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Ecuador
Seite 3: Wirtschaft & Entwicklung

Wirtschaft

2007
BIP in US$ 44,5 Mrd.
BIP/Kopf in US$ 3243
Wachstum BIP real 2,7%
Inflation 2,1%
Anteil des Staatshaushalts am BIP in % 11,2
Saldo des Staatshaushalts in % des BIP 2,5
Export in US$ 12,7 Mrd.
Import in US$

12,1 Mrd.

Exporte nach Deutschland in € 378 Mio.

Importe aus Deutschland in €

214 Mio.
Saldo Leistungs bilanz in % des BIP 2,4
Bruttoauslands- verschuldung in US$ 16,9 Mrd.
Staatsverschuldung in % des BIP

42,5

Schuldendienstquote in % der Exporte 17,3

Quelle: Bundesagentur für Außenwirtschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der informelle Sektor: Ein Scherenschleifer bei der Arbeit © A.L. Salinas-Dosch

 

 

 

 

 

Wirtschaftsordnung

Die wirtschaftliche Entwicklung seit den 70er Jahren wurde durch die Erdöleinnahmen getragen und war durch eine wachsende Rolle des Staates charakterisiert. Fallende Erdölpreise, Ineffizienz der Staatsunternehmen und die stark zunehmende Verschuldung haben das Land in eine schwierige Lage gebracht, wie die Analyse der Weltbank weiter unten zutreffend feststellt (vgl. Kap. Informationen zum Nachschlagen). Der ehemalige Präsident Duran-Ballen versuchte durch die Einführung eines Strukturanpassungsprogrammes die wirtschaftliche Entwicklung auf eine stabile Basis zu stellen. Dieses hatte erhebliche negative Folgen auf die Bevölkerung, was den Präsidenten veranlaßte, einen Sozialfonds zur Abfederung dieser Auswirkungen aufzulegen. Die Anpassungspolitik ist von den verschiedenen Regierungen halbherzig betrieben worden. Auch der Versuch Mahuads, mit einem strengen neoliberalen Kurs und Strukturanpassungsmaßnahmen dringend benötigte ausländischen Investitionen anzulocken, scheitere. Die jüngste tiefe Wirtschaftskrise begann 1998 u.a. infolge der verheerenden Auswirkungen des Klimaphänomens "El Niño" und der Asienkrise (Verfall der Erdölpreise), vor allem aber aufgrund interner Probleme. Als Hauptstrategie zur Überwindung der Krise beschloss noch die Mahuad-Regierung eine Dollarisierung der Volkwirtschaft. Mahuad scheiterte an diesem Plan, doch seinem Nachfolger Noboa gelang es, die Zustimmung des Parlaments zu erhalten und im März 2000 die Einführung des Dollar als offizielles Zahlungsmittel durchzusetzen. Ein Report des IWF analysiert anschaulich die Gründe für die ökonomischen Probleme Ecuadors und geht auch auf die Zielsetzungen und Ergebnisse der Dollarisierungspolitik ein. Für aktuelle Wirtschafsdaten und Analysen zur wirtschaftlichen Situation siehe

Human Development

Der im aktuellen Human Development Report des UNDP veröffentlichte Human Development Index (2007/08) - er berücksichtigt Lebenserwartung, Bildung und Lebensstandard - weist Ecuador Platz 89 von 177 Ländern zu (fünf Plätze schlechter als im Vorjahr) und befindet sich dabei in etwa der gleichen Kategorie wie China oder der Libanon. Für eine Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse siehe das Datenblatt und den HDR Factsheet Ecuador. Einen guten Einstieg in verschiedene Themen der ecuadorianischen Volkswirtschaft bietet die Seite Ecuador Economy der Cornell University.

Makroökonomische Situation

Ecuador ist der fünftgrößte Rohölproduzent Südamerikas (530,000 Barrels pro Tag), verfügt selbst aber nur über geringe Raffineriekapazitäten und muß deshalb den Großteil der Treibstoffe importieren. Hierfür gab Ecuador 2006 etwa 2 Milliarden US$ aus. Im Oktober 2007 trat Ecuador nach 15jähriger Abstinenz wieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) bei.

Die folgenden links verweisen auf weiterführende Informationen zur wirtschaftlichen Situation:

Verschuldung

Die Verschuldung hat sich von 13,6 Mrd. US$ (2000) auf 16,5 Mrd. US$ (2006) erhöht und beläuft sich damit auf 42,5% des BSP (internationaler Vergleich). Der Schuldendienst hat sich zwar im selben Zeitraum von 25,1% (2000) auf 17,3% (2006) der Exporterlöse reduziert, ist aber selbst für lateinamerikanische Verhältnisse noch immer sehr hoch.

Obststand in der Provinz Esmeraldas © Nils-Mateo Dosch

Der Agrarsektor trägt mit 17% weit mehr als der Erdölsektor zum Bruttoinlandsprodukt bei. Jüngst scheint Ecuador von einer steigenden Nachfrage in Europa nach "fair gehandelten" Argarprodukten, wie z.B. Bananen, zu profitieren. Getrübt werden die Erfolgsmeldungen aber die Aussicht eines möglicherweise bevorstehenden 'Bananenkrieges' bei dem es einmal mehr um EU-Einfuhrbeschränkungen geht. Ecuador nutzte die Fussballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Entwicklung

 

Armut

Der jüngste Bericht vom PNUD, dem Institut für Statistik in Ecuador, zeigt, dass 65% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt. Ein enormes soziales Problem ist die Kinderarbeit. In Ecuador gibt es anderthalb Millionen Kinder, die arbeiten müssen - das sind fast 40% aller Kinder im Land.  Die Regierung setzt auf eine Politik der Befriedigung der Grundbedürfnisse um die Armutssituation zu überwinden. So ist es z.B. Ziel des Ministeriums für städtische Entwicklung und Wohnungsfragen, durch die Förderung der städtischen Entwicklung, im Wohnungsbau sowie in der Wasserversorgung und Abwässerentsorgung die Lebensbedingungen in den Städten zu verbessern. In diesen und anderen Bereichen (Nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen, Modernisierung des Staates, Dezentralisierung, Kommunalentwicklung) engagiert sich auch die deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit GTZ. Eine zusammenfassende Einschätzung der Weltbank zur Armutssituation ist hilfreich. Hinsichtlich der meisten Millennium Development Goals hat Ecuador leichte Fortschritte erzielen können.

Entwicklungskooperation

Deutschland ist einer der größten Geber der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit Ecuador. Die bisher kumulierte Gesamthilfe beläuft sich auf ca. 530 Millionen Euro, pro Jahr werden Neuzusagen in der Höhe von ca. 10 Mio. Euro erteilt. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit fördert die Schwerpunktbereiche "Umwelt- und Ressourcenschutz" sowie "Modernisierung des Staates"

Die EU wird in Ecuador im Zeitraum von 2007 bis 2013 mit ingesamt 137 Mio. EUR die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Förderung des Produktionssektors und die Modernisierung des Bildungswesens unterstützen.

EZ-Organisationen

Folgende Links führen zu den landesspezifischen Aktivitäten einzelner Institutionen und Organisationen.

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