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BURKINA FASO
Seite 4: Gesellschaft, Kultur & Religion

Gesellschaft

Flagge Landesflagge
© nationalflaggen.de
































Peul-MädchenPeul-Mädchen auf einem Volksfest
©Manfred Matz


Pferderennen Pferderennen auf einem Volksfest in Dori
©Manfred Matz

MAKROSOZIALE STRUKTUR

Die ethnischen Gruppen

Die Bevölkerung Burkina Fasos ist aus etwa 60 unterschiedlichen ethnischen Gruppen zusammengesetzt. Zahlenmäßig dominieren die Mossi en mit einem Anteil von fast 48%. Weitere wichtige Gruppen sind die Peul (Fulbe) en, Lobi en, Bobo en, Senufo en, Gurunsi en, Gurma en (Gorumantché), Bissa en.

BF-Ethnies
Graphik und Bildbearbeitung: Honorat Badiel
Bei ethnologue.com finden Sie eine detaillierte Sprachenliste en und Sprachenkarte zu Burkina Faso.

Die räumliche Verteilung der lokalen Bevölkerung spiegelt die spezifische Wanderungs- und Siedlungsgeschichte en der jeweiligen Volksgruppen wider. Die einzelnen ethnischen Gruppen sind nicht in sich geschlossene Klan- und ethnische Gesellschaften. Burkina Faso ist seit Jahren ein Land, in dem die Mobilität von Individuen und Familienverbänden ausgeprägt ist.

Heute leben z.B. die Mossi nicht nur auf dem Zentralplateau, sondern haben sich schrittweise im ganzen Land zerstreut angesiedelt. Auch die Handel treibenden Bobo haben sich in allen großen Siedlungen niedergelassen. Die Nomadenvolksgruppe "Peul" hat ihren Lebensstil den Notwendigkeiten der mobilen Tierhaltung zwar angepasst, aber sie lebt noch überwiegend in dem auf der Graphik abgebildeten Raum.

Zwischen gewissen ethnischen Gruppen (z.B. Gurunsi/Bissa, Samo/Mossi, Fulbe/Bobo etc.) wird eine Kommunikationsform gepflegt, die in Burkina Faso unter der Bezeichnung "Parenté à plaisanterie" en bekannt ist. Bei dieser Kommunikationsform geht es darum, sich über den Anderen lustig zu machen bzw. sein Gegenüber als negatives Stereotyp seiner Volksgruppe zu verspotten, um sich zum Schluss über ihn zu stellen. Neben einem mitunter hohen Unterhaltungswert trägt diese Art der Kommunikation dazu bei, Spannungen abzubauen und den sozialen Frieden in der multi-ethnischen Gesellschaft Burkina Fasos zu sichern.

Die Beziehungen zwischen den ethnischen Gruppen sind weitgehend friedlich. Dies wird nicht nur begünstigt durch die zwischen vielen Gesellschaften existierenden "Parentés à plaisanterie", sondern auch durch die geringe Ausprägung religiöser Gegensätze, einen relativ gut funktionierenden Staatsapparat und die traditionellen Dorfgremien. Doch wie auch in anderen Teilen des subsaharischen Afrikas bergen neuerlich ansteigende Migration in ressourcenreichen Regionen (z.B. in die Goldminengebiete en und die begünstigten ländlichen Gebiete im Westen und Südwesten des Landes) ein hohes Konfliktpotential  en. Davon betroffen sind auch die traditionellen Beziehungen zwischen den Viehzucht betreibenden Fulbe-Hirten und der bäuerlichen Bevölkerung, die bisher komplementär verliefen. Der dramatischste Konflikt en zwischen Viezüchtern und Bauern ereignete sich im August 2007 in der Landkommune Gogo nahe der Provinzhauptstadt Manga wikisymb.

Altersgruppen und Geschlechterverhältnisse

Die Bevölkerung Burkina Fasos ist sehr jung. Den Statistiken der Welt in Zahlen en zufolge sind 46% der Gesamtbevölkerung von 2006 jünger als 15 Jahre alt. Die folgende Tabelle bietet einen Vergleich der Altersstruktur in Deutschland und Burkina Faso.

Burkina Faso Deutschland
Durchschnittsalter 16,82 42,16
Bevölkerungsanteil 0-14 Jahre (%) 46,00 14,40
Bevölkerungsanteil 15-64 Jahre (%) 51,20 66,70
Bevölkerungsanteil über 65 Jahre (%) 2,80 18,90
Verhältnis Männer/Frauen 0,96 0,99
Quelle: CIA - The World Fact Book en

Das Geschlechterverhältnis der Bevölkerung en in Burkina Faso zeigt eine deutliche Mehrzahl der Männer im Alter von 0 bis 14. Da die Sterblichkeit bei Frauen jedoch viel niedriger ist, schlägt das Geschlechterverhältnis nach dem 15. Lebensjahr um. Besonders im Alter zwischen 20 und 39 liegen die Zahlen der Männer und Frauen weit auseinander.

MannFrau_Alter
lupe
Altersgruppen in Verhältnis Männer/Frauen 2005. © Honorat Badiel
Diese Graphik basiert auf Informationen des Institut National
de la Statistique et de la Démographie INSD (Burkina Faso) en
Stadt-Land-Verhältnis

Zwischen Stadt und Land herrscht in fast allen Bereichen eine sehr weite Kluft. Besonders augenfällig ist das sozio-ökonomische Gefälle. Beim Zugang zu Trinkwasser, Bildung und Gesundheitsversorgung sind die Landbewohner stark benachteiligt. Die Analphabetenquote liegt in manchen ländlichen Gebieten weit über 90%.

MIKROSOZIALE STRUKTUR

Dorfgemeinden, Clans und Familie

Wie im übrigen Sudanraum existieren innerhalb der einzelnen Ethnien sozio-professionelle Gruppen, die spezifische Aufgaben erfüllen: wie z.B. die Schmiede, die Griots wikisymb usw. Diese sozio-professionellen Gruppen findet man in den meisten Dorfgemeinschaften, die heute noch durch geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und Seniorenprinzip geprägt sind.

Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Familie (damit auch zu einer ethnischen Gruppe mit ihren traditionellen Werten) ist in Burkina Faso für das Selbstverständnis jedes Einzelnen sehr entscheidend. Dies ist auch deshalb von Bedeutung, weil die Bindung an das Heimatdorf und die Familie für die in die Stadt abgewanderten Familienmitglieder bestehen bleibt und zu einem Austausch zwischen Stadt und Land führt. Letztlich kann sich keiner den Verpflichtungen gegenüber der Familie entziehen.

Hierarchie

Die traditionellen Hierarchien en, die z.B. in der Mossigesellschaft die Beziehungen zwischen den einzelnen Bevölkerungsteilen regelte, sind weitgehend abgeschwächt. Die politische Entmachtung der traditionellen Chefs unter der revolutionären Regierung von Kapitän Thomas Sankara hat die Situation und die Herrschaftssysteme verändert. Die herausgehobene Position der traditionellen Chefs, insbesondere ihre Rolle als Regulator in Streitfällen, wird jedoch weiter respektiert und ist v.a. im ländlichen Raum für die Organisation des Lebens wichtig. Einen entscheidenden Einfluss haben die traditionellen Regeln noch auf den Zugang Einzelner zur Landnutzung.

Eherecht und Stellung der Frau

Laut Verfassung sind Männer und Frauen gleichberechtigt. Auch das Arbeitsrecht und die Gesetze zum Grundbesitz nehmen Bezug auf die Gleichbehandlung der Geschlechter. Im Eherecht ist die Monogamie die Normalform; wird eine spätere Polygamie gewünscht, müssen dem beide Ehepartner zustimmen. Monogam verheiratete Frauen können somit die Annullierung einer zweiten Ehe ihres Ehemannes erzwingen. Vergewaltigung ist strafbar. Die weibliche Genitalverstümmelung ist ebenfalls strafbar und muss von Zeugen angezeigt werden.

Im Alltag, insbesondere im ländlichen Raum, sind diese Gesetze aber nicht durchgesetzt und Frauen bleiben benachteiligt. Zu bedenken ist hierbei, dass viele Landfrauen weder über die nötige Bildung noch die Mittel verfügen, um ihre Rechte durchzusetzen. Beim Zugang zur Grundbildung werden die Mädchen noch immer benachteiligt. Demgegenüber ist die Wahrnehmung der Fähigkeiten und Rechte der Frau in der Öffentlichkeit seit Anfang der neunziger Jahre stark gewachsen. Die gemeinsame Aktion der Frauen hat in Burkina Faso Tradition. Zahlreiche nationale und internationale NRO unterstützen die lokalen Basisorganisationen der Frauen. Sie sind in Netzwerken zusammengeschlossen, die auch über die spezifischen Frauenthemen hinaus aktiv sind.

Das panafrikanische Netzwerk der Organisationen für Frauenrechte und Entwicklung WiLDAF/FeDAFF en bietet ein umfassendes Statement über die Stellung der Frau in Burkina Faso. Die Regierung bringt die auf der Weltfrauenkonferenz von Peking verabschiedeten Instrumente zur Anwendung (nationaler Aktionsplan, Fortschrittsberichte an CEDAW en etc). Das Ministère de la promotion de la femme en erarbeitet derzeit zusammen mit den anderen Ministerien eine nationale Politik der Frauenförderung, die sich in die Armutsminderungsstrategie integriert und sowohl die Gleichstellung der Geschlechter als auch einen genderbasierten Entwicklungsansatz beinhaltet.

Bildung


SCHULAUSBILDUNG

Die Schulbildung ist kostenlos und offiziell besteht eine Schulpflicht von 10 Jahren. Das formelle Ausbildungssystem ist dreigliedrig: Grundschule, weiterführende Schule und Universität. Die Grundschule dauert 6 Jahre  und schließt mit einem Diplom (C.E.P.E.). Eine  Aufnahmeprüfung berechtigt zum Besuch der weiterführenden Schule (Lyceum, allgemeines Kollegium und technisches Kollegium). Das Baccalauréat (Abitur nach französischem Muster) berechtigt zum Universitätsstudium.

In der Grundschulbildung hält Burkina Faso einen traurigen Weltrekord. Die durchschnittliche Schülerzahl je Klasse liegt bei 60, wobei auch Werte über 100 erreicht werden. Ein Hauptproblem, vor allem im ländlichen Raum, ist der notorische Lehrermangel. Insgesamt sind die Grundschulen wenig effektiv, auch wenn sich der Anteil der Schüler, der die nächste Stufe erreicht, wesentlich verbessert hat: 2006 erreichten nur 40 % der Eingeschulten die letzte Grundschulklasse.

carte edu
Entwicklungsstand des Schulbildungssystems in den einzelnen Provinzen.
© ORSTOM

Als Resultat des immer noch schlechten Grundbildungsangebots bleibt die Analphabetenrate hoch. Im Jahr 2006 konnten laut UNESCO nur etwa 34,10% der Erwachsenen (älter als 15 Jahre) lesen und schreiben.

In der überwiegenden Mehrheit der Grundschulen ist die Unterrichtssprache Französisch. Doch seit einiger Zeit wird die "école bilingue en" (ein zweisprachiges Grundschulsystem) mit besonderer Unterstützung der Schweizerischen NRO OSEO en eingeführt. Ersten Berichten zufolge sollen die Schüler dort schneller und effektiver lernen. Die Grundschulzeit beträgt deshalb dort auch nur fünf Jahre.

FACH- UND HOCHSCHULAUSBILDUNG

Inzwischen gibt es in Burkina Faso drei staatliche Universitäten (die Université de Ouagadougou en, die Université Polytechnique en de Bobo-Dioulasso und die Université de Koudougou en) und zwei katholische Privatuniversitäten (die Université St Thomas d'Aquin en bei Ouagadougou und die Université Catholique d'Afrique de l'Ouest en in Bobo-Dioulasso). Die größte ist die Université de Ouagadougou. Trozt einer positiven Entwicklung der Hochschulen und Universitäten in den letzten fünfzehn Jahren fehlt es immer noch an ausreichenden Studienmöglichkeiten. Die Regierung gewährt deshalb für die Ausbildung an europäischen und afrikanischen Universitäten Stipendien. Die Universitäten bieten teilweise berufsbezogene Ausbildungsprogramme an. Eine Reihe von Studenten studiert in Senegal, Côte d'Ivoire und in Übersee. Neben den Universitäten gibt es einige regionale Fachhochschulen wie EIER en. Weitere Informationen über die Hochschulausbildung in Burkina Faso bieten das MESSRS en(Ministère de l'Enseignement Supérieur et de la Recherche Scientifique) und die Datenbanken des Internationalen Büros für Erziehung en der UNESCO an. Ein weiterer Online-Service derselben Institution, UNEVOC en, führt eine aktuelle Liste international anerkannter technischer Berufsschulen in Burkina Faso. Insgesamt bleiben berufsspezifische Ausbildungsangebote in Burkina Faso aber Mangelware.

NON-FORMALE BILDUNG

Die non-formale Bildung umfasst im Wesentlichen das Alphabetisierungsprogramm en des MEBA (Ministère de l'Enseignement de Base et de l'Alphabétisation). Geldgeber für dieses Programm sind die EU, UNICEF, die Weltbank, PAM und die Afrikanische Entwicklungsbank, Frankreich, Kanada, Belgien, Niederlande, Schweden, Luxemburg,  VR China, Dänemark.

Gesundheit und Sozialwesen

TRADITIONELLE MEDIZIN

Trotz aller internationalen und nationalen Subventionen sind Medikamente und Arzneimittel in den Apotheken für die meisten Burkinabè immer noch zu teuer. Über 95 % der Burkinabè nutzen die traditionelle Medizin en für ihre Gesundheitsversorgung. Die traditionelle Medizin ist wesentlicher Bestandteil des Gesundheitssystems geworden. Sie ist in Burkina Faso seit 1994 gesetzlich anerkannt. Im Jahre 2004 hat Burkina Faso dieser Medizin einen bezeichnenden Impuls gegeben. So ist eine nationale Politik en zur Regulierung des Sektors am 13. Oktober 2004 von der Regierung angenommen worden. Die Praxisbedingungen und die Zulassung für Naturheilmittel sind ebenfalls von der Regierung in Zusammenarbeit mit den Akteuren des Fachgebietes definiert worden. Über 30.000 Heilpraktiker soll es im ganzen Land geben. Der Bereich entwickelt sich weiter. Moderne Strukturen und Unternehmen wie PROMETRA Burkina en, Phytosalus en, Phytofla en usw. sind in städtischen Gebieten bereits anerkannte Institutionen.

MODERNE MEDIZIN UND BESONDERE GESUNDHEITSPROBLEME

Die moderne Gesundheitsversorgung en ist in insgesamt fünf Ebenen organisiert:

Zu den größten Gesundheitssproblemen in Burkina Faso gehört HIV/AIDS en. Auch wenn das Land mit sehr unterschiedlich geschätztem HIV-infizierten Bevölkerungsanteil (4-6%) nicht zu den in Afrika am stärksten betroffenen Ländern zählt, weist es die dritthöchste Infektionsrate in Westafrika auf.
Weniger mediatisiert wird Malaria. Doch bezüglich Erkrankungsrate und Sterblichkeit ist sie nach wie vor die wichtigste übertragbare Krankheit in Burkina Faso. Das Land ist ebenfalls gemäß WHO (Weltgesundheitsorganisation) Gelbfieber-Infektionsgebiet. Eine weitere gefährliche Infektionskrankheit ist Meningitis. Burkina Faso wird während der Trockenzeit in den Monaten Dezember bis April regelmäßig von Epidemien der Meningokokken-Hirnhautentzündung (Meningitis) heimgesucht. Jedes Jahr werden über zehntausend Fälle gemeldet.

INSTITUTIONEN UND ORGANISATIONEN IM SOZIALBEREICH

In allen Bereichen des Lebens verfügt Burkina Faso über eine Vielzahl von Nichtregierungsorganisationen. So auch im sozialen Bereich. Die Anzahl der Basisorganisationen auf der lokalen Ebene ist beträchtlich. Die Vernetzung und Koordination dieser NRO wird durch eine Reihe von Dachorganisationen, wie beispielsweise das Sekretariat der NRO (SPONG) gesichert.
Eine der wichtigsten staatlichen Institutionen für Gesundheits- und Altersversorgung ist die seit über 50 Jahren bestehende CNSS en [Caisse Nationale de Sécurité Sociale].

Kultur

KULTURELLE IDENTITÄTEN

In der multiethnischen burkinischen Nation sehen Sozialhistoriker zwei grobe regionale Identitäten. Diese regionalen Identitäten seien zum einen durch die sehr unterschiedlichen traditionellen gesellschaftspolitischen Systeme gekennzeichnet: Die nördlichen, östlichen und zentralen Regionen vereine eine Vergangenheit von Königtümern und Emiraten. Die westlichen und südlichen Landesteile zeichneten sich durch politisch wenig zentralisierte Systeme aus. Außerdem manifestierten sich die beiden Identitäten im Gebrauch zweier unterschiedlicher Verkehrssprachen (Moore im Zentrum und Dioula im Westen). Diese letzte Aussage lässt sich jedoch relativieren, da in einigen ethnischen Räumen die jeweilige ethnische Sprache als Verkehrssprache vorherrscht.

Im allgemeinen spielen ethnische Unterschiede in Burkina Faso jedoch eine weitaus kleinere Rolle als der kulturelle Austausch. Das hat der burkinische Staat selbst längst erkannt und versucht, den aus der ethnischen Vielfalt resultierenden kulturellen Reichtum als nationale Besonderheit bzw. als wensentliches Merkmal der burkinischen Nation durch integrative kulturelle Ereignisse auf Landesebene zu fördern. Nicht zuletzt das aus zwei Sprachen zusammengesetzte Kunstwort burkinabè, das als offizielle Bezeichnung für die Staatsangehörigkeit dient, symbolisiert diesen Willen, diese besondere nationale Identität zu festigen.

EVENTS

Burkina Faso hat sich in den letzten drei Dekaden regelrecht zur Kulturhauptstadt Westafrikas positioniert. Das Land pflegt verschiedene kulturelle Großereignisse. Am bekanntesten sind die Filmfestspiele, Festival Panafricain du Cinéma et de la Télévision de Ouagadougou - FESPACO en. Diese finden seit 1969 alle zwei Jahre in Ouagadougou statt. Sie gelten als "Schaufenster" des afrikanischen Kinos. Das 20. Festival des afrikanischen Films fand vom 24. Februar bis zum 03. März 2007 statt. Das nächste ist für den Zeitraum vom 28. Februar bis zum 07. März 2009 geplant.

Alternierend zur FESPACO werden die "Semaine Nationale de la Culture" (SNC en) und der "Salon International de l'Artisanat de Ouagadougou" (SIAO en abgehalten. Ziel der SNC ist die Förderung der nationalen Kulturszene. Mit wechselnder Themenstellung wird sie seit 1990 in Bobo-Dioulasso abgehalten. Bei der Preisvergabe werden in unterschiedlichen Kategorien auch die kulturellen Unterschiede der Regionen berücksichtigt.

Seit 1988 findet jedes zweite Jahr im Oktober/November die internationale Handwerksmesse, SIAO, in Ouagadougou statt und zeigt auf fast 10.000m² Ausstellungsfläche Produkte aus ganz Afrika. Das reichhaltige Angebot an burkinischem Kunsthandwerk zeugt von der handwerklichen Tradition. Als wichtigste Handelswaren sind Bronzestatuetten, die mit der Technik der verlorenen Form hergestellten werden, Holzarbeiten, wie Masken und Statuetten, aber auch Musikinstrumente (Djembé, Balaphone etc.),  Lederwaren, Flechtwaren, Baumwolldecken und traditionelle Stoffe, sowie mit unterschiedlichen Batiktechniken eingefärbte und bemalte Stoffe und Bilder zu nennen.

Nicht nur vom Staat wird die Kulturszene animiert, sondern auch von privaten und professionellen Kulturinstitutionen. Im folgenden eine Liste einiger international bekannter unabhängiger Veranstaltungen:

Ouaga-ca-bouge.net bietet aktuelle Informationen über bald in Ouagadougou (aber auch an anderen Orten des Landes) stattfindende kulturelle Veranstaltungen an.

KUNST

Wenn Burkina Faso sich durch die Veranstaltung von Kulturevents einmalig auszeichnet und sich auch in den Bereichen Film, Tanz und Theater international einen Namen gemacht hat, so bleibt die Entwicklung der Literatur en, der Musik en und der darstellenden und bildenden Kunst ein Sorgenkind im Vergleich zu der Entwicklung dieser speziellen Bereiche der Kunst in anderen afrikanischen Ländern. Dennoch sind die Anstrengungen des Kultur- und Tourismus-Ministeriums en, diese Bereiche zu fördern, und die traditionelle Kunst der einzelnen Volksgruppen (Mossi, Gurunsi, Lobi, Senufo, en usw.) zu bewahren, nicht zu verkennen.

Religion

Die Religionsfreiheit ist in der Verfassung verankert und wird in der Praxis auch repektiert. Etwa 43% der Burkinabè sind Muslime en und 12% Christen, zumeist Katholiken en. Offiziel sind die traditionellen Religionen en wegen des Islams, des Christentums und der Wissenschaft zurückgegangen. Heute seien nur noch 45% Anhänger dieser traditionellen Religionen. In Wirklichkeit sieht es aber ganz anders aus, denn sowohl bei Christen als auch bei Muslimen überlappen sich burkinisch traditioneller Glaube und christlicher bzw. islamischer Glaube.

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