nicht angepaßten Landnutzungssystemen bei. Durch die Folgen der in jüngster Zeit verstärkt auftretenden tropischen Stürme (wie etwa Stan im Oktober 2005) wird die Bodenerosion zusätzlich verschärft.


Bodenerosion als typisches Umweltproblem im guatemaltekischen Hochland:
 Hangrunsenbildung infolge großflächiger Entwaldung bei Chiantla, Huehuetenango

(© Ralf Wyrwinski)

  • Gewässerverschmutzung: Der übermäßige Einsatz von Agrarchemikalien in der Landwirtschaft (z.B. im Kaffeeanbau oder in der Zierpflanzenproduktion), die Einleitung ungeklärter industrieller Abwässer in die Oberflächengewässer und die fehlenden Entsorgungseinrichtungen führen laut AQUASTAT , dem Wasserinformationssystem der FAO, zu einer durchweg schlechten Trinkwasserqualität und in der Folge häufig zu Durchfallerkrankungen, Hepatitis und Cholera.
  • Müll: Pro Jahr fallen über 1 000 000 t Festmüll an, die zumeist "wild" deponiert werden.
Weitere Auskünfte zur ökologischen Situation des Landes, zu Fragen des Naturschutzes und zu spezifischen Projekten erteilen Organisationen wie
die Asociación de Rescate y Vioda Silvestre (ARCAS) ,
der Consejo Nacional de Areas Protegidas de Guatemala (CONAP)   oder
das Centro Maya .
Kernprobleme und Indikatoren der Entwicklung
Mit dem Friedensabkommen vom Dezember 1996 wurde in Guatemala einer der längsten Bürgerkriege des lateinamerikanischen Kontinents beendet. Seither steht das Land vor der komplizierten Herausforderung, die Probleme einer Nachkriegsgesellschaft zu bewältigen und durch umfassende politische, rechtliche, soziale und ökonomische Reformen die Grundsteine für eine nachhaltige und friedliche Entwicklung zu legen.

Zu den Hauptproblemen Guatemalas zählen

  • die extrem ungleichen Einkommens- und Besitzverhältnisse, die die ländliche und die indigene Bevölkerung von jeder Entwicklung bisher ausschließen und der gesellschaftlichen Anomie Vorschub leisten,
  • die verbreitete Armut und eine prekäre Ernährungslage in Teilen des westlichen Hochlandes,
  • die nach wie vor unzureichende Umsetzung des Friedensabkommens,
  • die anhaltende Ineffizienz von Verwaltung und Justiz, die in der Straflosigkeit vieler Verbrechen ihren makabren Höhepunkt findet, sowie
  • zahlreiche Umweltprobleme von der Waldzerstörung bis zur großflächigen Bodenerosion.

Entsprechend zeigen die Indikatoren für menschliche Entwicklung trotz mancher Fortschritte ein sehr zwiespältiges Bild Guatemalas mit vielen räumlichen Disparitäten. Obwohl die Lebenserwartung in den letzten Dekaden im Durchschnitt gestiegen ist und sich die infrastrukturelle Situation vielerorts verbessert hat, leben nach wie vor knapp zwei Drittel aller Menschen unterhalb der Armutsgrenze .

Detaillierte Angaben finden sich in den guatemalaspezifischen Berichten des UNDP .


Indikatoren für menschliche Entwicklung in Guatemala 1980 - 2005


1980 1990
2000
2004/05
Human Development Index 0,546 0,583 0,642
0,689
Lebenserwartung (in Jahren) 57,4
61,4
65,2
69,7
dabei: Männer (2003)
55,4
58,8
62,4
62,8
            Frauen (2003)
59,4
64,2
68,2
68,7
Analphabetenquote (Bevölkerung > 15 Jahre, %) 47
39
31
31
Primarschulbesuch (% der Gesamtbevölkerung) 69
75
85
87
BSP/Kopf (in US $) 1080
900
1690
2009
Wasserversorgung (% der Bevölkerung mit  Trinkwasserzugang) 40
76
92
95
Quellen: Human Development Reports 1982, 1983, 1992, 1995, 2003, 2004, 2005, 2006.

Zu beachten: Grundsätzlich sind alle vorliegenden Daten zur sozioökonomischen Lage des Landes mit einer gewissen Skepsis zu bewerten, da sie einerseits häufig lediglich auf Schätzungen und Fortschreibungen beruhen und andererseits bewusste Datenmanipulationen und fehlerhafte Erhebungstechniken nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden können. 

Nationale Symbole

Nationalhymne und Flagge

Die guatemaltekische Währung   ist der quetzal;
der aktuelle Kurs beträgt 1 US $ = 7,62 qtzls. bzw. 1 €  = 11,88 qtzls. (08/2008).

50 guatemaltekische centavos

1 guatemaltekischer quetzal


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