3.1 Wirtschaft
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Algerien befindet sich in einem tief greifenden Umbruchsprozess
beim Übergang von einem staatlich kontrollierten System zur privaten
Marktwirtschaft. Seit mehreren Jahren kann es das höchste
Wirtschaftswachstum unter den Maghrebländern verzeichnen.
Das Rückgrat bildet dabei der Erdöl- und Erdgassektor , der 97
Prozent der Devisen einfährt.
Im März 2005 wurde nach dreißig Jahren das Gesetz über die
Verstaatlichung der Bodenschätze aufgehoben. Seitdem können sich
ausländische Firmen mit mindestens 70 Prozent an Förderstätten
und -anlagen beteiligen. Die hohen Weltmarktpreise für Erdöl- und Erdgas haben das Land in den vergangenen Jahren in eine komfortable Finanzsituation versetzt.
Am 1. September 2005 ist zudem das Assoziierungsabkommen in Kraft getreten. Es sieht bis zum Jahr 2010
die Schaffung einer Freihandelszone vor.
Die algerische Regierung will mit umfassenden Reformen und einem
160-Milliarden-Dollar-Programm in den kommenden Jahren zur
Ankurbelung der einheimischen Wirtschaft die Infrastruktur verbessern
und zahlreiche Großprojekte verwirklichen. Zu diesen gehören der Bau einer Ost-West-Autobahn, die Algierer Metro, der bereits fertiggestellte neue Internationale Flughafen Algier sowie der Bau von einer Million Wohnungen. Die Wohnungsnot ist immer noch eines der größten sozialen Probleme, gefolgt von der Arbeitslosigkeit. Diese wird offiziell mit etwa 15 Prozent angegeben. Unabhängige Schätzungen gehen jedoch von einer Rate von mindestens 35 Prozent aus. Mehr als drei Viertel der Erwerbslosen sind jünger als 30 Jahre.
Obwohl seit mehreren Jahren die Einnahmen aufgrund der hohen Weltmarkt-Ölpreise weit über den Erwartungen liegen, lebt mehr als die Hälfte der algerischen Bevölkerung unterhalb oder nur knapp über der Armutsgrenze. Landesweit kommt es immer wieder zu Streiks und sozialen Unruhen, die nicht selten gewaltsam niedergeschlagen werden.
Seit mehreren Jahren sind Weltbank und IWF mit zahlreichen Aktivitäten
in dem nordafrikanischen Land präsent.
Das staatliche Statistikamt ONS versucht, dem wachsenden Bedarf an aktuellen Wirtschaftinformationen gerecht zu werden. Das gelingt allerdings bisher nur mit mäßigem Erfolg. Bei konkreten Anfragen ist es ratsam, sich direkt an die entsprechenden
Ministerien zu wenden. Sehr detaillierte
branchenspezifische Angaben trägt der
Wirtschaftsdienst der französischen Botschaft in Algier zusammen.
Im Vergleich zu anderen westlichen Industrieländern hält sich Deutschland
mit Investitionen in Algerien eher zurück. Deutsche Firmen sind dennoch mittlerweile wieder recht erfolgreich auf dem algerischen Markt tätig. Dazu hat nicht zuletzt die Gründung der Deutsch-Algerischen Industrie- und Handelskammer AHK am 1. Juni 2006 beigetragen. Die NMO-Initiative des BDI organisiert seit Jahren regelmäßig das F3A-Treffen, das sich als Kontaktbörse für algerische und deutsche Firmen versteht.
Vom 11.-14. November 2007 besuchte Bundespräsident Horst Köhler Algerien als erste Station einer Afrika-Reise. Aus diesem Anlass wurde ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Algerien und Deutschland unterzeichnet. Dieses soll dem Handel zwischen beiden Ländern neuen Schwung geben. Er liegt derzeit unter zwei Milliarden Euro pro Jahr.
Als Hindernisse für Investitionen werden jedoch immer noch die nur schleppend vorankommenden Reformen im Bankwesen sowie bürokratische Hürden angeführt. Zudem rangiert Algerien auf der Korruptionsskala recht weit unten, nämlich erst auf Rang 84 (2006). Das Parlament hat im Januar 2006 allerdings ein Gesetz zur Bekämpfung der Korruption verabschiedet. Nachdem anfangs die FLN gegen ein solches Gesetz war, stimmten schließlich auch deren Abgeordnete dafür.
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3.2 Entwicklung und Entwicklungs- politik
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Algerien ist in der Entwicklungszusammenarbeit für Deutschland Partnerland . Die Aktivitäten der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) konzentrieren sich vor allem auf die Bereiche Umwelt , Wasserversorgung und Gute Regierungsführung .
Darüberhinaus sind UNDP , KfW und CIM in Algerien aktiv.
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