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Algerien
Seite 1: Landesüberblick & Naturraum

1.1 Karte

Flagge

Staatsflagge



Staatswappen

Staatswappen

Landesübersichtskarte

© CIA World Factbook

Politische Karte

Reliefkarte

Navigationskarte

1.2 Grunddaten

Die erst 1962 unabhängig gewordene Demokratische Volksrepublik Algerien (Al-Djumhuriya al-Djaza'iriya ad-Demoqratiya asch-Scha'abiya) gehört zu den jüngsten Staaten der Erde. Von jeher jedoch war das Land Schauplatz bewegter Ereignisse. Durch seine geographische Lage als Drehscheibe und Schmelztiegel der Kulturen des Mittelmeerraumes, der arabisch-islamischen Welt und Afrikas wurde es zu einer der reichsten, aber auch konfliktreichsten Gegenden Nordafrikas. Der Landesname El-Djaza'ir bedeutet "die Inseln" und geht auf die Bezeichnung der heutigen Hauptstadt El-Djaza'ir (Algier) im 10. Jahrhundert zurück. Namensgeber waren die zahlreichen vor der Küste gelegenen Inselchen. Die außerordentliche Schönheit und Vielfalt seiner Landschaften, die fruchtbare Natur und nicht zuletzt sein angenehmes Klima des ursprünglich von den Numidiern bewohnten Gebietes lockten Phönizier, Römer, Vandalen, Araber und Türken an.

Blick auf Algier

Blick auf Algier

Unter der Herrschaft der Korsaren war Algier als Piratennest gefürchtet, bis es 1830 von Frankreich kolonisiert wurde. 132 Jahre drückender Fremdherrschaft wurden erst nach einem opferreichen achtjährigen Befreiungskrieg 1962 beendet. Seitdem ist Algerien auf der Suche nach seiner Identität und einem geeigneten Gesellschaftskonzept. In den 1990er Jahren wurde es zum Schauplatz eines blutigen Konfliktes zwischen islamistischen Extremisten und der Staatsmacht, durch den das Land in die internationale Isolation geriet. Mittlerweile hat sich jedoch die Sicherheitslage mehr und mehr beruhigt und Algerien seinen Platz in der Staatengemeinschaft wieder eingenommen.
Administrativ ist das Land in 48 Verwaltungsbezirke (Wilayate) eingeteilt, denen ein vom Staatspräsident eingesetzter Gouverneur (Wali) vorsteht. Dieser untersteht dem Innenministerium. Die Wilayate sind: Adrar, Ain Defla, Ain Temouchent, Alger, Annaba, Batna, Bechar, Bejaia, Biskra, Blida, Bordj Bou Arreridj, Bouira, Boumerdes, Chlef, Constantine, Djelfa, El Bayadh, El Oued, El Tarf, Ghardaia, Guelma, Illizi, Jijel, Khenchela, Laghouat, Mascara, Medea, Mila, Mostaganem, M'Sila, Naama, Oran, Ouargla, Oum el Bouaghi, Relizane, Saida, Setif, Sidi Bel Abbes, Skikda, Souk Ahras, Tamanghasset, Tebessa, Tiaret, Tindouf, Tipaza, Tissemsilt, Tizi Ouzou, Tlemcen.

1.3 Geographie und Klima

Algerien ist mit 2,38 Millionen km² das zweitgrößte Land Afrikas und siebenmal größer als Deutschland. Es erstreckt sich von der nordafrikanischen Mittelmeerküste bis 2000 km tief in die Sahara, die größte Wüste der Welt. Ebenso groß ist auch die Ost-West-Ausdehnung. Seine Nachbarländer sind Marokko und das Gebiet der Westsahara im Westen, Tunesien und Libyen im Osten sowie Niger, Mali und Mauretanien im Süden. Von Meeresstrand über Gebirgsketten und Steppen bis hin zur unerschöpflichen Dünenvielfalt hat es alles zu bieten: Dem 1.200 km langen Küstenstreifen mit seinen fruchtbaren Regionen schließt sich das Atlasgebiet an. Es besteht aus dem steil zum Meer abfallenden Küsten- oder Tellatlas, dem sich anschließenden Hochland der Schotts mit seinen abflusslosen Salzseen und dem Saharaatlas. An dessen Südseite beginnen die Hammadaflächen. Sie sinken im Osten zum Becken des Schott Melhrir ab, der 40 Meter unter dem Sand und Berge in der Sahara Meeresspiegel gelegen der tiefste geographische Punkt ist. In Richtung Süden zerfließt die Landschaft in das zwei Millionen km² große Dünenmeer des östlichen und westlichen Erg. Es wird im Südosten unterbrochen vom Ahaggar-Massiv. Das formenreiche von jungen Lavamassen überflossene junge Wüstenhochgebirge beheimatet den höchsten Berg Algeriens, den 3003 Meter hohen Tahat. Das Gebirge ist umrahmt von den Tassili, Schichtstufenlandschaften, die nach Norden und Westen absinken. Das Klima in der Küstenregion und im Atlas ist typisch mediterran mit warmen und trockenen Sommern sowie kühlen und niederschlagsreichen Wintern. In höheren Gebirgslagen und auf dem Hochplateau erreichen die Temperaturen extremere Werte. Dort fällt im Winter auch Schnee. In der Sahara ist nicht nur die Trockenheit extrem, sondern auch die Temperaturen unterliegen starken Schwankungen, so dass die extreme Hitze im Sommer von Minusgraden in den Winternächten abgelöst wird.

Mehr als 300 Meter hohe Düne bei Taghit in der Sahara Winterspass auf dem Berg Chrea bei Algier
300 Meter hohe Düne bei Taghit in der Sahara und Winterspaß in Afrika: Der Berg Chrea bei Algier


1.4 Hauptstadt

Karte von Algier 1
Karte von Algier 2

Algier ist die Stadt der Treppen Der arabische Name ist El-Djaza'ir el-Assima (Algier-Hauptstadt). Mit drei Millionen Einwohnern ist es zugleich die größte Stadt des Landes. Andere große Städte sind unter anderem Oran, Constantine und Annaba.



Algiers by night





Algier, Stadt der Treppen


Algier bei Nacht

1.5 Staatssymbole

Staatswappen

Flagge Die Landesflagge besteht aus zwei nebeneinanderstehenden gleich großen Hälften, einer grünen und einer weißen, mit einem roten Halbmond und fünfzackigen Stern in der Mitte. Die Farben stehen für die Religion des Islam (grün), das Blut der Märtyrer aus dem Befreiungskrieg (rot) und die Reinheit (weiß).

Das Staatswappen ist von der Inschrift "Demokratische Volksrepublik Algerien" auf Arabisch umgeben. Im oberen Teil zeigt es die über den Bergen aufgehende Sonne. Darunter schließt sich die Hand der Fatima (moslemisches Schutzsymbol) an, deren kleiner Finger und Daumen in den Schnabel einer Friedenstaube mit Olivenzweig übergehen. Im unteren Teil sind Halbmond und Stern, die Symbole des Islam, abgebildet. Rechts davon sind eine Wahlurne, drei Getreideähren und Eichenlaub zu sehen. Die linke Seite zeigt einen Olivenzweig mit Früchten, eine Dattelpalme, Industrieschornsteine und Erdöl-Bohrtürme.

Die Nationalhymne können Sie hier hören und den Text nachlesen.(Technischer Hinweis: Durch Anklicken des jeweiligen Feldes werden Partitur und Text vergrößert.)

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