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3.1 Wirtschaft3.1.1 Wirtschaftssystem & seine Sektoren |
Die Wirtschaftsstruktur ist von der Landwirtschaft geprägt.
Der Landwirtschaftssektor ist der größte Sektor und beschäftigt gut 85% der Bevölkerung.
Er hat einen Anteil von 40% am BIP und besteht aus überwiegend kleinräumiger
Subsistenzwirtschaft, Wanderfeldbau und Pastoralisten.
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3.1.2 Wirtschaftsindikatoren, Analysen, Statistiken |
Der
Index of Economic Freedom,
ein Maß mit 10 Kriterien, ordnet Äthiopien an
Stelle 124 in der Welt und verzeichnet - wie in den letzten Jahren auch schon - eine
leichte Verschlechterung. Äthiopien belegt Platz 26 unter 40 Sub-Sahara Afrika
Staaten und hat einen Freiheitsgrad von 53,2 zu 60,2 im Vergleich zum Weltdurchschnitt.
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3.1.3 Wirtschaftspolitik |
Die Wirtschaftpolitik ist Teil der Agricultural Development Led Industrialisation Strategie Entwicklungsstrategie der äthiopischen Bundesregierung. Alle Politiken leiten sich davon ab. Die Strategie wird unter 3.2.2 Inländische Entwicklungsanstrengungen erläutert. |
3.1.4 Produkte und Produktionsweisen |
Äthiopien wird neben dem Jemen als die Heimat des Kaffee Arabica bezeichnet.
Bereits 1500 n.Chr. war Kaffee in Äthiopien ein Handelsgut.
Im späten 16. Jahrhundert breitete sich der Kaffeeanbau vom Süd-Westen in
Richtung Norden aus. Im frühen 17. Jahrhundert gab es bereits Pflanzungen in der
Nähe des Tana-Sees. Zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Kaffee in vielen
Teilen des Nord-Westens kultiviert. In Äthiopien wird Kaffee unterschiedlich benannt.
So heißt Kaffee bunna (Amharisch), bun (Tigrigna), buna (Oromifa), bona
(Kefficho) oder etwa kawa (Guragigna). Äthiopien beheimatet noch heute in
großer Vielfalt wilde Kaffeesträucher. Es wird schätzungsweise eine Fläche
von 400.000 ha von (wild wachsenden und kultivierten) Kaffeebäumen bedeckt.
Mit einer Jahresproduktionsmenge von ca. 200.000t ist das Land siebtgrößter
Kaffeeproduzent und neuntgrößter Exporteur.
Neben Kaffe spielt für den internen Markt Getreide, Baumwolle, Zucker sowie Vieh eine große Rolle. All diese Bereiche sind auf einem geringen Produktionsstand. Die vor einigen Jahren begonnene Blumenproduktion wurde allerdings auf Weltmarkniveau aufgebaut und betrieben. Blumen werden für den Export produziert. Die verarbeitende Industrie produziert vor allem Nahrung, Kleidung, Chemie, Metall und Zement. Ausführliches Datenmaterial findet sich bei der CSA und der Weltbank. |
3.1.5 Handel |
Deutschland, Japan und Italien sind die wichtigsten Absatzmärkte für
äthiopische Produkte,
von denen Kaffee ca. 40% ausmacht, gefolgt von
Leder/Lederprodukten, Kat, Ölsaaten, Gold und Lebendvieh. Unter den
Herkunftsländern äthiopischer Importe liegen Italien, China und Indien an
vorderer Stelle. Wichtigste Importgüter sind Konsumgüter (30%), Investitionsgüter
(30%), Treibstoffe (20%) und Halbfertigprodukte (20%). Die EU ist mit
einem Anteil von ca. 30% an den äthiopischen Importen
und an den Exporten beteiligt. Im Welthandel spielt Äthiopien keine Rolle.
Die Exporte waren seit 1983 von US$ 391 Mio. auf 2003 US$ 483 Mio. gestiegen
und sind damit im internationalen Vergleich vernachlässigbar klein. Dies
hat sich geändert. 2006/2007 betrugen die Exporte 1172 Mio. US$, die
Importe 5124 Mio US$, das Außenhandelsdefizit stieg entsprechend auf fast 4 Mrd. US$.
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3.1.6 Öffentliche und private Investitionen, Staatsverschuldung |
Der Staat ist der größte Investor. Die äthiopische Regierung bezeichnet
die Wirtschaftsordnung als marktwirtschaftlich. Sie hält Äthiopien aber noch
nicht reif für eine Liberalisierung. Es wurden eine Reihe von Reformen
unternommen, aber noch immer ist der Staat im industriellen und Dienstleistungssektor
durch staatliche Monopolunternehmen (Luftverkehr, Telekommunikation,
Energieversorgung) und parteinahe Unternehmensgruppen der dominante Akteur.
Erst langsam entwickelt sich ein
Privatsektor im modernen Sinne.
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3.2 Entwicklung und Entwicklungspolitik3.2.1 Millenium Development Goals |
Armut und Hunger sind bestimmende Themen. 2005 waren wieder mindestens
4 Mio. Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die für die Bevölkerung
entscheidende Landwirtschaft kann die
Ernährung
auch in guten Jahren nicht sichern. Äthiopien gehört zu den ärmsten Länder der Welt.
Das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei 170 US$. In den übrigen Ländern Subsahara-Afrikas
liegt es bei durchschnittlich 480 US$. Es wird angenommen, dass dreiviertel der
Bevölkerung weniger als 2 US$ pro Tag zur Verfügung haben. Der Hunger hat neben
der geringen Leistungsfähigkeit des Staates seine Gründe in einem hohen
Bevölkerungswachstum (2,5 - 3%) und Dürreperioden. Reformschritte, wie die
Liberalisierung des Agrarmarktes, Preisfreigabe für Agrarprodukte und deren freie
Vermarktung, haben zu einem deutlichen Anstieg der landwirtschaftlichen
Produktion geführt. Durch regelmäßige Überarbeitung des Investment Codes von
1996 versucht die Regierung, Äthiopien als attraktives Land für Investitionen zu
präsentieren. Potentielle ausländische Investoren zögern jedoch bei der Entscheidung.
Als Hindernis wird von in- und ausländischen Investoren insbesondere die in der
Verfassung verankerte Unzulässigkeit privaten Grundbesitzes angegeben.
Mit der Erfüllung der
MDG kommt Äthiopien nur langsam voran.
Die Vereinten Nationen,
deren Statistikamt
und weitere Organisationen, wie die
Weltbank ,
geben umfänglich Auskunft zum Stand der Erreichung der MDG.
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3.2.2 Inländische Entwicklungs-anstrengungen |
Die
äthiopische Regierung
betreibt ein umfangreiches Reform- und Entwicklungsprogramm.
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3.2.3 Ausländische Entwicklungs-anstrengungen, multi- und bilaterale |
Äthiopien erhält in sehr großem Umfang Unterstützung von bi- und multilateralen Gebern.
Die äthiopische Regierung versucht mittels des Ministry of Capacity Building die Geberaktivitäten zu koordinieren.
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3.2.4 Deutsche Entwicklungs- und Hilfsorganisationen |
Äthiopien ist Schwerpunktland
der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Seit Beginn der Kooperation mit Deutschland
wurden gut 1,3 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt.
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