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Costa Rica

Seite 1: Landesüberblick & Naturraum


Flagge von Costa Rica

© 3dflags.com


"Costa Rica - no artificial ingredients"

So wirbt die nationale Tourismusbehörde ICT für das Naturparadies Costa Rica, das immer wieder als Schweiz Mittelamerikas   - sowohl wegen seiner bergigen Landschaft als auch wegen seines relativen Wohlstandes - bezeichnet wird. Es ist nach El Salvador das kleinste zentralamerikanische Land und ist mit seinen 51.100 km² nur etwas größer als Niedersachsen oder die Schweiz. Es bildet den südlichen Teil der Landbrücke zwischen Süd- und Nordamerika, die erst vor 3 Mio. Jahren geschlossen wurde. Der Fluss Río San Juan bildet im Norden weite Teile der Grenze zu Nicaragua, im Süden schließt sich Panama an.

Landesuebersichtskarte (33 KB)

Weitere Karten von Costa Rica finden Sie z.B. bei weltkarte.com .

Das Land teilt sich in sieben Provinzen ein:
Alajuela
2 Cartago
Guanacaste
4 Heredia
5 Limón
6 Puntarenas
7 San José

Dieses Bild stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia
und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Provinzen von Costa Rica
 
Auf den Seiten des nationalen Meteorologieinstitutes finden Sie Wettervorhersagen und Satellitenbilder . Es gibt auch eine Zusammenstellung der verschiedenen Anbieter mit Satellitenbildern . Detaillierte Karten stellt Maptak zusammen.
Grunddaten


Kinder an der Karibikküste
© SE
Kinder an der karibischen Küste
Amtl. Vollform República de Costa Rica
Hauptstadt San José
Lage Mittelamerika, 8°-11°n.Br. & 83°-86° westl. Länge
Fläche 51.100 km²
Bevölkerung ca. 4,4 Mio.
Durchschnittsalter: 27,1
Einwohner / km²: 86
Bevölkerungswachstum: 1,4%
Lebenserwartung: 79
Arbeitslosigkeit: 6%
Mindestlohn: ~ 180 €

Kreolen: ca. 75%
Mestizen: ca. 5%
Schwarze und Mulatten: ca. 3%
Indigene: ca. 1% 
Ausländer (v.a. Asiaten, Lateinamerikaner und Europäer): ca. 8%
Amtssprache Spanisch

Daneben haben sich aber auch verschieden indigene Sprachen halten können. Insbesondere an der karibischen Küste, im Zentraltal und in den touristischen Gebieten ist Englisch relativ weit verbreitet.
Staatsreligion römisch-katholisch
Nationalfeiertag 15. September
Währung Costaricanische Colones (1 ¢ = 100 Céntimos)
Politik seit der Verfassung von 1949: zentralistisch verwaltete Republik mit präsidialem Regierungssystem

Aktuelle Zahlen werden von den verschiedensten Institutionen herausgegeben, so z.B. vom nationalen Institut für Statistik und Volkszählungen INEC , dem Projekt Estado de Nación , von der UNDP in den Human Development Reports , oder auch von der CIA im World factbook .

Nicht nur das Fehlen von Rohstoffen die man hätte ausbeuten können, auch die relativ stabile Lage im 20. Jahrhundert in einer Region von Bürgerkriegen hat Costa Rica zu seiner immer wieder zitierten Sonderrolle in Zentralamerika verholfen: Costa Rica kann auf eine über 100 jährige Demokratie zurückblicken, die nur zwei Mal kurz durchbrochen wurde. Nach dem sechswöchigen Bürgerkrieg von 1948 wurde die Armee abgeschafft und Anfang der 1980er Jahre die Neutralität erklärt.
Naturräumliche
und Sozial-
geographische Gegebenheiten



Costa Rica teilt sich zu ungefähr je einem Drittel in Gebirge, Hügelländer und Tiefebenen. 

Das zentrale Bergland, größtenteils vulkanischen Ursprungs, trennt dabei das atlantisch-karibische und das pazifische Küstentiefland und bildet eine Klimascheide. Es lässt sich in vier Bergketten unterteilen:

Die Cordillera de Guanacaste im Nordwesten des Landes ist geprägt von jungen Vulkankegeln an deren Hängen zahlreiche Flüsse entspringen, wie dem Río Tempisque, die in die Provinz Guanacaste abfließen.

Fumarolen des Rincon de la Vieja
© SE          

Der Gas- und Schlammvulkan Rincón de la Vieja ist für seine Fumarolen bekannt.
Arenalsee
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Der 80km² große Arenalsee wurde künstlich aufgestaut und liefert nicht nur Strom sondern bewässert auch weite Teile der nordwestlichen Trockensavannen.

Die relativ kleine, sich südöstlich daran anschließende Cordillera de Tilarán ist größtenteils bewaldet und erlebte im 19. Jahrhundert einen kurzzeitigen Boom durch den Abbau von Erzen.

Die wohl bekannteste Bergkette ist die Cordillera Volcánica Central mit den best erschlossensten Vulkanen des Landes. Das vulkanologische und seismologische Observatorium OVISCORI  gibt einen Überblick zum Thema und stellt aktuelle Daten zur Verfügung.


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Der Vulkan Irazú (3.432müNN) hat bei seinem letzten großen Ausbruch 1963 mit seinen Ascheregen und Schlammströmen viele Kaffeeplantagen an seinen Hängen vergiftet. Eine gut ausgebaute Straße führt direkt an den Rand des intensivgrünen Kratersees.

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In nur zwei Stunden ist der Vulkan Poás von der Hauptstadt aus zu erreichen. Über 200.000 Besucher/-innen zählt der Nationalpark pro Jahr.

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Im nur 50km langen und knapp 25km breiten Zentraltal konzentrieren sich mit der Hauptstadt San José und den Städten Alajuela, Heredia und Cartago die meisten urbanen Zentren. 
Es war einst Ausgangspunkt für die Kolonisation des Landes und durch die fruchtbaren vulkanischen Böden ideales Gebiet für den Kaffeeanbau, der heute durch den Siedlungsausbau immer stärker verdrängt wird.
San José, auf gut 1.100müNN liegend, hat eine Jahresdurchschnittstemperatur von gut 20°C und eine jährliche Niederschlagsmenge von über 1.800mm.


Die Cordillera de Talamanca, die sich südöstlich an das Zentraltal anschließt, ist ein tertiäres Bruch- und Faltengebirge mit einigen vulkanischen Einschlüssen. Das Gebiet ist relativ wenig erschlossen. Hier befinden sich auch die meisten der indigenen Territorien, die 1977 über das Indigenengesetz eingerichtet wurden.

Chriripó
© SE
Der Gipfel des Chirripó , mit 3.819müNN der höchste Berg des Landes, war während der Eiszeit eines der wenigen vergletscherten Massive in Zentralamerika. Das heute als Nationalpark ausgewiesene Gebiet grenzt an den Parque Internacional La Amistad, einem länderübergreifendem Nationalpark mit Panama.

Östlich der Kordilleren schließt sich das immerfeuchte karibische Tiefland an. Im Norden, wo es bis zu 200km breit wird, dehnen sich Überschwemmungs- und Sumpfgebiete aus. Im Süden verengt sich der karibische Küstenstreifen auf wenige hundert Meter. Die Hafenstadt Limón ist das wichtigste Zentrum in dieser Region. Neben seinen Stränden prägen vor allem Bananenplantagen das Bild. Das Klima auf der atlantischen Seite ist immerfeucht, die Jahresmitteltemperaturen von Limón liegen bei gut 25°C, die Niederschlagsmenge über 3.500mm.


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Mit ein bisschen Glück kann man von August bis November im Nationalpark Tortuguero die Suppenschildkröten bei der Eiablage beobachten.

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Die weitläufigen Monokulturen der Bananenplantagen sind das vorherrschende Bild im karibischen Tiefland. Zwar haben sich manche Sozial- und Umweltstandards gebessert, aber noch immer hat der Anbau dieser Exportfrucht gravierende Folgen im Land.

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Die atlantische Küste ist von afrokaribischen Kulturen geprägt. Erst mit der Verfassung von 1949 war es den Schwarzen erlaubt von der Küste weg ins Zentraltal zu gehen. Eine Integration begann aber erst Anfang der 1970er mit dem Straßenbau nach Limón.

Das pazifische Tiefland ist Trocken- bis Feuchtsavanne und geprägt von extensiven Viehweiden. Die über 1.000 km lange Pazifikküste ist mit seinen vielen malerischen Stränden und Buchten vor allem in der Trockenzeit (Dezember bis April) ein immer beliebteres Urlaubsziel. Die Niederschlagsmengen sind deutlich geringer als auf der karibischen Seite und liegen z.B. in der Hafenstadt Puntarenas bei gut 1.600 mm und einer Jahresdurchschnittstemperatur von über 27°C.
Pazifikküste
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Weidelandschaft in Guanacaste
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Vor allem die Halbinsel Nicoya und die Strände von Guanacaste sind sowohl für Einheimische als auch für viele Ausländer/-innen beliebte Urlaubsgebiete. Großräumig Weideflächen prägen die Landschaft von Guanacaste und der Zona Norte um San Carlos. Weiden und Wiesen nehmen etwa 45% der costaricanischen Landesfläche ein.

Ökologische Probleme
und Naturschutz

Costa Rica beherbergt rund 4 bis 5% aller Pflanzen- und Tierarten auf seiner Fläche, die nur 0,01% der gesamten Landmassen darstellt. Es gilt international als eins der Musterländer im Bereich des Naturschutzes . Gut 26% der gesamten Landesfläche und gut 16% der Meeresfläche sind als Schutzgebiet ausgewiesen (die World Database on Protected Areas bietet eine gute Übersicht). Dennoch gibt es auch hier einige Probleme, so z.B. die Verbindung der stark isolierten Gebiete oder die Einbeziehung der Bevölkerung in das Management der Schutzgebiete.
Auf den Seiten des Umweltministeriums MINAE und des nationalen Schutzgebietssystems (SINAC ) finden sich sowohl allgemeine Informationen als auch spezielle zu den einzelnen Schutzgebieten. Aventuras Tierra Verde gibt einen guten Überblick über die Nationalparke, Schutzgebiete und Sehensürdigkeiten im Land.
Ungefähr 2/3 aller Tourist/-innen besuchen mindestens ein Schutzgebiet des Landes. Damit wird der Tourismus auch ein wichtiges wirtschaftliches Argument für den Naturschutz und das Schutzgebietssystem im Land.

Das nationale Biodiversitätsinstitut INBio wurde 1989 gegründet, um die biologische Diversität zu erforschen und deren nachhaltige Nutzung zu fördern. Die Praktiken des INBio stoßen aber auch auf Kritik , da es sich u.a. von der Pharmafirma Merck im Bereich der Bioprospektion finanzieren lässt.

Teakplantagen
© SE
Der Anteil der Hölzer die aus Plantagen gewonnen werden steigt, wie hier aus einer FSC-gesiegelten Teakplantage.
Seit Mitte der 1980er Jahre wird in weiten Teilen des Landes eine nachhaltige Forstwirtschaft betrieben. Inzwischen sind 39% der Landesfläche wieder bewaldet , wobei der Anteil von Plantagen zunimmt. Viele von ihnen sind mit dem internationalen Siegel FSC zertifiziert.

Seit 1996 gibt es in Costa Rica Zahlungen für die Umweltdienstleistungen, die Wälder und Plantagen bieten. Der costaricanische Fond für Forstfinanzierung FONAFIFO bietet hierzu Informationen. Die Investitionen auch von ausländischen Finanziers in Wälder steigt auch in Costa Rica an.

Trotzdem gehört das Land noch immer zu den Gebieten Lateinamerikas in denen Bodendegradierung, Brandzerstörung, Hangerosion, Gewässerverschmutzung oder illegale Nutzungen zum Alltag gehören. So gibt es z.B. keine funktionierenden Kläranlagen und auch die Müllentsorgung ist sehr problematisch. Ebenfalls ein großes Problem stellen die Belastungen durch die Plantagenwirtschaft dar, allen voran der Bananen- und inzwischen auch der Ananasanbau.

Die Situation vor den Küsten Costa Ricas ist beherrscht von den internationalen großen Fangflotten, die nicht nur Haie und Meeresschildkröten gefährden, sondern auch das Einkommen der einheimischen Kleinfischer/-innen.
Der Artikel Meeresräuber als Piratenbeute gibt einen guten Überblick und fasst das neue Fischereigesetz zusammen. Der im Frühjahr 2008 gestartete Dokumentarfilm "Sharkwater" zeigt mit beeindruckenden Bildern das Leben der bedrohten Tiere. Inzwischen hat Costa Rica auch seine Territorialgewässer zu Walschutzgebieten erklärt.
Nationale Symbole



Wappen von Costa Rica

Flagge von Costa Rica

Die Flagge von Costa Rica geht zurück auf 1848, dem Jahr der Unabhängigkeit. Vorbild war die Tricolore der Franzosen und die blau-weiß-blaue Flagge der zentralamerikanischen Föderation.


Das Wappen von Costa Rica blickt vom Pazifik über das Land mit seinen wichtigen Vulkanen zur aufgehenden Sonne über der Karibik. Die sieben Sterne symbolisieren die sieben Provinzen des Landes. Der Schriftzug America Central am oberen Rand deutet auf die langen historischen Beziehungen und den wachsenden zentralamerikanischen Integrationsprozess.

Nationalbaum Costa Rica
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tradtitioneller Ochsenkarren
© SE
Der Nationalbaum Costa Ricas (Arbol de Guanacaste) wird wegen seiner Fruchtform auch Ohrenbaum genannt und wächst vor allem in den Trockensavannen der Provinz Guanacaste.
Mit den carretas, den traditionellen Ochsenkarren, wurde früher der Kaffee vom Hochland zum pazifischen Hafen in Puntarenas gebracht.

Den Text der Nationalhymne können sie auf Spanisch und Deutsch nachlesen und mit einem geeigneten Programm auch hören.

Ein Rezept verrät wie man die typischen tamales herstellt und was es mit der "essbaren Heirat" auf sich hat können sie hier nachlesen.



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