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Benin
Seite 1: Landesüberblick & Naturraum

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1.1 Übersichtskarten, weitere Karten

Benin in Westafrika
 


Benin Landsat Satellitenbild
© www.maplibary.org, 2005 


Benin in den Landesfarben
© Heldmann 2007, basiert auf CIA World Factbook;

1.1.1 Landeskarten, politisch und topographisch

Übersichtskarte mit Größenvergleich

© University of Texas 1991 

Politische Karte Benins nach der Verwaltungsreform 2002
© Heldmann 2002 

1.1.2 Andere thematische Karten

Hier finden Sie einen interaktiven Atlas von Benin des Forschungsprojektes Impetus mit verschiedenen physischen und sozio-ökonomischen Karten

Ein anderes Landsat Satellitenbild ist auf dieser Seite zu finden.

Weitere thematische Karten und ein Satellitenbild Benins finden Sie im FAO Länderprofil Benin .

Hier gibt es eine weitere politische Karte von Benin (vor der administrativen Neugliederung von 2002)

1.2 Lage und Größe des Landes

Geografische Grunddaten

Die Republik Benin liegt an der Guineaküste Westafrikas (Küstenlänge: 120km) zwischen 6 - 12 Grad nördlicher Breite und 1 - 4 Grad östlicher Länge. Benin grenzt im Norden an Burkina Faso (306 km gemeinsame Grenze) und Niger (266 km), im Osten an Nigeria (773 km), im Westen an Togo (644 km).

Das Land ist mit 112.622 km² in etwa so groß wie die neuen Bundesländer. Politische Hauptstadt ist Porto-Novo (Karte), Regierungssitz und wirtschaftliche Hauptstadt ist Cotonou (Karte). Benin ist seit 2002 administrativ in 12 Departements gegliedert, auf die sich die 77 Gemeinden (communes) verteilen. Die Gemeinde wiederum besteht aus mehreren Arrondissements. Kleinste administrative Einheit ist das Dorf (village) bzw. das Stadtviertel (quartier). Einzelheiten zur politisch-administrativen Neugliederung Benins im Zuge der Dezentralisierung finden Sie auf der Seite Geschichte,Staat und Politik.

 

1.3 Impressionen

Peuhls auf dem Gani Fest in Nikki
© Heldmann 2004
Ein Buschtaxi wird beladen
© Heldmann 2004

1.3.1 Bilder

Besonders viele Photos von Benin findet man nicht im Internet. Einige Seiten geben aber einen guten Eindruck von der Vielseitigkeit des kleinen Landes:
Photostrecken aus Südbenin (nach Departements geordnet)
Photos aus allen Landesteilen
Weitere Photos aus Benin

1.3.2 Videos

Auf der folgenden Seite eines Reiseanbieters kann man sich Photos und einige Kurzvideos ansehen. Kurze Videobeiträge mit entwicklungspolitischer Relevanz werden auf dieser Seite gezeigt.

 

1.4 Grunddaten

Übersichten zu den Landesdaten kann man beim index mundi , Afristat , dem CIA Factbook oder dem Auswärtigem Amt einsehen. Auf der offiziellen Hompage der beninischen Regierung sind aktuelle Daten und Informationen verfügbar.

Die Weltbank Länderdaten geben einen kurzen Überblick. Meist gehen statistischen Daten zu Benin auf die Volkszählungen zurück, die im Zehnjahresturnus vom nationalen Statistikamt INSAE (Institut National de la Statistique et de l’Analyse Economique) durchgeführt werden, bisher 1979, 1992 und 2002.

Von 177 Staaten liegt Benin auf Rang 163 des Human Development Index (HDI). Die Indikatoren aus dem Human-Development-Bericht 2007 des UNDP (die Zahlen sind von 2005) geben Ihnen eine Überblick über den heutigen Entwicklungsstand Benins. Speziellere Informationen des UNDP zu Benin finden Sie in den entsprechenden Länderberichten .

Indikatoren für die menschliche Entwicklung in Benin

Lebenserwartung
(2004)
54,3 Jahre
Analphabetenrate
(2004, 15 Jahre und älter)
65,3 %
Kombinierte Einschulungsrate
(2004, Primar- u. Sekundarstufen)
49 %
Anteil der Bevölkerung mit nachhaltigem Zugang zu sicherem Trinkwasser
(2004)
67 %
Anteil der unterernährten Bevölkerung
(2001-2003)
14 %
Quelle: Human Development Report. UNDP-Bericht 2006

1.5 Naturräumliche Gegebenheiten



Die Landschaftsgürtel

© Adam, K.S. & Boko, M.(1993): Le Bénin. Cotonou 























Die Hydrographie Benins
© Adam, K.S. & Boko, M.(1993): Le Bénin. Cotonou 


© FAO Aquastat 2005


Niederschläge und
© Adam, K.S. & Boko, M.(1993): Le Bénin. Cotonou 

Meteorologisches Profil
© FAO 

1.5.1 Gliederung in 5 naturräumliche Einheiten

1) Die bis zu 12 km breite Küstenzone mit ihrer stark degradierten Mangrovenvegetation, die aus einer nur wenige Meter hohen sandigen Nehrung besteht. Hinter der Sandnehrung schließt sich ein Lagunensystem an, das an einigen Stellen, wie bei Cotonou mit dem Lac Nokoué große Seen bildet die von Lagunenfischern genutzt werden. Von den östlichen Lagunengewässern erreicht man über einen 100 km langen Arm bei Lagos das offene Meer.


Küstenzone bei Ouidah © M.Doevenspeck

2) Hinter der Lagunenzone liegt die sog. "terre de barre" die bis hinter Abomey reicht. Der Name kommt von den sandig-tonigen Böden der Landschaft (Barro=portug.= Ton). Vorherrschend sind schwach gewellte Plateaus, mit Höhen zwischen 20-40 m in Küstennähe und bis 250 m bei Abomey. Im Zentrum der "terre de barre" liegt eine Senkungszone, die sog. Lamasenke mit dem geschützten Lamawald . Über Böden und Klima Südbenins informiert eine Dissertation von U. Weller.

3) Auf die Zone der "terre de barre" folgt die Ebene des präkambischen Sockels, der bis auf 400 m ansteigt und von granitischen Inselbergen überlagert wird. Die naturnahe Vegetation am südlichen Rand der sudanensischen Vegetationszone ist durch Trockenwälder und Savannen geprägt, wobei sechs Vegetationstypen dominieren: Drei Savannenformationen (Savane herbeuse, Savane arborée, Savane boisée) und eine Waldformation in drei verschiedenen Varianten (Forêt claire à Isoberlinia doka, Forêt claire à Uapaca togoensis, Forêt claire à Anogeissus leiocarpus) sind eng miteinander verzahnt und bilden kleinräumige Mosaike. Der die Vegetation am stärksten prägende Faktor sind jährliche Brände, die während der Trockenzeit zu Jagdzwecken und von Tierhaltern gelegt werden, die so den Grasaustrieb fördern.


Inselberg bei Bassila © M.Doevenspeck

4) Die Atakorakette als nordöstlicher Ausläufer des Togogebirges, das sich von Ghana über Togo bis fast nach Niger erstreckt. Es besteht v. a. aus Quarziten was zu nährstoffarmen Böden führt. Das Atakoragebirge steigt selten über 600 m und weist kaum größere Plateaus auf.


Im Atakoragebirge © M.Doevenspeck

5) Die nördlichen Ebenen bestehen westlich des Atakora aus dem beninischen Teil der Pendjari-Otiebene sowie aus den Nigerebenen im Osten. Geologisch sind die Ebenen etwa wie das kristalline Plateau Zentralbenins aufgebaut. Das Relief ist aber ausgeglichener, es gibt weniger Hügel und Inselberge. Vorherrschende Vegetationsformation ist die Trockensavanne mit in etwa den gleichen Arten wie in der Feuchtsavanne. Die Vegetation ist allerdings insgesamt weitständiger und erreicht geringere Höhen.

 

1.5.2 Hydrographie

Der Großteil der Flüsse Benins gehört entweder zum Einzugsgebiet des Niger und fließen nach Nordwesten oder entwässern in südliche Richtung direkt in den Atlantik.
Im Nordwesten wird der Pendjari zum Oti und fließt in Ghana in den Volta. Im Osten sind der Mékrou (410 km Länge), der Alibori (340 km) und der Sota (250 km) die wichtigsten Zuflüsse des Niger, der über rund 120 km die Grenze zwischen Benin und der Republik Niger bildet. Der Ouémé ist mit 510 km der längste Fluss, sein gesamtes Einzugsgebiet befindet sich in Benin. Seine wichtigsten Zuflüsse sind der Okpara (200 km) und der Zou (150 km). Im Südwesten bildet der Mono auf 100km die Grenze zwischen Togo und Benin und fließt in die Lagune von Grand Popo.

 

1.5.2 Klima

Das meteorologische Profil Benins zeigt drei große Klimazonen:

1. Die Zone des subäquatorialen Klimas des Südens, die sich mit räumlichen Unterschieden bis Savè in Zentralbenin erstreckt. Charakteristisch ist das doppelte Regenmaximum, dem sozusagen 4 Jahreszeiten entsprechen:

- die große Regenzeit, etwa von April bis Juli
- die kleine Trockenzeit im August und September
- die kleine Regenzeit im Oktober und November
- die große Trockenzeit von Dezember bis März

2. Das Sudan-Klimaregime, das sich in süd- und nordsudan. Klima aufteilen läßt.
Ersteres ist ein Übergangsklima zwischen Guineaküste im Süden und Sudanzone im Norden mit jährlichen Niederschlagssummen zwischen 1.000 mm und 1.200 mm. Die unimodale, etwa siebenmonatige Regenzeit von Ende März, Anfang April bis Oktober erreicht in den Monaten August und September ihren Höhepunkt. Das nordsudan. Klima: Trockenzeit von November bis Anfang Mai, Regenzeit von Mai bis Oktober
In beiden Zonen sind die jährlichen und täglichen Temperaturunterschiede stark ausgeprägt.

3. Das Atakoraklima im Nordwesten mit orographisch bedingten hohen Niederschlägen.

 

1.6 Ökologische Probleme

Illegaler Holzeinschlag
© M. Doevenspeck 

1.6.1 Entwaldung

Benin ist auf Grund seiner geographischen Lage in der sogenannten "Dahomey-Senke" kein besonders waldreiches Land. Umso mehr stellen illegaler Holzeinschlag, unkontrollierte Buschbrände und Brennholzgewinnung eine Gefahr für die fragile Vegetation des Landes dar.Während der Anteil der Forstwirtschaft am beninischen Bruttoinlandsprodukt offiziell bei 2,8% liegt, geht eine Studie von Siebert & Elwert aus dem Jahr 2002 aufgrund exzessiver illegaler Abholzungen und der weitverbreiteten Korruption im Forstsektor von einem Anteil von bis zu 16% aus. Sie beziffern den Anteil des illegal geschlagenen Wertholzes auf 80 - 90% des jährlichen Gesamtbedarfs Benins von rund 60.000m³. Die Holzwirtschaft ist ausschließlich auf die Deckung der Inlandsnachfrage an Bauholz sowie an Wertholz für die Möbelfabrikation ausgerichtet. In den noch vorhandenen Waldbeständen Zentralbenins werden die Stämme nach der Fällung direkt vor Ort zu Bohlen in den handelsüblichen Maßen aufgesägt. Wertvolles, in den Städten ebenfalls nachgefragtes Restholz, wird durch diese illegale Praxis liegen gelassen und verbrennt meist beim nächsten trockenzeitlichen Buschfeuer. Die selektive Holzentnahme hat weitreichende Folgen für die Vegetationsdynamik. Zur unkontrollierten Entwaldung trägt auch die Holzkohleproduktion bei, mit der die städtische Nachfrage nach Brennstoff bedient wird. Wie in anderen Ländern des subsaharischen Afrikas ist auch in Benin Holz immer noch der mit Abstand bedeutendste Energieträger mit einem Biomassenanteil am Energieträgermix von rund 90%.

1.6.2 Abfall und Luftverschmutzung

Das für den Besucher Benins offensichtlichste Umweltproblem ist die Luftverschmutzung in Cotonou . Viele Hauptstadtbewohner klagen über die Abgase der unzähligen Zweitakt-Mopeds. Eine amerikanische Studie informiert Sie über umweltschädigende Abfälle . Weitere Informationen bieten das Umweltministerium Benins sowie die FAO über die ökologische Situation Benins.

1.7 Sozial- geografische Gegebenheiten


Bevölkerungswachstum seit 1961
© INSAE 2002 
























Ein befestigter Lehmbau "Tata Somba" im Atakora Gebirge
© Heldmann 

Ein Pfahldorf am Unterlauf des Ouémé
© Heldman 


 

 


Verkehr in Cotonou
© M. Heldmann 2004 


Ankunft des Zuges in Parakou
© L.Hering 2004 


1.7.1 Demografie

Die grundlegenden Indikatoren zur Bevölkerungsentwicklung in Benin stammen aus der letzten nationalen Volksbefragung 2002.

Gesamtbevölkerung
6.769.914
Städtische Bevölkerung 39 %
Bevölkerungsdichte
59 E./km²
Städtische Bevölkerung
39 %
Jährliches Bevölkerungswachstum
(1992-2002)
3,25 %
Anteil der unter 14jährigen 46,8 %
Kinder pro Frau
(TFR)
5,53
Kindersterblichkeit
(unter 5 Jahre, auf 1000 Geburten)
146,4
Quelle: Institut National de la Statistique (INSAE)

Die Karten des Bevölkerungswachstums (Karte) in Benin sowie die der Bevölkerungsdichte (Karte) auf Gemeindebene zeigen, dass die entsprechenden nationalen Durchschnittswerte durch ausgeprägte räumliche Unterschiede stark relativiert werden. Wünschen Sie eine weitere Interpretation der Karten? Bevölkerungsprojektionen auf der Basis unterschiedlicher Szenarien ergeben eine Verdopplungszeit von 23 bis 28 Jahren.

 

1.7.2 Städte und andere Siedlungsformen

Um die 40% der Beniner sind Städter. Offizielle Hauptstadt ist Porto-Novo im Südosten Benins. In der zweitgrößten Stadt des Landes ist davon jedoch nicht viel zu merken, da sich fast alle Regierungsinstitutionen und hauptstädtischen Infrastrukturen in der Metropole Cotonou befinden. Die drittgrößete Stadt Parakou ist gleichzeitig das städtische Zentrum des dünner besiedelten Nordens Benins. Die drei Städte haben als "Communes urbaines" seit der Verwaltungsreform 2002 einen administrativen Sonderstatus.

Die 6 Departement-Hauptstädte der 12 Departements sind bedeutende Subzentren. Zwar wurde die Zahl der Departements 2002 auf 12 vergrößert, allerdings konnten sich die beninischen Politiker bislang noch nicht auf die neuen Verwaltungshauptstädte einigen, so dass die neuen Departements weiter von den 6 alten "Cheflieux de Departement" verwaltet werden.

Die meisten Beniner leben auf dem Land und in Dörfern, die sich regional in Bauweise, Größe und Siedlungsstruktur unterscheiden. Besonders bekannt sind die befestigten Lehmbauten aus dem Atakora Gebirge, die "Tata Somba" und die Pfahldörfer in Südbenin am Unterlauf des Ouémé und auf dem Lac Nokoué, wo vor allem das Dorf Ganvié zu einer Touristenattraktion geworden ist.


1.7.3 Verkehrswege

Der Zustand der Straßen in Benin ist ein im Lande viel diskutiertes Thema. Durch den Hafen von Cotonou, über den große Mengen von Gütern in die Nachbarländer Nigeria, Niger und Burkina-Faso transportiert werden, sind Benins Straßen auch von LKWs viel befahren und werden stark belastet. Schlaglöcher behindern daher auch und gerade auf den Hauptlandstraßen und der wichtigen Nord-Süd-Verbindung häufig den Verkehr. Auf einigen Teilsstrecken wird seit jüngerer Zeit eine Maudgebühr erhoben, wodurch die Straßen in einem besseren Zustand gehalten werden soll.
Abseits der Hauptverbindungen, sowohl über Land als auch in den Stadtvierteln, sind die Verkehrswege nicht geteert. In der Regenzeit sind diese Pisten dann oft kaum und auf dem Lande teilweise gar nicht befahrbar.

Benin verfügt über eine Zugverbindung von Cotonou nach Parakou. Die tägliche Fahrt ist viel langsamer als die gleiche Verbindung mit Bus oder Taxi und wird vor allem von Händerlerinnen und Händlern genutzt, die viel transportieren müssen. Eine alte Zugverbindung entlang der Küste wurde stillgelegt.

Binnenschiffahrt mit großen Schiffen ist in Benin kaum möglich. Der Warentransport mit Piroguen ist vor allem auf der Lac Nokoué, dem Unterlauf des Ouémé und in Nordbenin auf dem Niger bedeutend.

1.8 Landesname, Nationale Symbole







Flagge




Wappen






Text der Nationalhymne




Hörversion der Nationalhymne

1.8.1 Herkunft des Landesnamens

Der Landesname der Republik Benin wurde in Anlehnung an das historische Reich Benin auf dem Gebiet des heutigen Nigerias gewählt, obwohl es weder einen geographischen noch einen historischen Bezug gibt. Es steht aber für Glanz und Ruhm, der mit mit diesem alten afrikanischen Reich assoziiert wird. Die Namenswahl ist vor allem auch eine Entscheidung gegen einen Namen regionaler Königreiche, deren Tradition nur von bestimmten Ethnien und in einigen Landesteilen verwurzelt sind. Seit der 1975 erfolgten Änderung des Landesnamens von "Dahomey" (bezog sich auf das südbeninische Königreich Danhomè) in "Benin" können sich alle Bürger auf gleiche Weise mit ihrem Land identifizieren.

1.8.2 Flagge

Vom November 1959 bis 30.11.1975 war die heutige Flagge bereits die Nationalflagge von Dahomey. Nachdem das Land am 30.11.1975 in Benin umbenannt wurde, hatte das Land eine grüne Fahne mit dem roten Stern, was der farblichen Umkehrung der roten Fahne der Revolutionären Volkspartei von Benin entsprach. Das Grün stand auf dieser Flagge für die Landwirtschaft, das Rot für die Revolution und Sozialismus, und der rote Stern selbst für die nationale Einheit.
Die Nationalkonferenz von 1990 führte die alte Fahne von Dahomey am 01.08.1990 wieder ein. Die Flagge Benins ist in den panafrikanischen Farben gestaltet: Ein senkrechter grüner, zwei waagerechte Streifen in gelb bzw. rot. Etwa 1900 setzte die Panafrika-Bewegung ein, die Gemeinsamkeiten aller Menschen mit schwarzer Hautfarbe hervorheben wollte. Der Farbendreiklang Grün-Gelb-Rot, den viele afrikanische und auch amerikanische Staaten nach Erlangung ihrer Unabhängigkeit in ihre Flaggen übernahmen, steht für die politische Einheit Afrikas. Als Ursprung gelten die Landesfarben von Athiopien als dem ältesten unabhängigen Staat Afrikas. Die Farben Gelb und Grün symbolisieren die Trennung zwischen dem trockenen, nördlichen Teil der Savannen und dem südlichen, feuchteren Teil Benins. Die beiden Teile sind mit Rot verbunden, das vergossene Blut, das auch für die nationale Einheit steht.

1.8.3 Wappen

Das Wappenschild Benins ist gevierteilt. Im ersten Feld ist eine typische Wohnburg des nördlichen Atakoragebirges("tata somba") abgebildet. Im zweiten silbernen Feld der höchste Orden des Landes, im dritten eine Palme, und im vierten ein dreimastiges Segelschiff. Über dem Schild schauen aus zwei schwarzen Füllhörnern Maiskolben hervor. Schildhalter sind zwei Panther. Das Wappen steht für das Volk, eine ruhmreiche Vergangenheit, die landwirtschaftliche Produktion und die überseeische Handelstradition. Gleichzeitig werden der Norden und der Süden als die zwei großen naturräumlichen Einheiten symbolisiert.
Auf einem Spruchband unterhalb des Wappens steht das Motto: "Brüderlichkeit, Gerechtigkeit, Arbeit".

Das heutige Wappen wurde nach der Unabhängigkeit für Dahomey eingeführt. Zwischen 1975 und 1990 zeigte das Wappen eine grüne Scheibe, umgeben von einem Kranz aus Maiskolben die mit einem roten Band verbunden waren. Im oberen Teil der grünen Scheibe befand sich ein roter fünfzackiger Stern und im unteren Teil, unmittelbar am Rand der Scheibe, das Blatt einer Kreissäge. Wie die Flagge wurde auch das alte Wappen durch die Nationalkonferenz 1990 wieder eingeführt.

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